Dem Nachrichtenmagazin "Profil" liegen Auszüge der offiziellen Gutachten der Wien Energie vor. Unter anderem seien in einer Vorstandssitzung im Dezember 2021 bereits mögliche Liquiditätsprobleme bei der Wien Energie ein Thema gewesen. Foto-Montage: Wikimedia, Canva, Bwag

Causa Wien Energie: Die von der Stadt Wien in Auftrag gegebenen Gutachten angesehener Wirtschafts- und Anwaltskanzleien zeigen neue Erkenntnisse auf. Diese Gutachten, publiziert von „profil“, belegen unter anderem mögliche Liquiditätsengpässe der Wien Energie im Jahr 2021. Damit hätten die Stadt Wien und die Wien Energie früh genug von den Schwierigkeiten gewusst und die „Existenzbedrohung nicht wahrgenommen“. Das sei der Beginn einer nächste Episode im Skandal Wien Energie, so die Wiener Volkspartei

 

Gutachten äußern Kritik

Bürgermeister Ludwig musste sich am Mittwoch den Vorwürfen rund um die Wien Energie im Gemeinderat stellen. Er erklärte, alles sei korrekt abgelaufen, sowohl im Rathaus als auch bei der Wien Energie.

Das Nachrichtenmagazin „Profil“ veröffentlichte einen Bericht zu den drei Gutachten, die vom Vorsitzenden des Wien Energie Aufsichtsrates Peter Weinelt in Auftrag gegeben wurden. Hier geht es zum ganzen Bericht „Gutachten zu Wien Energie: Existenzbedrohung nicht wahrgenommen“.

Erstellt wurden die Gutachten von der Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer, der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC und der Investment-Gesellschaft Ithuba Capital. Bei der Präsentation der Gutachten beharrte Weinelt darauf, dass jene keine Spekulationsgeschäfte erkannt hätten und das Risikomanagement der Wien Energie gut funktioniert hätte. „Profil“ hat nun Stellen aus den Gutachten offengelegt – diese zeigen das Gegenteil und drücken Kritik an den Vorgängen im Unternehmen aus.

 

„Existenzbedrohung nicht wahrgenommen“

Unter anderem sei in den Gutachten festgestellt worden, dass die Wien Energie noch vorsichtiger auf das Marktrisiko hätte reagieren können. Weiters hätte sich das Unternehmen auf die neuen Geschäftsgegebenheiten nicht umfassend genug eingestellt. Zusätzlich seien die eingereichten Information der Wien Energie und der Stadtwerke an die Finanzprokuaratur nicht ausreichend. Deshalb müsse ein neuer, vertiefter Bericht übersendet werden.

Klubobmann Markus Wölbitsch reagierte umgehend auf den „profil“-Bericht: „Kaum ein Tag vergeht, ohne dass die Verteidigungsstrategie der Wiener Stadtregierung deutliche Kratzer davonträgt. Denn nun ist es offensichtlich auch endgültig. Der von der Wiener Stadtregierung behauptete Persilschein für die Wien Energie ist definitiv kein Persilschein“, so Wölbitsch.

 

Wien Energie: Mögliche Liquiditätsengpässe seit 2021

Laut PwC seien mögliche Liquiditätsengpässe der Wien Energie bereits in einer Aufsichtsratssitzung am 17. Dezember 2021 Thema gewesen sein.

Das lässt an den offiziellen Behauptungen Ludwigs zweifeln, erklärte Wölbitsch. Denn bei dessen Aussagen sei wiederholt betont worden, dass die steigenden Energiepreise die Ursache für die Zahlungsschwierigkeiten seien. Fragwürdig sei weiters, dass die politisch Verantwortlichen von den Liquiditätsengpässe nichts mitbekommen hätten, so der VP Wien Klubobmann.

“Der Skandal weitet sich immer mehr aus. Anstatt aufzuklären, übt sich die Stadtregierung jedoch in Täuschungsmanövern. Die von uns initiierte U-Kommission wird für die nötige Aufklärung sorgen“, so Wölbitsch abschließend.

 

Alle Infos zur Causa Wien Energie hier. 

Dem Nachrichtenmagazin "Profil" liegen Auszüge der offiziellen Gutachten der Wien Energie vor. Unter anderem seien in einer Vorstandssitzung im Dezember 2021 bereits mögliche Liquiditätsprobleme bei der Wien Energie ein Thema gewesen. Foto-Montage: Wikimedia, Canva, Bwag
Dem Nachrichtenmagazin "Profil" liegen Auszüge der offiziellen Gutachten der Wien Energie vor. Unter anderem seien in einer Vorstandssitzung im Dezember 2021 bereits mögliche Liquiditätsprobleme bei der Wien Energie ein Thema gewesen. Foto-Montage: Wikimedia, Canva, Bwag

Wien Energie