Reform für die Truppe, nicht Truppenreform

Soldaten helfen in Lebensmittellager, Foto: Bundesheer/Pusch
Soldaten helfen in Lebensmittellager, Foto: Bundesheer/Pusch

Struktur und Organisation des Verteidigungsministeriums werden umgebaut. Die Verwaltung wird etwas zurückgenommen, das Augenmerk wird auf die Truppe gelegt, erklärte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner bei der Präsentation des Reform.

 

Mit Stichtag 15. Juni 2021 hat Verteidigungsministerin Klaudia Tanner die Änderung der Struktur der Zentralstelle des Verteidigungsministeriums angeordnet. Das Konzept beruht auf dem Regierungsprogramm und Gesprächen mit Soldatinnen und Soldaten, sagte Tanner. Erarbeitet wurde die Reform unter der Leitung des Generalstabschefs Robert Brieger und des Generalsekretärs des Ressorts, Dieter Kandlhofer. „Die Truppe wurde in den vergangenen Jahren alle 3-5 Jahre neu strukturiert, wobei die Reformen nie zu Ende gebracht wurden. Das schadet jeder Organisation, jedem Unternehmen und auch dem Bundesheer. Jedoch wurde die Wurzel des Problems, die Kopflastigkeit, nie ernsthaft angegriffen. Mit dieser Weiterentwicklung der Zentralstelle und der oberen militärischen Führung wird dies nun geändert. Es handelt sich somit erstmals um eine Reform für die Truppe und nicht der Truppe“, so die Verteidigungsministerin.

 

Eckpunkte der Reform

Die Eckpunkte für die Erstellung einer zukunftsfähigen Struktur für das Verteidigungsministerium lauteten:

  • Die Truppe bleibt unberührt und jede und jeder behält seine Anstellung
  • Das Bundesheer muss seine Führungsgrundsätze wieder leben können – zum Beispiel die Einheit der Führung – und Doppelgleisigkeiten müssen beseitigt werden
  • Grundlage jeder Überlegung soll der Grundsatz: „Weniger Verwaltung, mehr Truppe“ sein
  • Ziel ist es, die Zentralstelle des Verteidigungsministeriums von einer trägen Verwaltungsorganisation zu einer schnellen, agilen Service- und Führungsorganisation weiterzuentwickeln

Änderungen in Struktur

Konkret sehen die Änderungen der Struktur vor, aus fünf Sektionen werden drei Generaldirektionen. Künftig wird der Generalstabschef, als Teil der Zentralstelle und des Bundesheeres, die Bereiche Einsatz, Luftstreitkräfte, Ausbildung, Logistik Beschaffung, IKT und Cyber, Infrastruktur, militärisches Gesundheitswesen und Fähigkeiten- und Grundsatzplanung führen. Durch den Generaldirektor für Verteidigungspolitik werden die Bereiche Recht, Verteidigungspolitik und internationale Beziehungen sowie die Kommunikation geführt. Die Präsidialdirektion führt die Bereiche Personal und administrative Angelegenheiten. Eine Reihe von Posten wird in den nächsten Monaten neu ausgeschrieben.