Österreich übernimmt 100 verletzte Frauen und Kinder aus der Ukraine

Österreich sichert der Ukraine weiter Hilfe zu. 100 zum Teil schwerverletzte Frauen und Kinder werden nun zur Behandlung nach Österreich geholt. Foto: istock / Oleksandr Tkachenko
Österreich sichert der Ukraine weiter Hilfe zu. 100 zum Teil schwerverletzte Frauen und Kinder werden nun zur Behandlung nach Österreich geholt. Foto: istock / Oleksandr Tkachenko

Bundeskanzler Karl Nehammer führte am Dienstag ein Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und auch mit Premierminister Denys Schmyhal. Hauptthemen der Gespräche waren die derzeitige Lage im Donbass angesichts der schweren Kämpfe, humanitäre Hilfsleistungen sowie die Sicherstellung der globalen Ernährungssicherheit.

Nehammer sicherte dem ukrainischen Präsidenten volle Unterstützung bei der Schaffung und dem Ausbau von „green corridors“ zu, um agrarische Produkte aus dem Land bringen zu können und zu verhindern, dass große Erntemengen in der Ukraine verrotten und die globale Ernährungssicherheit gefährdet wird.

 

Österreich mit medizinischer Hilfe

Nehammer bot dem ukrainischen Präsidenten an, bis zu 100 Schwerverletzte, vor allem Frauen und Kinder, in Österreich aufzunehmen, medizinisch zu behandeln und die medizinische Rehabilitation sicherzustellen. Selenskyj bedankte sich bei Nehammer für diese Initiative. Die Übernahme der Verletzten wird auf operativer Ebene unter Federführung von Flüchtlingskoordinator Michael Takacs organisiert. Die Verletzten werden u.a. in AUVA-Spitälern untergebracht und versorgt werden.

Darüber hinaus hat Österreich bereits rund 70.000 ukrainische Vertriebene aufgenommen und untergebracht, auch dafür dankte Selenskyj den Österreicherinnen und Österreichern. „Das ist unsere humanitäre Pflicht, die wir gerne übernehmen. Es geht hier u.a. um Menschen, die durch Bomben oder Granaten Gliedmaßen verloren haben, jetzt Behandlung, aber auch Nachsorge, wie zB Prothesen benötigen. Darum werden wir uns kümmern, das habe ich mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Premier Schmyhal vereinbart“, erklärt Nehammer.

Auch die Möglichkeiten für einen Gefangenenaustausch zwischen der Ukraine und der Russischen Föderation wurden in den Gesprächen zwischen Nehammer, Selenskyj und Schmyhal erörtert.

 

Nehammer sichert volle Solidarität zu

Das Telefongespräch diente auch dem Austausch im Vorfeld der Sondersitzung des Europäischen Rates, der von 30. bis 31. Mai in Brüssel stattfindet und bei dem der Krieg in der Ukraine und dessen Folgen thematisch stark im Fokus stehen werden. Österreich hat die Ukraine in den vergangenen Monaten bereits umfassend auf finanzieller als auch auf humanitärer Ebene unterstützt in Form von Schutzausrüstung, Treibstoff für den zivilen Einsatz oder etwa durch Einsatzfahrzeuge.  „Das ukrainische Volk hat weiterhin unsere volle Solidarität und Unterstützung. Der Angriffskrieg der Russischen Föderation sorgt für unendliches Leid und zwingt Millionen Menschen dazu, ihre Häuser, ihre Wohnungen, ihr Land zu verlassen. Dazu kommt die aktuelle militärische Eskalation im Donbass. Dort sterben jeden Tag ukrainische, aber auch russische Soldaten in diesem sinnlosen Angriffskrieg.“