FPÖ verabschiedet sich von Fakten

Foto: Parlamentsdirektion / Michael Buchner; iStock.com/ lowball-jack
Foto: Parlamentsdirektion / Michael Buchner; iStock.com/ lowball-jack

Eine neuerliche Entgleisung der FPÖ „Gesundheitssprecherin“ Dagmar Belakowitsch zeigt, in welcher politischen Kategorie sich die FPÖ mittlerweile befindet: Die der Fake-News. Bei einem öffentlichem Auftritt phantasierte Belakowitsch, dass die Krankenhäuser in Österreich mit Patienten überfüllt seien, die wegen Impfschäden behandelt werden müssen. Das hat mit der Realität nichts zu tun.

 

Die FPÖ schoss sich durch ihre Linie in der Corona-Politik mehrfach ins Aus des geordneten Diskurses: Maßnahmen-Gegner, Impf-Gegner und Entwurmungsmittel-Befürworter.

 

Eine Chronologie der FPÖ Corona-Skepsis:

  • Zu Beginn der Pandemie stellte sich die FPÖ deutlich gegen alle Corona-Schutzmaßnahmen, die die Regierung getroffen hatte. Parteigranden marschierten auf Demonstrationen mit Hooligans und Neonazis.
  • Als Impfstoffe entwickelt wurden und somit ein medizinischer Weg aus der Pandemie gezeigt wurde, stellte sich die FPÖ vehement gegen die Impfung.
  • Während die FPÖ noch offiziell gegen die Impfung ist, wird bekannt, dass sich mittlerweile zahlreiche Parteigranden der FPÖ impfen haben lassen.
  • Statt einer Impfung empfiehlt man seitens der FPÖ unter anderem ein Pferdeentwurmungsmittel zur Behandlung von Corona.
  • Inzwischen warnen Gesundheitsbehörden und selbst der Hersteller des Mittels vor einer solchen Verwendung – und vor den gesundheitlichen Risiken, die damit einhergehen, trotzdem wird sogar im Parlament Stimmung für dieses Mittel gemacht.
  • Mit Herbert Kickl erkrankt der Parteiobmann der FPÖ an Corona. Doch er selbst greift nicht auf das von ihm empfohlene Wurmmittel zurück, Zur-Sache berichtete.

 

Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit und FPÖ-Politiker demonstrierten Seite an Seite mit Verschwörungstheoretikern in der Wiener Innenstadt. Inzwischen scheint die FPÖ nicht nur die Demonstrationsrouten den Verschwörungstheoretikern und Impf-Leugnern angepasst zu haben, sondern auch die politischen Botschaften.

 

Patienten mit Impfschäden auf Intensivstationen?

Dagmar Belakowitsch, Nationalratsabgeordnete und „Gesundheitssprecherin“ der FPÖ trat am Wochenende bei einer Demonstration auf und sprach über die Situation in den Krankenhäusern Österreichs.

Dass die Situation auf den Intensivstationen angespannt ist, und diese überfüllt sind – größtenteils von ungeimpften Patienten, wie offizielle Zahlen zeigen – hat die FPÖ inzwischen akzeptiert.

Aber die Corona-Skeptiker Partei FPÖ wählte eine gänzlich andere Erklärung dafür. Belakowitsch behauptete, dass ein Großteil der Patienten an Impfschäden leide, und deswegen in Krankenhäusern behandelt werden müsse.

 

Wording von Verschwörungstheoretikern?

Bei Verschwörungstheoretikern ist diese Botschaft beliebt, erklärt sie doch simpel, warum die Intensivstationen voll sind, obwohl – in den Augen der Corona-Leugner – die Krankheit lediglich nur mit einer leichten Grippe vergleichbar sei.

 

Ärztekammer attestiert Belakowitsch Fake News

Die gefährliche Falschbehauptung Belakowitsch‘ wies man seitens der Ärzteschaft bereits deutlich zurück. Natürlich sind die Krankenhäsuer nicht mit Impfschäden überfüllt: Belakowitsch‘ Aussage wieß die Ärztekammer als „Fake-News“ zurück. Die Tageszeitung „Krone“ recherchierte und fragte bei mehreren Krankenhäusern nach: Kein einziges wisse derzeit von Behandlungen wegen Impfschäden.

 

Belakowitsch war selbst nie Ärztin

Brisant ist ein Detail, dass die Tageszeitung „Presse“ zu Belakowitsch recherchierte: Demnach kandidierte Belakowitsch in der Vergangenheit für den Nationalrat unter der Berufsbezeichnung „Ärztin“. Doch Belakowitsch hat nie als Ärztin praktiziert.