Die Regierung hat das größte Pflegepaket seit Jahrzehnten geschnürt: 20 konkrete Maßnahmen und rund eine Milliarde mehr für die Pflege. Foto: iStock/Ridofranz

„Pflege geht uns alle an“, so skizzierte ÖVP-Klubobmann August Wöginger die Situation bei der Präsentation des großen Pflege-Pakets, das diese Woche im Nationalrat beschlossen wurde. Was genau erwarten sich aber die Menschen? Welche Maßnahmen müssen gesetzt werden? Diese Frage stellte das Meinungsforschungsinstitut IFDD im Rahmen einer Umfrage, die von Zur-Sache in Auftrag gegeben wurde.

 

Menschen wollen bessere Pflegeausbildung und Entlohnung

800 repräsentativ ausgewählte wahlberechtigte Österreicher im Alter ab 16 Jahren wurden gefragt „Welche Maßnahmen zur Pflegereform müssen gesetzt werden, um die Qualität und Quantität der Pflege in Zukunft zu gewährleisten?“ Die Antworten – Mehrfachnennungen waren möglich – decken sich zum Großteil mit den Maßnahmen der Bundesregierung im Pflege-Paket. So finden 76 Prozent der Befragten, dass die Arbeitsbedingungen verbessert werden sollten. Knapp dahinter meinen 74 Prozent, dass Beschäftigte in der Pflege mehr Geld bekommen sollen. Auf Platz 3 befindet sich mit 58 Prozent der Wunsch der Befragten, pflegende angehörige zu entlasten. Weiters folgt eine generelle Erhöhung des Pflegegeldes, sowie bessere Unterstützung während der Ausbildung.

Zahlreiche Punkte dieser Nennungen finden sich auch im Pflegepaket wieder, gegen das die SPÖ stimmte! Der Großteil der zusätzlichen Milliarde für die Pflege fließt in eine bessere Entlohnung des Pflegepersonals sowie in Prämien für pflegende Angehörige oder bessere Bezahlung bereits in der Ausbildung.

 

Das Pflege-Paket der Bundesregierung kommt zum richtigen Zeitpunkt und enthält jene Maßnahmen, die sich auch die Menschen erwarten. Grafik: Zur-Sache / Daten: IFDD

Das Pflege-Paket der Bundesregierung kommt zum richtigen Zeitpunkt und enthält jene Maßnahmen, die sich auch die Menschen erwarten. Grafik: Zur-Sache / Daten: IFDD

 

Frauen beschäftigt Thema Pflege mehr

Interessante Ergebnisse liefert die Umfrage, wenn man sich die Zahlen nach Bevölkerungsgruppen genauer ansieht. Frauen erscheint das Thema Pflege insgesamt wichtiger zu sein als Männern. Bei allen Antwortmöglichkeiten gaben Frauen öfter eine Angabe als Männer. Zudem scheint die Pflege nicht mehr ein Thema zu sein, das nur die älteren Generationen beschäftigt – in fünf von zehn Antwortkategorien kamen von Befragten im Alter von unter 30 Jahren die meisten Nennungen. Hinsichtlich beim Vergleich Stadt/Land zeigt sich, dass den Menschen am Land die Entlastung pflegender Angehöriger wichtiger erscheint als Befragte in Städten. Umgekehrt sind denen wiederum bessere Arbeitsbedingungen wichtiger als für Befragte, die am Land wohnen.

 

Zur Umfrage:

Durchgeführt vom Institut für Demoskopie & Datenanalyse (IFDD) im Auftrag vom ÖVP-Parlamentsklub/Zur-Sache.
Stichprobengröße n=800.
wahlberechtigte ÖsterreicherInnen repräsentativ ab 16 Jahren.
Vorgeschichtetes Randomverfahren, CAWI.
Untersuchungszeitraum 23. Juni 2022 – 26. Juni 2022.
Maximale Schwankungsbreite +/- 3,5 %, davon n=600 Deklarierte +/- 4,0 %