ÖVP-Klubobmann August Wöginger greift den Vorschlag von WIFO-Chef Felbermayr auf. Ein Stromrechnungsdeckel soll geprüft und berechnet werden. Foto: Parlamentsdirektion / Johannes Zinner

Der Vorschlag von WIFO-Chef Gabriel Felbermayr, statt auf den Strompreis einen Deckel auf Stromrechnungen einzuführen, findet in der Politik erste Befürworter. ÖVP-Klubobmann August Wöginger sieht in Felbermayrs Vorstoß einen Kompromiss und plädiert dafür, dass Experten diese Idee genauer prüfen sollen.

Preisdeckel, Gutscheine, Mehrwertsteuersenkung. Seit Wochen wird über die Möglichkeiten sowie Vor- und Nachteile diskutiert, wie man die steigenden Energiepreise für jeden einzelnen Haushalt und die Wirtschaft in den Griff bekommt. Experten sind sich einig, dass ein genereller Preisdeckel nur auf europäischer Ebene funktioniert und national nichts bringt. Auch die Mehrwertsteuersenkung wird von vielen Wirtschaftsforschern sehr kritisch gesehen. Mit dem neuen Vorschlag von WIFO-Chef Gabriel Felbermayr, einen Deckel auf die Stromrechnung einzuführen (Zur-Sache berichtete), ist weiterer Schwung in die Debatte gekommen und hat nun auch die politische Ebene erreicht.

 

Wöginger: Stromrechnungsdeckel prüfen und berechnen

Wie ÖVP-Klubobmann August Wöginger gegenüber der Tageszeitung „Die Presse“ meint, sollen „(…) Experten jetzt – wie von Professor Felbermayr vorgeschlagen – einen Deckel bei Rechnungen prüfen und berechnen.“ Mit dem Aufgreifen von Felbermayrs Idee, möchte Wöginger alle vorliegenden Vorschläge sämtlicher politischen Lager zusammenführen und somit eine Lösung erzielen.

 

Was ist der Stromrechnungsdeckel?

Bei einem Stromrechnungsdeckel würden Haushalte nur einen Teil der Stromrechnung zum Marktpreis bezahlen. Der restliche Anteil des Jahresverbrauchs wäre für die Konsumenten „Freistrom“, der vom Staat übernommen bzw. subventioniert wird. So würde zum Beispiel ein Haushalt bei gleichem Stromverbrauch wie vergangenes Jahr trotz gestiegener Strompreise womöglich die gleiche Summe bezahlen wie bisher. Wögingers Sympathie für dieses Modell bringt jedenfalls Dynamik in die politische Diskussion.