Kommentare

Warum die Aktion 20.000 von Ex-Kanzler Kern wirkungslos war

Foto: BKA/ Andy Wenzel

Für die Aktion 20.000 ließ sich Kurzzeit-Kanzler Christian Kern (SPÖ) feiern. Er wollte Langzeitarbeitslose im Alter von über fünfzig Jahren mittels Beschäftigungsprojekt wieder in den Arbeitsmarkt integrieren. Zur-Sache analysiert das Vorhaben und kommt zu dem ernüchternden Ergebnis: Die Aktion 20.000 kann nicht halten, was sie verspricht.

 

Nicht nachhaltig, überdimensioniert & illusorisch

Mit der Aktion 20.000 wurden insgesamt 3.800 Personen beschäftigt. Davon befanden sich 3 Monate nach Beihilfenende „nur“ noch etwa ein Drittel in einem ungeförderten Dienstverhältnis. Die Fiskalanalyse zeigt: So viele Beschäftigte hätten auch ohne Förderung einen Job gefunden.

Im Rahmen der Aktion wurden unübliche 100% aller Lohn- und Lohnnebenkosten für die eingestellten Arbeitslosen durch das AMS übernommen. Trotzdem konnten nur wenige nachhaltig wirksame Integrationseffekte erzielt werden.

Ein weiterer kritischer Punkt: Das Projekt war viel zu groß dimensioniert. Bei 20.000 entsteht eine Konkurrenz zum normalen Arbeitsmarkt. Es war von Ex-Bundeskanzler Kern auch illusorisch, derart viele Arbeitsplätze zu finden.

 

Undifferenziert

Die Aktion 20.000 war in Hinblick auf die Förderintensität und die Zielgruppendefinition sehr undifferenziert ausgerichtet. Das führte dazu, dass etwa Personen mit maximal einem Pflichtschulabschluss innerhalb der Geförderten unterrepräsentiert waren.

Ziel einer Joboffensive sollte es immer sein, eine Zielgruppe wieder an den Arbeitsmarkt heranzuführen.

 

Positiver Trend für 2021

Ganz im Gegensatz zur Aktion 20.000 kann das Arbeitsministerium einen positiven Trend vorweisen: Trotz pandemiebedingter Einschränkungen wurden im bisherigen Jahr 2021 bereits an die 14.000 Personen über eine Eingliederungsbeihilfe beschäftigt, etwa 8.000 Personen standen in einem Transitarbeitsverhältnis in einem Beschäftigungsprojekt.

Rund 5.800 Personen wurden bereits Rahmen der Kombilohnbeihilfe gefördert – nicht zuletzt dank des speziell auf Grund von Corona eingeführten Neustartbonus.

Foto: BKA/ Andy Wenzel
Ex-Bundeskanzler Christian Kern; Foto: BKA/ Andy Wenzel
Für welche Aufgaben und Arbeiten kann künstliche Intelligenz menschliche Arbeitskraft ersetzen? Der drängenden Frage sollte mit Souveränität begegnet werden, argumentiert Rudolf Taschner. Foto (mit KI-Hilfe erstellt): ccnull.de / Marco Verch

Künstliche Intelligenz – Fortschritt und Souveränität

Lesen bildet - aber Bildung und Ausbildung sollten unterschieden werden, schreibt Rudolf Taschner in seinem Essay "Bildung - ein Missverständnis". Fotos: ÖNB / Klaus Pichler

Rudolf Taschner: “Bildung – ein Missverständnis”

Was kann und was soll Künstliche Intelligenz? Rudolf Taschner, Mathematiker und Wissenschaftssprecher der ÖVP, erläutert in einem Essay, worum es geht. Foto: Pixabay / AllThatChessNow, ai-generated

Was kann und was soll Künstliche Intelligenz

Rudolf Taschner zieht eine positive Zwischenbilanz: Die Lehrerausbildung wird in Österreich nach vielen Jahren reformiert Das wirkt, denn der Lehrermangel ist gemildert. Foto: istock/skynasher

Taschner zu den Früchten der Bildungspolitik: Mangel an Lehrern gemildert

In seinem Gastbeitrag für Zur-Sache spricht sich Oecolution Geschäftsführer Christian Tesch für Investitionen in den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur in Österreich aus. Foto: istock/gettinthere

Österreich könnte beim Wasserstoff zum europäischen Drehkreuz werden

Wissenschaft ermöglich ständig wachsenden Wohlstand für alle, sagt der Wissenschaftler und Bildungssprecher der ÖVP, Rudolf Taschner. Er erläutert die Wege zu einer guten Wissenschaft, warnt vor Abwegen und appelliert an die Wissenschaftspolitik. Foto: Infineon (Linz)

Rudolf Taschner über Wissenschaftspolitik – Wege und Abwege