KIRAS und FORTE sind zwei Forschungsprogramme für zivile und für militärische Sicherheit gegen digital geführte Angriffe. Foto: Screenshot kiras.at

Österreich steigert die digitale Sicherheit. Neue Programme unterstützen die Erkennung von Fälschungen und die Abwehr von Attacken. Die Sicherheits- und die Verteidigungsforschung werden gefördert, gab Staatssekretär Florian Tursky bekannt. Das Finanzressort arbeitet bereits an den Anträgen für die nächsten Jahre.

 

KIRAS ist ein Programm der zivilen Sicherheitsforschung, FORTE dient der  Verteidigungsforschung. Für die Jahre 2021 und 2022 werden 37 Projekte österreichischer Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit 14 Mio. Euro unterstützt, um die Sicherheit Österreichs zu erhöhen.

 

Sicherheitsforschung gegen Deep Fakes

Durch das Sicherheitsforschungsprogramm KIRAS wurde das Projekt „defalsif-AI“ des Austrian Institute of Technology (AIT) gefördert. Dieses soll mittels künstlicher Intelligenz Falschinformationen in der audiovisuellen Medienforensik erkennen. Projekte wie diese überprüfen Bilder, Videos und Tonspuren auf deren Glaubwürdigkeit und Authentizität hin. Sie werde wegen der steigenden Anzahl von Deep Fakes immer bedeutender.

Die Bundesregierung hat am 25. Mai 2022 einen Aktionsplan Deepfake beschlossen und an den Nationalrat geleitet (Zur-Sache berichtete).

In der zivilen Sicherheitsforschung wurden 23 Projekte im Bereich der Cyber-Sicherheit, Grundversorgung und Sicherung von Versorgungsketten, Krisen- und Katastrophenmanagement mit über 9 Mio. Euro gefördert.

 

Verteidigungsforschung für Navigation

Das FORTE-Projekt „SENSOR“ soll die Bedrohung der globalen Satellitennavigationssysteme vermindern, die im Rahmen der militärischen Einsatzführung unerlässlich sind. Systeme für eine sichere und robuste Positionierung, Navigation und Zeitplanung sind entscheidend für eine Einsatz und Schutz der Kräfte. Mit „SENSOR“ werden Know-How und technische Entwicklungen konsolidiert und integriert.

Im Bereich der Verteidigungsforschung wurden 14 Projekte im Bereich Cyber-Defence, Führungsinformationssysteme, ABC-Abwehr, Robotik, militärischer Drohnen-Abwehr und Bioforensik mit einer Gesamtfördersumme von 5 Mio. Euro gefördert.

 

Staatssekretär Florian Tursky: Mit neuer Forschung mehr zivile und militärische Sicherheit. Foto: BKA/Christopher Dunker

Staatssekretär Florian Tursky: Mit neuer Forschung mehr zivile und militärische Sicherheit. Foto: BKA/Christopher Dunker

Kriminelle nutzen das Internet

„Viele Lebensbereiche verschieben sich immer mehr in den digitalen Raum, das haben auch Kriminelle erkannt und ihre illegalen Aktivitäten ins Netz verlagert. Durch die Forschung mit KIRAS und FORTE werden Projekte gefördert, die den Sicherheitsbehörden alltagstaugliche Werkzeuge für die Sicherheit Österreichs – speziell auch im Cyber-Raum – zur Verfügung stellen“, so der Staatssekretär für Digitalisierung und Telekommunikation, Florian Tursky.

„Die Entwicklung neuester Technologien schreitet rasant voran, daher ist es umso wichtiger, dass das Bundesheer für die Erfüllung seiner Einsätze eine innovative Forschung betreibt“, erklärt dazu Verteidigungsministerin Klaudia Tanner. Forschungen in Cyber-Defence, autonomer Systeme oder militärspezifischer Kommunikations- und Führungsinformationssysteme sind für die Streitkräfte äußerst bedeutsam.

 

Finanzministerium koordiniert

Die Zuständigkeit für die Sicherheits- und die Verteidigungsforschung sind heuer an das Bundesministerium für Finanzen gegangen. Die Konzentration sämtlicher sicherheitspolitischer Forschungsförderungen des Bundes im Finanzministerium senkt bei gleichzeitiger Effizienz-Maximierung die Abwicklungskosten auf ein Minimum. Auch für 2022/23 wird im Bundesministerium für Finanzen bereits an den nächsten KIRAS & FORTE-Ausschreibungen gearbeitet.

Informationen zu KIRAS und FORTE unter: https://www.kiras.at/

Informationen zum Aktionsplan gegen Deep Fakes: