Treffen der Welt-Finanz im Zeichen von Krieg und Inflation

Im Schatten von Krieg und Inflation wird Finanzminister Magnus Brunner in Washington auf Ministerkollegen und Notenbankchefs aus der ganzen Welt treffen. Foto: BMF / Wenzel / iStock JL Images
Im Schatten von Krieg und Inflation wird Finanzminister Magnus Brunner in Washington auf Ministerkollegen und Notenbankchefs aus der ganzen Welt treffen. Foto: BMF / Wenzel / iStock JL Images

Finanzminister Magnus Brunner reist am Donnerstag anlässlich der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank nach Washington, D.C. Der Krieg in der Ukraine und seine wirtschaftlichen Auswirkungen sind bei den Finanzministern und Notenbankchefs zentrales Thema. Die Weltbank senkt unterdessen ihre globale Jahresprognose der wirtschaftlichen Entwicklung.

 

Die Weltbankgruppe leistet seit ihrer Gründung im Jahr 1944 einen enormen Beitrag zur globalen Armutsbekämpfung und Überwindung von ökonomischer Krisenüberwindung, inzwischen auch für den Umweltschutz und somit für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Gerade grenzüberschreitende Herausforderungen erfordern internationale Kooperation und machen die Weltbankgruppe notwendig. Zu diesen Herausforderungen zählen etwa die COVID-19-Pandemie, die Klimakrise und das Engagement in Entwicklungs- aber auch in Transformationsländern, etwa den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion.

 

Die Weltbank reagiert rasch auf kommende Krisen

Im März hat die Weltbank bereits angekündigt, 700 Millionen Dollar (645 Millionen Euro) für Kredite und Hilfen in der Ukraine zur Verfügung zu stellen, Österreich beteiligt sich mit 10 Millionen Euro an diesem Programm. Mittlerweile wurde das Programm auf über 900 Millionen ausgeweitet. Eine weitere Milliarde an Sofortunterstützung wurde diese Woche im Rahmen der IDA (International Development Association) mit Zustimmung aller Geber, darunter auch Österreich, zugesagt.

„Damit unterstützen wir die Hilfe vor Ort und geben der ukrainischen Regierung trotz der aktuellen schwierigen Lage eine Finanzierungsmöglichkeit auf den internationalen Märkten. Wir beschäftigen uns nicht nur mit den direkten Auswirkungen des Krieges auf die globale Wirtschaft, sondern werden auch den künftigen Umgang mit Russland und seinen engsten Verbündeten diskutieren“, so Finanzminister Magnus Brunner.

 

Weltbank mit Sitz in Wien

Neben den aktuellen Problemen ist es für Brunner wichtig, bereits jetzt Szenarien für die Zeit danach zu entwickeln und daher wird auch die Frage eines möglichen Wiederaufbaus – hoffentlich früher als später – relevant werden. Gerade dem Sitz der Weltbank in Österreich wird hier eine besondere Rolle zukommen, da die Ukraine auch in die regionale Zuständigkeit des Wiener Büros fällt.

„Österreich hat traditionell langjährige Erfahrungen bei Finanzierungen in Osteuropa und wir werden als Politik unterstützen wo wir können, um der Ukraine auch in der Phase nach dem Krieg zu helfen“, so Finanzminister Magnus Brunner, der in Washington unter anderem mit dem Managing Director der Weltbank, Axel van Trotsenburg, zusammentreffen wird. Aktuell arbeiten im Wiener Office der Weltbank auch rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Büros in der Ukraine.

 

Inflation: ein globales Problem

Neben dem Krieg in der Ukraine wird das Treffen in Washington auch unter dem Eindruck der global hohen Inflationsraten stehen. In Amerika betrug die Inflationsrate im März 8,5 %, in Österreich geht die Statistik Austria im selben Zeitraum von 6,5 % aus. Daher wird Finanzminister Magnus Brunner auch den Chef der Federal Reserve – der US-Notenbank FED -, Jerome Powell zu einem Arbeitsgespräch treffen.

„Wir erleben derzeit eine massive Inflation, die zu spürbaren Teuerungen für die Menschen und die Unternehmen führt. Das ist kein österreichisches Phänomen, daher müssen wir international nach Wegen suchen, um diese Preisspirale zu beenden. Die hohe Inflation gefährdet mittel- und langfristig die Kaufkraft und daher den Wohlstand unserer Bürger. Daher müssen sowohl die Notenbanken als auch die Finanzminister alles tun, um die Auswirkungen für Bürger und Standort bestmöglich abzufedern“, so der Finanzminister.

 

Korrektur bei Wirtschaftsprognosen

Die russische Invasion in der Ukraine dämpft auch die weltweite Konjunkturprognose der Weltbank. Das zu Jahresbeginn prognostizierte globale Wachstum für das Jahr 2022 wird um einen Prozent auf 3,1 nach unten korrigiert. Auch vom IWF wird eine neue Prognose mit geringerem Wachstum erwartet.