Innenpolitik

Zero Project – Wenn KI wieder eine Stimme gibt

Zero Project tagt im Plenarsaal des Nationalrates: Abgeordnete aller Fraktionen präsentierten Projekte für ein Leben ohne Barrieren. Foto: Bernadette Sattler-Remling

Das Zero Project der Essl Foundation arbeitet für Menschen  mit Behinderung an einer Welt ohne Barrieren. Im Parlament wurden fünf Innovationen vorgestellt. ÖVP-Abgeordnete Heike Eder präsentierte jene KI, die ihrem Fraktionskollegen Klaus Fürlinger wieder eine Stimme gibt.

 

600 Bewerbungen für Zero Project

Eine Welt ohne Barrieren, ein Leben ohne Hürden auch für Menschen mit Behinderung und eine Gesellschaft mit starker Inklusion: Das ist das Ziel der gemeinnützigen Essl Foundation MGE. Diese Stiftung lädt jährlich in Wien zu Präsentationen in das Parlament und in die UNO-City zu einer internationalen Konferenz.

Michael Fembeck, CEO von Zero Project, berichtete diese Woche von knapp 600 Nominierungen aus knapp 100 Ländern für Zero Project 2026. Daraus seien 75 Awardees sowie eine kleine Zusatzgruppe als Arts Awardees ausgewählt worden. Die heurigen Themen waren Fembeck zufolge Barrierefreiheit, IT und Krisenmanagement.

Michael Fembek, CEO von Zero Project, im Parlament mit ORF-Redakteur Andreas Onea

Michael Fembek, CEO von Zero Project, im Parlament mit ORF-Redakteur Andreas Onea

Im Parlament präsentierten Abgeordnete aller fünf Parlamentsparteien eine von ihnen ausgewählte, preisgekrönte Innovationen, die zur Stärkung von Inklusion in Österreich beitragen kann.

 

App gibt wieder eine Stimme

Die ÖVP-Abgeordnete Heike Eder wählte dafür jene App, die Menschen ohne Stimme wieder Gehör verschaffen kann: ÖVP-Justizsprecher Klaus Fürlinger hielt mit dieser App eine Rede vor dem Nationalrat.

Talk to Me, Goose!“ ist eine KI-gestützte Text-to-Speech-App, die von Mundell Designs, einem Start-up-Unternehmen aus Pennsylvania, entwickelt wurde. Die App wandelt Eingaben über Tastatur, Touchscreen, Sprache oder Hilfstasten in natürliche Sprache um. Damit wird es Menschen mit ALS oder anderen nonverbalen Beeinträchtigungen ermöglicht, unabhängig zu kommunizieren.

David Betts (USA), der führende Kopf jene KI-basierten App, die Stimme verleiht.

David Betts (USA), der führende Kopf jener KI-basierten App, die Stimme verleiht.

Nach seiner Einführung für iOS-Geräte im März 2025 habe die App in nur drei Monaten 554 Nutzende in 64 Ländern erreicht. Die Stimme sei wie ein Fingerabdruck, sagte David Betts (Mundell Designs) bei der Präsentation im Parlament. Mit der App könnten Betroffene wieder kommunizieren und Wärme und Persönlichkeit in ihre Sprache zurückbringen. Das Ziel sei, die Würde zu erhalten und das grundlegende Menschenrecht der Kommunikation zu erhalten. „Talk to Me, Goose!“ decke 31 Sprachen ab, so Betts laut Parlamentskorrespondenz.

ÖVP-Abg. Heike Eder erklärt, wieso sie David Betts und seine KI-gestützte App für Zero Project nominiert hat.

ÖVP-Abg. Heike Eder erklärt, wieso sie David Betts für Zero Project nominiert hat.

KI-Innovation stärkt Menschen

Den Satz „Talk to Me, Goose!“ würden viele aus dem bekannten Film „Top Gun“ kennen, so ÖVP-Nationalratsabgeordnete Heike Eder, die diese Projekt ausgewählt hat. Heute bedeute er aber: „Gib mir meine Stimme zurück.“ Die App ermögliche Betroffenen, wieder emotional und ohne lange Pausen mittels ihrer Stimme zu kommunizieren. Was das konkret bedeute, habe sie 2025 kennengelernt, als ein Kollege aus dem Nationalrat nach einer Erkrankung seine erste Rede mit einer KI-gestützten App gehalten habe, so Eder. Insgesamt zeige diese Innovation, was KI bestenfalls ermöglichen könne: Sie gebe Menschen etwas zurück, das zentral sei für Würde und Teilhabe, nämlich die Stimme.