Europa- & Aussenpolitik

Polaschek knüpft in Schweden am Netz der Forscher

Kontakte und Netzwerke: Wissenschaftsminister Martin Polaschek besucht in Stockholm die Nobelstifung und das Nobelpreismuseum, mit Direktorin Vidar Helgesen. Foto: Björn Hälsningar

Bildungs- und Wissenschaftsminister Martin Polaschek nahm diese Woche am informellen Treffen der EU-Forschungsminister in Stockholm teil. Polaschek verband diese Reise mit einer Reihe von weiteren Terminen in Schweden, um Modelle nach Österreich zu holen und am Netzwerk der Forscher zu knüpfen.

 

Vertrauen in Demokratie und Wissenschaft stärken

Bereits im Dezember war der Bildungsminister anlässlich der Nobelpreisverleihung an den Physiker Anton Zeilinger in Stockholm. Seit Montag hält sich Polaschek im hohen Norden auf und absolviert zahlreiche bilaterale Termine.  Am Montagnachmittag besuchte der gelernte Rechtshistoriker Polaschek das „Forum för levande historia“ (Forum für lebendige Geschichte), eine Einrichtung des schwedischen Kulturministeriums zur Förderung von Demokratie, Menschenrechten und Toleranz.

„Ich habe die Stärkung des Vertrauens in die Wissenschaft und Demokratie zu einem der Schwerpunkte meines Ressorts erklärt und wir setzen derzeit unseren 10-Punkte-Plan um. Um zielgerichtet Maßnahmen zu setzen, holen wir uns auch Ideen aus der Wissenschaftscommunity und von anderen Staaten – so wie von Schweden, wo das Vertrauen besonders hoch ist“, so Polaschek anlässlich seines Besuchs, der sich vor Ort mit der Generaldirektorin des Forums für lebendige Geschichte, Petra Mårselius, zu den nationalen Maßnahmen austauschte.

 

Polaschek: „Müssen Wissenschaft vor den Vorhang holen“

Am Dienstag stand mit der Vizebürgermeisterin für Bildung Emilia Bjuggren der Besuch der Schule „Södermalmsskolan“ an. Ein Besuch der Nobelpreisstiftung und Gespräch mit Direktor Vidar Helgesen stand ebenso auf dem Programm. Anlässlich der Verleihung des Nobelpreises an Anton Zeilinger nahm Polaschek im Dezember an der Verleihung als Vertreter der Republik Österreich teil. Zeilinger ist der 19. Nobelpreisträger, der innerhalb der Grenzen der heutigen Republik Österreichs geboren ist.

„Die Verleihung des Nobelpreises an Anton Zeilinger hat der Wissenschaft in Österreich einen weiteren Schwung verliehen. Zeilinger ist Aushängeschild, wenn es um den Wissenschafts- und Forschungsstandort Österreich geht und ein Vorbild für Jungforscherinnen- und –forscher weltweit. Der Nobelpreis mach exzellente Forschung sichtbar und ist das internationale Pendent des Wittgenstein-Preises in Österreich. Unser gemeinsames Ziel ist es, Wissenschaft vor den Vorhang zu holen und das Vertrauen zu stärken. Dabei werden wir Synergien nutzen und unsere Erfahrungen austauschen“, so der Wissenschaftsminister.

 

Europäische Kooperation der Wissenschaft

Im Zuge seiner Dienstreise wurden bilaterale Gespräche mit der schwedischen Ministerin für Schule, Lotta Edholm, und dem schwedischen Minister für Bildung, Mats Persson, geführt. Am Mittwoch nahm Polaschek am informellen Treffen der Forschungsministerinnen und Forschungsminister der EU, Islands, Norwegens und der Schweiz teil.

Inhaltlich stehen die Forschungsinfrastrukturen und Open Science im  Fokus der Wissenschaftsminister. „Forschungsinfrastrukturen sowie die European Open Science Cloud zeigen sehr eindrücklich den Mehrwert der europäischen Zusammenarbeit im Forschungsbereich“, so Polaschek.

Als konkrete Beispiele nannte er das Biobanken-Netzwerk BBMRI in seiner Heimatstadt Graz sowie die im Aufbau befindliche Forschungsinfrastruktur im Bereich Demokratieforschung (Monitoring Electoral Democracy), wo Österreich die Ansiedlung des Hauptquartiers an der Universität Wien unterstützt.