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Hattmannsdorfer: „Zollkrieg bringt niemandem etwas“

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer traf den neuen US-Botschafter in Österreich und betonte, dass ein Zollkrieg niemanden etwas bringe. Foto: BKA/Regina Aigner

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer traf den neuen US‑Botschafter in Österreich Arthur Graham Fisher zu dessen Antrittsbesuch. Im Zentrum des Gesprächs standen die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen, die aktuelle Zolldebatte und die Sicherung von Wettbewerbsfähigkeit und Investitionen in beiden Ländern.

 

USA für Hattmannsdorfer ein „bedeutender Partner“ Österreichs

„Ein Zollkrieg bringt niemandem etwas. Die Vereinigten Staaten sind für Österreich ein bedeutender strategischer Wirtschaftspartner und nach Deutschland unser zweitwichtigster Exportmarkt. Gerade in herausfordernden Zeiten gilt: Wir brauchen mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit, nicht weniger. Offene Märkte, faire Wettbewerbsbedingungen und Planbarkeit sind die Grundlage für Wachstum und Beschäftigung – auf beiden Seiten des Atlantiks“, so der Wirtschaftsminister in einer Aussendung am Montag.

 

Heißes Eisen: Stahl‑ und Aluminiumzölle

Hattmannsdorfer wies im Gespräch mit dem US-Botschafter auf die mögliche Rücknahme einzelner US‑Zölle für Stahl‑ und Aluminiumprodukte hin und betonte die Bedeutung stabiler Rahmenbedingungen. Die Diskussion in den USA – auch mit Blick auf mögliche Auswirkungen auf Verbraucherpreise und Lieferketten – zeige, wie sensibel und folgenreich handelspolitische Maßnahmen seien. „Zölle und Handelsbarrieren sind kein Instrument für Aufschwung. Sie verteuern Investitionen, schwächen Lieferketten und können letztlich auch Konsumenten belasten. Unser gemeinsames Ziel muss fairer Marktzugang, Planbarkeit und ein regelbasierter internationaler Handel sein“, so Hattmannsdorfer.

 

Enge Wirtschaftsverflechtung Österreich – USA

Die wirtschaftliche Verflechtung zwischen Österreich und den USA ist eng. Die Zolldebatten der vergangenen Monate sind jedoch schon spürbar:

  • Die österreichischen Warenexporte in die USA beliefen sich von Jänner bis November 2025 auf 11,85 Mrd. Euro (–21,4 %, u. a. infolge neuer Zollmaßnahmen)
  • Die USA sind mit einem Anteil von 6,8 % die zweitwichtigste Exportdestination Österreichs
  • Österreichische Direktinvestitionen in den USA betragen 23,9 Mrd. Euro und sichern mittlerweile mehr als 70.000 Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten
  • US-Unternehmen beschäftigen in Österreich rund 18.870 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Die USA sind der viertgrößte Investor in Österreich

 

Strategische Ausrichtung mit neuer Industriestrategie

Hattmannsdorfer betonte, dass Österreich im Rahmen der Industriestrategie 2035 auf Wettbewerbsfähigkeit, wirtschaftliche Resilienz und Innovationskraft setze. Gleichzeitig sei eine enge transatlantische Abstimmung – insbesondere bei Energiefragen, Zukunftstechnologien und Exportkontrollen – von zentraler Bedeutung. „Österreich steht für Verlässlichkeit, Qualität und langfristige Partnerschaften. Wenn wir auf Offenheit, faire Wettbewerbsbedingungen und gegenseitiges Vertrauen setzen, stärken wir unsere Wirtschaftsbeziehungen und schaffen die Grundlage für nachhaltigen Aufschwung für alle Beteiligten.“

 

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