Schulstart im Herbst: So rüsten sich Österreichs Bildungseinrichtungen

Foto: iStock/Elmar Gubisch
Foto: iStock/Elmar Gubisch

Zur Wochenmitte präsentierte Bildungsminister Heinz Faßmann ein umfangreiches Bildungskonzept für den Schulstart. Zur-Sache informiert über die wichtigsten Punkte des Konzepts.

 

Sicherheitsphase

In rund 5 Wochen öffnen in Österreichs Osten wieder die Schulen. Zur Vorbereitung auf diese Zeit hat Minister Faßmann daher ein detailliertes Konzept zu den Corona-Regelungen im Schulbetrieb präsentiert.

Das Wintersemester in Österreichs Schulen wird mit einer sogenannten „Sicherheitsphase“ beginnen. Das bedeutet im Konkreten, dass Abwasseranalysen vorgenommen werden und alle Schüler in den ersten beiden Schulwochen 3 Mal getestet werden – auch wenn sie bereits eine Impfung erhalten haben. In dieser Zeit tragen auch alle außerhalb der Klassenzimmer eine Maske. Zudem müssen ungeimpfte Lehrkräfte auch Maske im Klassenraum tragen.

Faßmann betonte bei der Pressekonferenz am Mittwoch, dass im neuen Schuljahr der Unterricht kontinuierlich stattfinden soll. Großflächige Schulschließungen und Schichtunterricht sind im neuen Schuljahr nicht geplant.

 

Bildungsminister Heinz Faßmann. Foto: BKA/ Andy Wenzel

Bildungsminister Heinz Faßmann. Foto: BKA/ Andy Wenzel

 

Die vier Säulen des Sicherheitskonzeptes

Das Sicherheitskonzept für die Schulen baut auf vier Säulen, wie Faßmann erklärte.

 

1. Frühwarnsystem

In Kooperation mit der TU Wien und der Universität Innsbruck werden bei 116 Kläranlagen in ganz Österreich regelmäßig Abwasseranalysen durchgeführt. Somit soll die Corona-Risikolage überwacht werden. Dadurch kann man im Ernstfall frühzeitig reagieren und bei erhöhter Risikolage, Schulen und elementarpädagogische Einrichtungen der Gemeinde oder Region warnen und regional agieren. Das bedeutet, dass man mit Masken und Tests eine Ausbreitung des Virus vorbeugen wird können.

Das Ziel ist, mithilfe dieses Projektes das bestehende Repertoire an Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung zielgerichteter und evidenzbasierter ablaufen zu lassen.

Insgesamt werden 75 % der Schüler und 3.062 Schulstandorte erfasst. Die Abwasseranalyse kann das Virus schon rund sieben Tage vor dem ersten Erkennen der Infektionen nachweisen.

 

2. PCR- und Antigentests

Während der Sicherheitsphase werden ab dem Herbst an Österreichs Schulen PCR-Tests durchgeführt. Insgesamt soll drei Mal getestet werden, einer der Tests muss ein PCR-Test sein, der dann auch in der Klasse durchgeführt wird.

Die Tests werden nach dem Motto „Alles spült“ stattfinden und durch ein Labor, das keine persönlichen Daten empfängt, gepoolt und untersucht.

Nur im positiven Fall werden Einzelproben analysiert und die Codes der positiven Proben an die Gesundheitsbehörde gemeldet. Die Zuordnung der Proben-Codes an die jeweiligen Namen erfolgt dann am Schulstandort.

Auch weiterhin werden aber Antigentests eingesetzt – wie bereits im vergangenen Schulsemester. Die Tests werden gut angenommen und ein Ergebnis ist schnell feststellbar, so das Bildungsministerium. Der flächendeckende Einsatz von PCR-Tests ist im internationalen Vergleich einzigartig.

3. Impfbusse

Schüler ab 12 Jahren haben die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Diese Impfungen sollen daher auch forciert werden, da die Impfung die beste Voraussetzung für einen stabilen Schulbetrieb ist, so Bildungsminister Faßmann.

Um eine Impfung möglichst einfach zu gestalten, werden Impfbusse an die Schulen und Bildungseinrichtungen kommen. Insgesamt sollen in allen Bundesländern rund 30 Impfbussen bereits während der Sommerschule in den letzten beiden Ferienwochen unterwegs sein. Schüler, die sich impfen lassen wollen, können das Angebot in einem Impfbus unkompliziert wahrnehmen und so sich und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler schützen, betonte Faßmann.

 

Zudem müssen sich geimpfte Schüler nach der Sicherheitsphase in den ersten beiden Schulwochen nicht mehr Testen lassen. Freiwillige Tests werden aber auch in Zukunft für jedes Kind möglich sein.

 

4. Luftfilter

Da an manchen Schulstandorten und Klassen das Lüften nicht immer oder nur schwer möglich ist, subventioniert der Bund mit insgesamt 10 Mio. Euro die Anschaffung neuer Luftreinigungsgeräte. Die Bundesbeschaffungsagentur (BBG) wählt dabei aber geeignete Geräte aus.

Wichtig: Luftreinigungsgeräte ersetzen weder das Impfen noch das Testen. Sie sind eine ergänzende Maßnahme zum bestehenden Hygienekonzept.

Zudem werden neue Schulbauten mechanische Zu- und Abluftsysteme für jede Klasse erhalten. Dadurch soll die Luftqualität in den Klassenräumen verbessert werden.