Am Tag der pflegenden Angehörigen macht Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec auf die besonderen Herausforderungen und Anliegen der Betroffenen aufmerksam. Fotos: iStock/ KatarzynaBialasiewicz

13. September: Tag der pflegenden Angehörigen. Im Rahmen des nationalen Tages der pflegenden Angehörigen macht Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec auf die Herausforderungen und Probleme der Betroffenen aufmerksam. Korosec setze sich für eine Erhöhung des monatlichen Zuschusses für die 24-Stunden-Betreuung ein und erwarte die Ausweitung des Angehörigenbonus auf Pensionisten im Herbst.

 

13. September: Tag der pflegenden Angehörigen

In Österreich werden rund drei Viertel der hilfebedürftigen Menschen zu Hause von ihren Angehörigen gepflegt. Um jenen Menschen zu danken und ihre Anliegen in den Vordergrund zu stellen, wurde der nationale Tag der pflegenden Angehörigen geschaffen. Besonders die Pandemie hat Pflegende vor große Herausforderungen gestellt. Nicht nur die vielen krankheitsbedingten Ausfälle, sondern auch die soziale Isolation und die Corona-Maßnahmen führten zu zusätzlichen Belastungen.

 

Korosec: „Pflegende Angehörige sind das Rückgrat unserer Gesellschaft“

Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec sieht in pflegenden Angehörigen das Rückgrat der Gesellschaft. „900.000 Menschen, 60 Prozent davon sind Frauen, sind eine unsichtbare Armee. Sie pflegen 80 Prozent der Pflegebedürftigen, also mehr als 300.000 Menschen, daheim. Sie tun das unbemerkt und in der Regel unbezahlt – aber jedenfalls unbezahlbar!“ Diese außerordentliche und wertvolle Leistung müsse man nicht nur wertschätzen, sondern auch viel stärker unterstützen.

 

Ausbau der 24-Stunden-Betreuung

Das vor dem Sommer beschlossene Pflegepaket gilt als das größte seit Jahrzehnten. Das Paket umfasst insgesamt über 20 Maßnahmen mit einem Volumen von einer Milliarde Euro für den Pflegeberuf, die Ausbildung sowie für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige.  Zur-Sache berichtete bereits. 

Korosec bewertet die beschlossenen Verbesserungen im Rahmen der Pflegereform, wie zum Beispiel die Einführung der Pflegelehre und die finanziellen Zuschüsse bei der Pflegeausbildung als sehr positiv. In einigen Punkten spricht sie sich für einen Ausbau der Maßnahmen aus. Etwa bei der 24-Stunden-Betreuung – diese müsse stärker gefördert werden, damit ein ausreichendes und leistbares Angebot zur Verfügung steht. Für die Seniorenbund-Präsidentin steht ein selbst bestimmtes und würdevolles Altern, in den eigenen vier Wänden, an erster Stelle.

 

Langjährige Forderung durch die Pflegereform umgesetzt

Mit der Pflegereform, die ab 2023 in Kraft treten wird, wurde gleichzeitig auch eine langjährige Forderung von Korosec umgesetzt. Die Seniorenbund-Präsidenten machte bereits vor Jahren auf die Notwendigkeit der Erhöhung des Erschwerniszuschlages beim Pflegegeld aufmerksam. Damit sollen künftig Erkrankungen wie Demenz und schwere psychische Behinderungen beim Pflegegeld stärker berücksichtigt werden. „Das Pflegegeld war bisher viel zu stark auf die körperliche Gesundheit ausgerichtet. Die Betreuung einer psychisch beeinträchtigen Person stellt alle Beteiligten vor gänzlich andere und zusätzliche Herausforderungen“, meint Korosec in einer Aussendung.

 

Ausweitung des Angehörigenbonus auf Pensionisten

Außerdem erwarte die Präsidentin des Seniorenbundes den Beschluss der Ausweitung des Angehörigenbonus von bis zu 1500 Euro pro Jahr auf Pensionisten im Herbst. „Dass der Bonus ausgeweitet wird, ist für mich bereits fixiert, unabhängig davon, wann es beschlossen wird. Wichtig ist, dass der Bonus am 1.1.2023 kommt!“, so Korosec.

Am Tag der pflegenden Angehörigen macht Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec auf die besonderen Herausforderungen und Anliegen der Betroffenen aufmerksam. Fotos: iStock/ KatarzynaBialasiewicz
Am Tag der pflegenden Angehörigen macht Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec auf die besonderen Herausforderungen und Anliegen der Betroffenen aufmerksam. Fotos: iStock/ KatarzynaBialasiewicz

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