Klare Ansagen bei ÖAAB Reformprozess: „Wer arbeitet darf nicht der Dumme sein!“

V.l.: Wöginger, Riener und Drexler bei der Pressekonferenz in Graz. - Foto: ÖAAB
V.l.: Wöginger, Riener und Drexler bei der Pressekonferenz in Graz. - Foto: ÖAAB

VP-Klubobmann August Wöginger tourt als Bundesobmann des ÖVP-Arbeitnehmerbundes (ÖAAB) durch Österreich. Dabei werden im Zuge des ÖAAB-Reformprogrammes neue Antworten auf die Veränderungen der Arbeitswelt diskutiert. Am Freitag präsentierten Wöginger, der steirische Landesrat Christoph Drexler sowie die ÖVP-Klubobfrau im steirischen Landtag, Barbara Riener, die Ergebnisse aus dem Themenbereich „Arbeit, Standort und Jobs der Zukunft“.

 

Leistung muss sich lohnen und darf nicht bestraft werden

Insgesamt haben sich rund 350 Personen aus ganz Österreich aktiv in den inhaltlichen Reformprozess eingebracht. Das fertige Programm wird am 2. Oktober den Delegierten beim Bundesparteitag präsentiert. Am Freitag stellten Wöginger, Drexler und Riener in Graz den Themenbereich „Arbeit, Standort und Jobs der Zukunft“ vor. Für die Ausarbeitung dieses Themengebiets war der ÖAAB Steiermark verantwortlich.

Eine zentrale Bedeutung hat für den ÖAAB, dass sich Leistung lohnen muss. „Wer arbeitet darf nicht der Dumme sein“, so Wöginger auf der Pressekonferenz. Eine konkrete Forderung dazu ist etwa die Lohnsteuersenkung, die kleine und mittlere Einkommen entlasten soll.

Ein erster Schritt dazu erfolgte bereits mit der Senkung der ersten Steuertarifstufe auf 20 % im vergangenen Jahr, wie Klubobmann Wöginger betonte.

 

Mitarbeiterbeteiligung als Erfolgsprämie

Auch der steirische Landesrat Christoph Dexler stieß auf der Pressekonferenz in das gleiche Horn wie Wöginger. „Der Mensch lebt nicht um zu arbeiten, arbeitet nicht nur um zu leben, sondern findet in der Arbeit einen Teil seiner Selbstverwirklichung“, so Drexler zur Vision des ÖAAB.

Aus diesem Grund sollte auch Mehrarbeit nicht höher besteuert werden, sondern belohnt. Wenn ein Unternehmen Gewinne macht sollen Beschäftigte daran beteiligt sein. Aus diesem Grund fordert der ÖAAB auch eine Mitarbeiterbeteiligung die als Erfolgsprämie etabliert werden soll. „Dabei sollen bis zu 3000 Euro vom Arbeitgeber steuer- und sozialabgabenfrei an Arbeitnehmer ausgezahlt werden“, so Drexler. Zudem würde eine Mitarbeiterbeteiligung auch einen Standortvorteil für Unternehmen in Österreich bringen, da sie einen zusätzlichen Anreiz für Fachkräfte schafft.

 

Aus- und Weiterbildung im Fokus

Das Thema Aus- und Weiterbildung stand auf der Pressekonferenz in Graz auch groß auf der Agenda. „Je schneller sich die Arbeitswelt verändert, desto wichtiger wird die Aus- und Weiterbildung“, so die VP-Klubobfrau im steirischen Landtag, Barbara Riener. Die Ausbildung endet nicht mit der Schule oder mit der Lehrzeit. „Lebensbegleitendes Lernen muss zur Selbstverständlichkeit werden. Es ist daher unerlässlich, die Inanspruchnahme von Bildungskarenz zu fördern“; betonte Riener.

Dabei hob die VP-Klubobfrau und ÖAAB-Funktionärin die Bildungskarenz hervor, die es Arbeitnehmern ermöglicht, über einen längeren Zeitraum „gezielt an der persönlichen Weiterbildung“ zu arbeiten. Dabei sei das aktuelle Modell aber „zu starr“. Gefordert sei daher eine „Flexibilisierung des Systems, um Menschen individuelle Modelle anbieten zu können, die ihren Bedürfnissen entsprechen“.

Arbeitnehmer erhöhen ihren Wert am Arbeitsmarkt durch zusätzliche Qualifikationen noch weiter. Daher sei die Ausbildung immer der Schlüssel für ein erfolgreiches Erwerbsleben.

 

Lehre muss am Puls der Zeit sein

Um das duale Ausbildungssystem beneiden uns viele Länder. „Eine regelmäßige Evaluierung der Lehrberufslandschaft gehört aber auch dazu“, betonte Riener. Konkret: „Es müssen dringend Maßnahmen gesetzt werden, um die Lehre in Österreich weiter zu attraktiveren und weiterzuentwickeln. Die Bundesregierung hat hier schon viel getan – die nächsten Schritte müssen folgen.“