Europa- & Aussenpolitik

EU-Regelung zu Einheimischentarifen rückt einen Schritt näher

Die EU will das Thema Einheimischentarife angehen. Besonders Skigebiete begrüßen die Ankündigung. Foto: istock/Carso80

Das Thema Einheimischentarife könnte nun doch eine positive Wendung nehmen und von der EU neu geregelt werden. Österreich setzt sich schön länger massiv für eine EU-konforme Regelung ein. Nun scheint Bewegung in die Sache zu kommen.

 

Die jüngste Entscheidung der EU zur Consumer Agenda 2030 lässt besonders die Tourismusbranche hoffen. Im Rat wurde einstimmig beschlossen, die Europäische Kommission zu einer novellierten Geoblocking‑Verordnung aufzufordern, die eine unionsrechtskonforme Lösung für Einheimischentarife ermöglichen soll.

 

Druck von Hattmannsdorfer und Mattle

ÖVP-Nationalratsabgeordneter und Seilbahnvertreter Franz Hörl erklärte am Freitag, dass dieser Beschluss ein „großer Schritt in die richtige Richtung“ sei und zeige, wie ernst Österreich die Anliegen seiner Tourismusregionen nehme. Er verwies auf den Einsatz von Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer in Brüssel sowie die Unterstützung durch Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner und Tirols Landeshauptmann Anton Mattle, die ein starkes Signal für Fairness und Hausverstand im europäischen Binnenmarkt setzten.

Der Ratsbeschluss eröffnet demnach erstmals politischen Spielraum, um rechtskonforme Lösungen für Einheimischentarife zu prüfen. Die bisher geltende Geoblocking‑Verordnung untersage Preisunterschiede nach Wohnsitz, was in vielen stark frequentierten Tourismusregionen als Herausforderung wahrgenommen wird.

 

Hörl sieht Etappensieg

„Gerade in stark frequentierten Regionen tragen Einheimische den Tourismus maßgeblich mit: durch Investitionen, Engagement in Vereinen und Betrieben sowie durch die tägliche Mitgestaltung der regionalen Identität“, erklärte Hörl. Eine faire Regelung für Einheimischentarife würde nach seiner Aussage nicht nur die Lebensqualität vor Ort stärken, sondern auch das Miteinander zwischen Gästen und Bevölkerung nachhaltig sichern.

„Der Tourismus ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor für Österreich. Umso wichtiger ist es, dass Wertschöpfung und Vorteile ausgewogen verteilt werden. Der gestrige Beschluss ist ein bedeutender Etappensieg auf diesem Weg“, unterstrich Hörl.