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Landwirtschaft: Stocker und Totschnig nennen Hilfen

Im Landwirtschaftsministerium werden Daten zu Wetter und Klima analysiert, die Lage der Landwirtschaft beraten: Es folgen konkrete Hilfen. Foto: Alexander Haiden, BMLUK

Die anhaltende Trockenheit stellt die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. „Deshalb wird es ein Maßnahmenpaket geben, um die Landwirtschaft zu unterstützen“, kündigen Bundeskanzler Christian Stocker und Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig an.

 

Starke Trockenheit prägt Verhältnisse

Sollte sich die Wetterlage nicht nachhaltig entspannen, könnte 2026 das trockenste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen werden, heißt es in einer Analyse des Agrarressorts.

 

Hohe Einbußen und Schäden

Erste Schätzungen gehen bei der Getreideernte von Ertragseinbußen von durchschnittlich rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus.

Besonders dramatisch ist die Lage im Grünland: Auf zahlreichen Futterflächen drohen Ausfälle von bis zu 50 Prozent.

Auch bei Mais, Erdäpfel, Soja, Zuckerrüben und Kürbis zeichnen sich massive Ernteeinbußen ab. Bereits jetzt kommt es in einzelnen Regionen zu vorgezogenen Almabtrieben, Futter- und Wassermangel sowie ersten Notverkäufen und Schlachtungen von Rindern.

So funktioniert Unterstützung

Das bewährte österreichische System der landwirtschaftlichen Risikoversicherung bildet die erste Säule der Unterstützung. Gleichzeitig arbeitet die Bundesregierung im Austausch mit den Bundesländern an einem zusätzlichen Maßnahmenpaket für die betroffenen Betriebe. Die interministerielle Arbeitsgruppe im Bundeskanzleramt unterstreicht die ernste Lage für die Landwirtschaft. Eine erste bezifferte Schadensbilanz wird die Österreichischen Hagelversicherung in der kommenden Woche vorlegen, was die Grundlage für die weitere Unterstützung sein wird.

„Die anhaltende extreme Trockenheit stellt viele bäuerliche Familienbetriebe vor große Herausforderungen. Deshalb wird es ein Maßnahmenpaket geben, um die Landwirtschaft zu unterstützen“, so Stocker und Totschnig.

 

Bundeskanzler Christian Stocker: Gespräche in allen Bundesländern (Bild: in der Steiermark). Foto: Jakob Glaser

Kanzler Christian Stocker: Gespräche in allen Ländern (Bild: in der Steiermark). Foto: J. Glaser

Kanzler Stocker zur Lage: „Wir nehmen die Berichte über Dürreschäden sehr ernst. Als Bundesregierung stehen wir fest an der Seite unserer Landwirtinnen und Landwirte. Wir werden die Landwirtschaft dort unterstützen, wo das notwendig ist. Das reicht von der Aufrechterhaltung der Liquidität bis zur Kompensation der Schäden. Der Landwirtschaftsminister wird die konkreten Maßnahmen in Abstimmung mit dem Finanzminister vorstellen.“

 

Erste Entlastungen angelaufen: Agrarminister Norbert Totschnig. Foto: Paul Gruber

Erste Entlastungen angelaufen: Agrarminister Norbert Totschnig. Foto: Paul Gruber

„Die ersten Entlastungen sind bereits umgesetzt“, sagt dazu Totschnig. „Erleichterungen beim Agrarumweltprogramm ÖPUL und der Ausgleichszulage vergrößern den Spielraum für die Betriebe. Nun geht es darum, die Liquidität besonders betroffener Höfe zu sichern und dort zu helfen, wo die Schäden besonders schwer wiegen.“

Besonders betroffene Betriebe müssen rasche Liquiditätshilfen erhalten, sobald die tatsächlichen Schäden feststehen. „Auf dieser Basis werden wir den Bedarf zusätzlicher Mittel prüfen. Dabei können auch Mittel aus dem Katastrophenfonds des Bundesministeriums für Finanzen eine Rolle spielen“, so Totschnig.

 

Die Bauern sollen für die Schäden wegen Hitze und Trockenheit Hilfen erhalten, kündigte Bundeskanzler Christian Stocker an. Die konkrete Lösung werde vom Landwirtschafts- und vom Finanzminister präsentiert. Foto: Pixabay / Alexa

Die Sonnenscheindauer geht wieder zurück, doch die Trockenheit bleibt. Foto: Pixabay / Alexa

Grundsätzlich verfügt Österreich über eines der leistungsfähigsten Systeme Europas zur Risikoversicherung. Dank der hohen Versicherungsraten sowie der professionellen Schadensabwicklung erhalten betroffene Betriebe rasch Unterstützung. Bund und Länder gewähren gemeinsam einen Prämienzuschuss von 55 Prozent. Dafür wurden im Jahr 2025 rund 160 Mio. Euro aufgewendet. Dieser Betrag wird in den nächsten Jahren voraussichtlich deutlich steigen.

Stocker und Totschnig: „Unsere Bäuerinnen und Bauern sichern Tag für Tag die Versorgung mit regionalen und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln. In dieser außergewöhnlichen Situation stehen wir fest an ihrer Seite. Sie dürfen mit den Folgen dieser extremen Trockenheit nicht im Stich gelassen werden.“

Im Landwirtschaftsministerium finden derzeit tägliche Lagebesprechungen statt. Die Ergebnisse fließen unmittelbar in die Arbeit des Krisensicherheitsbüros im Bundeskanzleramt sowie der eingerichteten interministeriellen Arbeitsgruppe ein. Damit ist sichergestellt, dass die Lage laufend bewertet und die erforderlichen Unterstützungsmaßnahmen rasch vorbereitet werden.