Der Zustrom an Flüchtlingen wird schwächer, ab März (Bild) flüchteten Millionen Menschen, vor allem Frauen, aus der Ukraine. Foto: UNHCR/Marin Bogonovschi

„Wir sehen sehr deutlich, dass sich die Ankünfte von ukrainischen Vertriebenen in den letzten Monaten reduziert haben“, sagt Flüchtlingskoordinator Andreas Achrainer. Seine Zwischenbilanz: Die Grundversorgung klappt, Erwachsene werden auf den Arbeitsmarkt vorbereitet, die Schulen erwarten im Herbst tausende ukrainische Kinder. Bildungsminister Martin Polaschek hat für Lehrer gesorgt.

 

So hilft Österreich den Vertriebenen aus der Ukraine

Derzeit sind rund 80.000 ukrainische Vertriebene in Österreich registriert, rund 57.000 von ihnen werden in der Grundversorgung durch Bund und Länder betreut. Das sind die aktuellen Zahlen, mit denen Flüchtlingskoordinator Andreas Achrainer einen Überblick zur Lage ukrainischer Vertriebener in Österreich gibt.

„Die Versorgung und Unterbringung klappt weitgehend gut“, sagt Achrainer in einer Information das Bundeskanzleramtes. „Wenn uns einzelne Fälle gemeldet werden, in denen das nicht der Fall ist, gehen wir diesen sofort nach und versuchen, eine Verbesserung herbeizuführen.“

 

Vorbereitung auf Schulstart

Die aktuell wichtigste Aufgabe ist es, die Einschulung ukrainischer Kinder für das kommende Schuljahr gut zu bewältigen, so Achrainer: „Aktuell erwarten wir rund 16.000 ukrainische Schüler/innen für das bevorstehende Schuljahr, das Bildungsministerium bereitet aber weit höhere Maximalkapazitäten vor.“

Wissenschaftsminister Martin Polaschek hat inzwischen bekannt gegeben, dass bereits mehr als 400 Lehrerinnen und Lehrer zusätzlich eingestellt worden seien, um ukrainische Kinder und Jugendliche und zu unterrichten und zu betreuen. Von diesen Lehrkräften seien knapp 120 pensionierte Pädagogen, knapp einhundert weitere sind ukrainischer Herkunft, erklärte Polaschek in Beantwortung einer schriftlichen parlamentarischen Anfrage.

Für den Herbst werden über 16.000 ukrainische Kinder an Österreichs Schulen erwartet. Die Vorbereitungen des Bildungsministeriums stellen auf 50.000 ukrainische Kinder ab, es wurden 211 Deutschförderklassen eingerichtet.

 

Integration am Arbeitsmarkt

Parallel zu den Vorbereitungen an den Schulen wird die Integration am Arbeitsmarkt fortgesetzt. Dazu Achrainer: „Die Ausweise, die für einen Zugang zum Arbeitsmarkt notwendig sind, sind nahezu vollständig ausgestellt. Inzwischen sind mehr als 11.000 Beschäftigungsbewilligungen durch das AMS ausgestellt worden“, so Achrainer. „Der erfolgreiche Zugang zum Arbeitsmarkt, und die damit verbundenen Deutschkenntnisse, sind eines der wichtigsten Elemente, um Ukrainer/innen erfolgreich integrieren zu können.“

Dabei zieht Achrainer eine positive Zwischenbilanz: „Die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft und den NGOs verläuft sehr konstruktiv und vertrauensvoll, wir sind froh und dankbar, dass diese Kooperation dazu führt, dass wir alle Vertriebenen möglichst gut unterbringen und versorgen können.“ Immerhin haben Privatpersonen nahezu 50.000 Unterkunftsplätze gemeldet.