Trotz Ukraine-Krieg und Teuerung möchten viele Jungunternehmer investieren und weitere Mitarbeiter beschäftigen. Foto: istock / cream_ph

Österreichs Wirtschaft und auch der Arbeitsmarkt zeigen sich trotz mehrere Krisen nach wie vor sehr robust. Auch wenn die heimischen Wirtschaftsforscher trübe Aussichten prognostizieren (Zur-Sache berichtete), brummt derzeit der Wirtschaftsmotor. Besonders junge Unternehmer wollen sich in Österreich von Ukraine-Krieg und massiver Teuerung nicht aufhalten lassen und dennoch investieren und Personal einstellen. Das geht aus dem aktuellen Konjunkturbarometer der Jungen Wirtschaft hervor, der heute veröffentlicht wurde.

Österreichs junge Unternehmerinnen und Unternehmer waren schon während der bisherigen Corona-Krise positive Stimmungsmacher und Anpacker – und sie lassen sich ihren Optimismus auch durch den Ukraine-Krieg und die Teuerung nicht nehmen, heißt es von Seiten der Jungen Wirtschaft zu einer Befragung unter 1.638 jungen Betrieben aus ganz Österreich.

 

Mehrheit rechnet mit stabiler Konjunktur

Insgesamt 27 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Konjunktur steigt, 32 Prozent, dass sie gleichbleibt, während 37 Prozent einen Rückgang erwarten. 84 Prozent rechnen mit einer weiteren Steigerung der Inflation. „Die größte Sorge gilt der eigenen Kostensituation. 59 Prozent nehmen an, dass sie sich verschlechtert. Um die Ertragslage stabil zu halten, sind bei den Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer Kostenanpassungen notwendig“, so das market-Institut, das im Auftrag der Jungen Wirtschaft die Befragung durchführte. Insgesamt 68 Prozent der Befragten gehen von einer Steigerung ihrer Verkaufspreise aus.

 

Wille für Investitionen und mehr Personal

Trotz der fordernden wirtschaftlichen Lage wird jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) seine Investitionen steigern und mehr als jedes dritte Unternehmen (36 Prozent) wird seine Investitionsaktivitäten beibehalten. Ebenfalls ein klarer Indikator für das positive Mindset der jungen Betriebe ist ihre Bereitschaft, weiteres Personal anzustellen: Jedes dritte Unternehmen (18 Prozent „ja“, 12 „eher ja“) plant, in den nächsten Monaten neue Mitarbeiter zu beschäftigen.

„Die österreichischen Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer nehmen das Heft selbst in die Hand, auch wenn die aktuellen Herausforderungen in ihrer realistischen Einschätzung sehr groß sind. Sie glauben weiter an ihre Geschäftsmodelle und arbeiten für ihre unternehmerische Zukunft“, so Christiane Holzinger, Vorsitzende der Jungen Wirtschaft Österreichs.

 

Kurs der Regierung bei Entlastung „stimmt“

Laut der Studie, die vor der Präsentation des 28 Milliarden-Entlastungspakets durchgeführt wurde, fordern zwei Drittel (65 Prozent) eine steuerliche Entlastung. Der Kurs der Bundesregierung beim Thema Entlastung stimmt somit aus Sicht der Jungen Wirtschaft, muss aber konsequent fortgeführt werden, heißt es in der Medienmitteilung der Jungen Wirtschaft. Auf Rang zwei des Forderungskataloges der jungen Betriebe liegen Maßnahmen zur Bekämpfung des Fachkräftemangels (41 Prozent).

„Österreichs junge Betriebe wollen und können das Beste auch aus der jetzigen Krisensituation machen – wenn man sie lässt und wenn ihnen die Regierung gerade jetzt problematische Wachstumshürden beseitigt. Dies gilt vor allem für die steuerliche Entlastung und für die Bekämpfung des Fachkräftemangels“, so Holzinger.

 

Volle Auftragsbücher – Problem Mitarbeitermangel

Hier erwartet sich die Junge Wirtschaft von der Regierung u.a. durch die geplante Arbeitsmarktreform und ein wirksames Mitarbeiterbeteiligungsmodell dafür zu sorgen, dass die benötigen Fach- und Arbeitskräfte gesichert sind. „Volle Auftragsbücher bei gleichzeitigem Mitarbeitermangel sind ein massives Problem für Standort und Wohlstand, dass sich Österreich gerade jetzt nicht leisten kann“, ergänzt Holzinger, die auch auf die explodierenden Energiekosten für Unternehmen verweist.