Wie ein Nationalratsabgeordneter die Pandemie dokumentiert

Foto: Michael Tögel

Corona-Erfahrungen und eine Dokumentation der Pandemie – Das formuliert der VP-Abgeordnete und Mathematiker Prof. Dr. Rudolf Taschner in dem Buch „Die Wahrnehmung von Corona“. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Aufgeblättert“ der Politischen Akademie präsentierten Taschner am Mittwoch gemeinsam mit dem stellvertretenden Direktor der Wirtschaftskammer Wien Dr. Alexander Biach ihr neues Buch „Die Wahrnehmung von Corona“.

 

„Die Wahrnehmung von Corona“ ist eine dreiteilige Sammlung an Berichten, Betrachtungen und Prognosen der jeweiligen Zeit, „man könnte sagen ein Kaleidoskop, da viele verschiedene Menschen über die Pandemie schreiben.“

 

So würden manche über „persönliche Erfahrungen als Wirtschaftstreibende“ schreiben und andere „einen großen Überblick“ oder zu sehr ins Detail gehen, so Taschner. Als Beispiel nannte Taschner den WU-Wien Professor Dr. Hasenauer, der die Corona-Krise „ganz genau unter die Lupe“ nehme.

 

Taschner lobt Kurz‘ erfolgreiches Pandemiemanagement

An dem Buch zu arbeiten, begann Taschner bereits in der „ersten Welle“. „Am Anfang ahnte ich persönlich nicht, dass es solche Ausmaße annehmen würde“, so Taschner.

Doch der damalige Bundeskanzler Sebastian Kurz habe „jedoch schon früh erkannt, dass Corona uns massiv betreffen wird“, lobt Taschner Kurz für sein Pandemiemanagement. Das sei für Taschner der „Anstoß“ gewesen, den ersten Aufsatz zu schreiben. In weiterer Folge erhob Taschner Berichte und Betrachtungen von den Mitgliedern des Wiener Wirtschaftskreises und schließlich formte sich daraus ein Buch.

 

Zeitgeschichtliche Dokumentation einer Krise

Das Buch versteht sich als zeitgeschichtliche Dokumentation. Es werden Gedanken der Menschen festgehalten – in allen Phasen der Pandemie. Außerdem werden im Buch unrichtige Prognosen – bewusst, um daraus zu lernen, so Taschner – aufgenommen.

 

Lehren aus Corona

Viele wirtschaftliche Faktoren konnten durch zielgerichtete Maßnahmen, wie beispielsweise das Modell der Kurzarbeit, abgefangen werden. Durch die Krise wurden unter anderem aber die wirtschaftlichen Wertschöpfungsketten wieder bewusst: „Brauereien mussten Bier wegschütten und Taxi-Unternehmen konnten keine Fahrgäste mehr beförderten.“ Die vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsketten seien durch die Krise „sichtbar“ geworden, so der stellvertretende Direktor der Wirtschaftskammer Wien und Standortanwalt Wien Dr. Alexander Biach.

Die Wertschöpfungsketten und die Folgen der Krise konnten gut berechnet und prognostiziert werden, „diese Analysen, die müssen wir nun weiterverwenden. Zu wissen, wo Kernindustrien gestärkt werden müssen, ist eine ganz wesentliche Erfahrung, im Hinblick auf zukünftige Krisen. In Wien ist dies beispielsweise der Handel“, so Biach weiter.

Für einen Mediziner wird Corona immer ein medizinisches Thema sein, für einen Wirtschaftler immer ein wirtschaftliches und für Soziologen wird immer die Gesellschaft im Fokus stehen. “In der Politik muss alles im Zusammenhang betrachtet werden und dabei bedenken, dass andere die Dinge ganz anders sehen können. Manchmal kann man die Ideen mit aufnehmen, manchmal nicht“, erklärte Professor Taschner abschließend.

 

 

Die Wahrnehmung von Corona

Hrsg.: Rudolf Taschner und Alexander Biach

Verlag: Carl Ueberreuter Verlag GmbH

ISBN: 978-3-8000-7781-6

Preis: 22,- €

Erhältlich bei: https://www.ueberreuter.at/shop/die-wahrnehmung-von-corona/