Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer übergibt sein Amt an Christopher Drexler (Bild: ORF-Interview 2017). Foto: Wikimedia/Georg Taschl

Der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer wird Anfang Juli das Amt an Christopher Drexler übergeben. Dies gab Schützenhöfer in bewegten Worten am Freitag vormittags am Amtssitz auf der Grazer Burg bekannt. Der Landesparteivorstand der ÖVP war informiert, tritt Freitag nachmittags zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen.

 

Überraschend angesetzte Erklärung

Hermann Schützenhöfer war sichtlich emotional bewegt, als er eine – für die Öffentlichkeit überraschend angesetzte – Erklärung abgab.

Er stehe im 71. Lebensjahr, sei seit mehr als 51 Jahren in der Politik und seit 22 Jahren Mitglied der Landesregierung der Steiermark. Sein Ziel sei es gewesen, die Position des Landeshauptmanns zu erobern, aber ebenfalls, für eine geordnete Amtsübergabe zu sorgen. Dies – geordnete Übergaben – seien weder im Land noch im Bund der Regelfall, merkte er an, manche Rücktritte seien „überfallsartig“ erfolgt. Für ihn und für die Steiermark sei jetzt der Zeitpunkt der Übergabe, der LH-Wechsel soll Anfang Juli erfolgen.

 

Stets den Dialog geführt

Schützenhöfer verwies auf die politische Arbeit – auch die Grundsatzarbeit seiner Gemeinschaft, der Volkspartei – für die Steiermark. Er nannte beispielhaft die überdurchschnittliche Forschungsquote und die unterdurchschnittliche Arbeitslosenrate der Steiermark. Es sei vieles gelungen, trotz des Umstandes, dass die politische Arbeit seit März 2020 im wesentlichen von der Bekämpfung der Pandemie bestimmt gewesen sei. Allerdings habe er, Schützenhöfer, dabei immer selbst erfüllt, was er von anderen verlangt habe, nämlich den Dialog zu führen.

 

Amtsübergabe im Juli

Die Amtsübergabe habe er lange vorbereitet, sagte Schützenhöfer in der kurzen Erklärung vor Medienvertretern. Die Steiermark benötige für die Zukunft weiterhin eine Persönlichkeit mit Energie und Schwung, daher habe er in der Politik bereits sehr erfahrenen Landesrat Christopher Drexler als Nachfolger gewählt und werde diesen den Gremien vorschlagen: „Ich wüsste niemanden in Österreich, der dafür besser geeignet wäre“, sagte Schützenhöfer.

Sein Rückzug aus dem Amt erfolgt „schweren Herzens“, denn er sei „mit Leib und Seele“ politisch tätig gewesen, aber auch „guten Gewissens“, denn die Nachfolge erfolge geordnet.