Klimaneutralität bis 2040: DAS ist Österreichs Beitrag zum weltweiten Klimaschutz

Bundeskanzler Alexander Schallenberg auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow. - Foto: Arno Melicharek
Bundeskanzler Alexander Schallenberg auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow. - Foto: Arno Melicharek

Eine Entscheidung zwischen der wirtschaftlichen Gesundheit und dem Schutz der Umwelt darf „kann keine Option sein“. Das stellte Bundeskanzler Alexander Schallenberg am Montag auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow, Schottland, in seiner Rede klar. Österreich ist „entschlossen“, seinen Beitrag zum weltweiten Klimaschutz zu leisten. Dabei will man bereits bis 2040 das Ziel der Klimaneutralität im Land erreichen. Schallenberg erklärte in seiner Rede auf der COP26 konkret, wie dieses ambitionierte Ziel erreicht werden soll.

 

„Gemeinsam und schnell agieren“ ist gefragt

Neben der COVID-Gesundheitskrise, die nach wie vor die Welt in einem „Alarmzustand“ haltet, gilt der Schutz der Umwelt als eine „der größten Herausforderungen“. Für Bundeskanzler Schallenberg ist dabei klar, dass man im Kampf gegen die Klimaerwärmung „schnell und gemeinsam“ agieren muss.

Österreich ist dabei „entschlossen“, seinen Beitrag gemeinsam mit seinen europäischen und weltweiten Partnern zu leisten.

 

Österreich soll bereits 2040 klimaneutral sein

Alexander Schallenberg erklärte in Glasgow, dass Österreich bereits bis 2040 klimaneutral sein will. Zum Vergleich: Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu sein, China beispielsweise erst bis 2060.

Österreich nimmt somit im Klimaschutz eine Vorreiterrolle weltweit ein. Konkret will die Regierung den Fokus noch mehr auf erneuerbare Energien richten.

Zurzeit werden im Land 70 % des Bedarfs an Elektrizität durch erneuerbare Energien erwirtschaftet. „Bis 2030 wollen wir 100 % des Elektro-Bedarfs durch nachhaltige Energien decken“, so Schallenberg.

 

Gegen Nuklear-Energie aber für CO2-Bepreisung

Österreich will in Zukunft weiterhin auf Nuklearenergie verzichten. Eine CO2-Bepreisung habe Priorität im Land, so der Kanzler. Auf diese Bepreisung habe man sich in der Ökosozialen Steuerreform verständigt. „Diese Ökosoziale Steuerreform legt das Fundament für die CO2-Bepreisung in Österreich“, so Schallenberg auf der COP26.

Österreich hat weiters seinen Beitrag für den „Green Climate Fund“ der Vereinten Nationen um 100 Mio. Euro erhöht. Somit investiert Österreich insgesamt 130 Mio. Euro in den Umwelt-Fonds.

 

Alexander Schallenberg und Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel im Gespräch - Foto: Arno Melicharek

Alexander Schallenberg und Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel im Gespräch – Foto: Arno Melicharek

Private Wirtschaftssektoren im Wandel

Neben der Regierungsarbeit beim Klimaschutz werden sich die privatwirtschaftlichen Sektoren verändern müssen, um den Klimaschutz gewährleisten zu können. Das werde aber nur durch „Kooperation und Innovation“ gehen, betonte Schallenberg.

Das bedeutet, dass es neue, nachhaltige Formen der industriellen Produktion, des Transportes, des Wohnens aber auch des Umganges mit der Natur, etwa Wäldern brauchen wird.

 

Klimaschutz als eine „der größten Herausforderungen“ unserer Zeit

Der Bundeskanzler zeigte sich überzeugt, dass es gelingen wird, diese „notwendigen Innovationen“ durch „enge Kooperation“ mit der Wirtschaft zu erreichen. Dabei werden vor allem neben der Politik die Wissenschaftler und Unternehmer eine entscheidende Rolle spielen.

Der Schutz des Klimas und der Umwelt ist „eine der wichtigsten Herausforderungen“ dieser Generation. „Eine Herausforderung, der wir uns mit Hingabe, Innovation und globaler Zusammenarbeit stellen müssen“, so der österreichische Kanzler in seinem Appell abschließend.

 

EU als einzige Region mit gesetzlichem Klimaziel

Österreich ist mit seinem Ziel, bereits bis 2040 klimaneutral sein zu wollen, ein Vorreiter beim Klimaschutz weltweit. Das wurde bereits vor der UN-Klimakonferenz, der COP26 in Glasgow, klar.

In Rom war vor der Klimakonferenz ein G20-Treffen abgehalten worden. Wie berichtetet wurde, konnte dort keine Übereinkunft über das geplante Ziel, bis 2050 weltweit klimaneutral zu sein, erzielt werden.

Die Festlegung auf dieses gemeinsamen Ziel der 20 wirtschaftlich stärksten Länder der Welt scheiterte vor allem an Russland und China. China kündigte etwa an, erst bis 2060 vollkommen klimaneutral sein zu wollen. Weder Russlands Präsident Wladimir Putin noch Chinas Präsident Xi Jinping waren zum G20-Treffen nach Rom gekommen, noch nehmen sie an der COP26 in Glasgow teil.