Plakolm im Zeichen der Gedenkarbeit in Israel

Bewegt und tief beeindruckt zeigt sich Claudia Plakolm beim Besuch der Gedenkstätte Yad Vashem. Foto: BKA / Melicharek
Bewegt und tief beeindruckt zeigt sich Claudia Plakolm beim Besuch der Gedenkstätte Yad Vashem. Foto: BKA / Melicharek

Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm ist zu einer Israel-Reise aufgebrochen. Am Programm stehen ein Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, ein Gespräch mit dem stellvertretenden Außenminister Idan Roll zum Jugendaustausch sowie Treffen mit Auslandsgedenkdienern sowie Altösterreicherinnen & -Österreichern. Kernstück der Reise ist die Unterzeichnung des Jugendaustausch-Abkommens. Mit dem Abkommen wird nach 20 Jahren ein gegenseitiges Besuchsprogramm für Jugendgruppen aus beiden Ländern wieder ins Leben gerufen.

 

Gedenkarbeit wird ausgebaut

Die ersten Austausche sollen bereits 2023 stattfinden. Besonders im Licht der historischen Verantwortung Österreichs handelt es sich mit dem Austausch um einen wichtigen Baustein in der österreichischen Gedenkarbeit. Diese Jugendgruppen sollen sozusagen Botschafter ihrer Eindrücke und Wahrnehmungen in den Heimatbundesländern werden und damit als Multiplikatoren Bewusstsein schaffen.

„Der Besuch von Yad Vashem war mir ein Herzensanliegen“, sagte Plakolm. „Wir haben in Österreich eine spezielle historische Verantwortung, die gerade wir jungen Menschen weiter wahrnehmen müssen. Wer ein Gefühl füreinander entwickelt, den Austausch pflegt und Freundschaften über die Grenzen hinweg schließt, wird auch weniger antisemitische Tendenzen entwickeln. Das halte ich für essenziell“, so die Jugendstaatsekretärin.

Die Sache bleibt aktuell: Österreich setzt eine Strategie gegen Antisemitismus um, verzeichnete 2021 eine hohe Anzahl an antisemitischen Vorfällen.

 

Erinnerung wach halten

Der Gedenkdienst in Yad Vashem wird vom Verein „Österreichischer Auslandsdienst“ organisiert. Knapp 20 junge Männer tragen jährlich als Gedenkdiener ihren Teil zur Erinnerungskultur bei, der Dienst wird als Zivildienst anerkannt.  „Ich danke den Gedenkdienern für ihre wichtige Arbeit rund um die Welt. Sie leisten ihren Dienst an Gedenkstätten von Amsterdam bis Buenos Aires, von New York bis Lublin und von Oranienburg bis Vilnius. Jedes Jahr tragen ca. 20 junge Männer ihren Teil dazu bei, dass die Erinnerung wach bleibt und gepflegt wird.“

 

Treffen mit Altösterreichern

Tief Beeindruckt zeigt sich Plakolm vom Treffen und Austausch mit Altösterreichern in Israel. „Wir sind die letzte Generation, die die Chance hat, mit Zeitzeugen unmittelbare Gespräche über dieses dunkelste Kapitel der österreichischen Geschichte zu führen und uns diese direkten Erzählungen als Mahnmal einzuprägen. Ich bin tief berührt vom Austausch mit den Altösterreichern in Israel. Wir müssen dafür sorgen, dass das ‚niemals vergessen‘ auch ein ‚niemals wieder‘ bleibt.“