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Nach Weinkeller-Affäre: Ruck tritt als Wiener Kammerpräsident zurück

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) kommt ein enger Partner abhanden. Walter Ruck erklärte nach dem Parteiausschluss aus der ÖVP und dem gestiegenen Druck der vergangenen zwei Wochen seinen Rücktritt. Foto: WKO
Walter Ruck legt seine Ämter als Präsident der Wirtschaftskammer Wien und Obmann des Wiener Wirtschaftsbundes zurück und zieht sich ins Privatleben zurück. Das gab er nach übereinstimmenden Medienberichten am Donnerstag in einer Vorstandssitzung des Wirtschaftsbundes Wien bekannt. Seine Nachfolge übernimmt Margarete Kriz-Zwittkovits, die sowohl Obfrau des Wiener Wirtschaftsbundes als auch Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien werden soll.

 

Gesprächsprotokolle brachte Ruck unter Druck

Auslöser waren geleakte Gesprächsprotokolle, die vor rund zwei Wochen öffentlich wurden und Ruck massiv unter Druck gesetzt hatten. In den kolportierten Aufzeichnungen ging es um Postenbesetzungen sowie abfällige Aussagen über Frauen, Industrievertreter und Parteikollegen. Die Veröffentlichungen lösten tagelange, parteiübergreifende Kritik und Rücktrittsforderungen aus – unter anderem von WKO-Präsidentin Martha Schultz, Bundeskanzler Christian Stocker und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer. Die ÖVP schloss Ruck bereits vergangenen Freitag aus der Partei aus (Zur-Sache berichtete)

Bis kurz zuvor ist aus dem Umfeld von Ruck ein Rücktritt ausgeschlossen worden ein Rücktritt war ausgeschlossen worden. Auch Wiens Bürgermeister Michael Ludwig hatte erklärt, mit keinem Rückzug zu rechnen.

 

Nachfolgerin spricht von „nachvollziehbaren Irritationen“

Seine Nachfolgerin Kriz-Zwittkovits kündigte in einer Aussendung einen Neubeginn an. Die Ereignisse der vergangenen Wochen hätten „zu nachvollziehbaren Irritationen geführt“, so die neue Präsidentin in einer ersten Reaktion. Ihre Aufgabe sehe sie darin, rasch verlorenes Vertrauen wiederherzustellen und den laufenden Reformprozess umzusetzen.