Alles nur Show: FPÖ-Promis schon geimpft!

Selbst hochrangige FPÖ-Funktionäre scheinen nicht mehr hinter der Anti-Impfkampagne von Herbert Kickl zu stehen. - Foto: Florian Schrötter; Grafik: zur-Sache.at
Selbst hochrangige FPÖ-Funktionäre scheinen nicht mehr hinter der Anti-Impfkampagne von Herbert Kickl zu stehen. - Foto: Florian Schrötter; Grafik: zur-Sache.at

Zahlreiche FPÖ-Spitzenpolitiker haben sich impfen lassen. Wie die Kronen Zeitung berichtete sind unter anderem der Ex-Parteichef Norbert HoferEx-Staatssekretär Hubert Fuchs, das freiheitliche Urgestein Harald Vilimsky, alle FPÖ-EU Parlamentarier sowie FPÖ-Wien Chef Dominik Nepp und alle blauen Wiener Landtagsabgeordneten geimpft. Während die Freiheitlichen also Propaganda gegen das Impfen betreiben, lassen sich die blauen Spitzenfunktionäre selbst impfen, um sich vor den gesundheitlichen Folgen einer Corona-Erkrankung zu schützen. Der Bevölkerung raten sie aber von einer Corona-Schutzimpfung ab, verteufeln diese sogar. Die FPÖ-Spitze scheint sich also um ihre eigene Gesundheit offensichtlich Sorgen zu machen, während sie die der Bevölkerung mit ihrer Impf-Heuchelei aufs Spiel setzt.

 

Impfungen entlarven doppeltes Spiel

Das doppelte Spiel der FPÖ, das nun durch die Recherchen der „Krone“ entlarvt wurde, ist bizarr: Während öffentlich Stimmung gegen die Corona-Impfung gemacht wurde, ließen sich zahlreiche FPÖ-Spitzenpolitiker zum eigenen gesundheitlichen Schutz impfen. Der Bevölkerung aber raten sie vor einer Impfung ab. So hat etwa FPÖ-Wien Chef Dominik Nepp sogar noch Ende Juli in einem Interview mit dem Kurier behauptet, dass „die Geimpften die neuen Gefährder“ seien.

Nepp bezeichnete geimpfte Menschen also als „Gefährder“, machte so Stimmung gegen die Corona-Schutzimpfung und empfahl damit der Bevölkerung auch, auf eine Impfung zu verzichten. Gleichzeitig nahm er das Angebot der Corona-Impfung für sich selbst aber gerne in Anspruch, um sich vor dem Virus zu schützen. Nepp scheint sich also auch um seine eigene Gesundheit Sorgen zu machen, setzt aber mit seinem öffentlichen Auftreten gegen die Corona-Impfung die Gesundheit der anderen aufs Spiel.

 

Kickl mit Anti-Impfkampagne alleine

Zudem beweist die Recherche der „Krone“ auch, dass FPÖ-Chef Herbert Kickl mit seiner Anti-Impfkampagne auch in der eigenen Partei alleine dasteht. Nicht einmal mehr sein engstes politisches Umfeld glaubt an die Impf-Heuchelei ihres blauen Bundesparteiobmannes. Während Kickl also noch über „Impf-Experimente“ in Bezug auf die Corona-Impfung sprach und dabei Vitaminpräparate der Bevölkerung empfahl, ließen sich seine FPÖ-Kollegen impfen.

 

 

Haimbuchner liebäugelt mit Corona-Impfung

Ganz im Gegensatz zu Kickl und seinen zahlreichen Mitstreitern, die nun als geimpft durch die Krone geoutet wurden, sprachen sich schon andere Spitzenpolitiker der FPÖ früher für eine Impfung und somit gegen den Kickl-Kurs aus.

So liebäugelt etwa der FPÖ-Oberösterreich Chef Manfred Haimbuchner auch mit einer Corona-Impfung. In einem Interview erklärte Haimbuchner, dass er „dem Rat der Ärzte folgen“ werde. Zudem zweifle er „den Wert der Impfungen nicht an“. Damit erteilte auch er Kickls Rat nach Bitterstoffen und Vitaminpräparaten statt einer Impfung gegen Corona eine Absage.

In Oberösterreich formierte sich mit der Partei „Menschen Freiheit Grundrechte“ (MFG) eine eigene Liste der Impfskeptiker. Eine aktuelle Umfrage sieht einen Einzug der Impfskeptiker in den oberösterreichischen Landtag für realistisch. Zudem erkennen Beobachter diesen potenziellen Erfolg der Kleinpartei als Auslöser für einen noch rabiateren Kickl-Kurs beim Impfthema, welchen er momentan im Oberösterreich-Wahlkampf propagiert.

 

Kanzler appelliert: „Bitte lassen Sie sich impfen“

In Österreich sind bereits über 60 % der impfbaren Bevölkerung geimpft. Die Durchimpfungsquote muss aber noch weiter steigen. Daher ist es auch das Ziel der Bundesregierung, gemeinsam mit den Ländern, bei den Impfungen noch weiter voran zu kommen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz appelliert daher immer wieder: „Bitte lassen Sie sich impfen, Sie schützen sich selbst und leisten einen Beitrag für die Allgemeinheit.“