Martin Kocher rief in Sachen Flüchtlinge aus der Ukraine zum Jobgipfel. Foto: BMA

Arbeitsminister Martin Kocher lud am Donnerstag das AMS sowie Unternehmerinnen und Unternehmer zum Ukraine-Jobgipfel. Mit dabei: die Flüchtlingskoordination der Bundesregierung sowie der ukrainischen Botschafter als Stimme der Ukrainerinnen und Ukrainer in Österreich.

 

Rascher Einstieg in die Arbeit

Mit dem Jobgipfel will der Arbeitsminister alle jene Stellen an einen Tisch bringen, die an der Integration von vertriebenen Ukrainerinnen und Ukrainern in den Arbeitsmarkt beteiligt sind.

Die Unternehmen erhielten von AMS und Arbeitsministerium die konkreten und relevanten Informationen, wie Beschäftigungsbewilligungen gestellt werden können und welche Bedingungen dabei zu berücksichtigen sind. Unternehmen sollen neue Potentiale am Arbeitsmarkt erkennen und nutzen. Informationen sollen möglichst niederschwellig zur Verfügung gestellt werden. So könne eine Beschäftigung der Vertriebenen rasch möglich werden, erklärte Arbeitsminister Martin Kocher.

 

AMS spricht Ukrainisch

Das AMS hat umgehend nach Eintreffen der ersten Ukraine-Vertriebenen in Österreich für diese Personen eine Seite mit Arbeitsmarktinformationen eingerichtet: https://www.ams.at/arbeitsuchende/arbeiten-in-oesterreich-und-der-eu/ukraine

Informationen werden u.a. auf Ukrainisch zur Verfügung gestellt. Ebenso können Vertriebene unter der E-Mail-Adresse ukraine@ams.at um Auskunft auf Ukrainisch oder Russisch ansuchen.

Alle beim AMS gemeldeten offenen Stellen sowie jene von externen Seiten werden auf der Plattform www.allejobs.at angezeigt: auf „alle Jobs“ können seit Kurzem auch Jobs abgerufen werden, die explizit für Ukrainerinnen und Ukrainer angeboten werden. Sie sind durch einen Filter sofort erkennbar.

Damit ist „alle jobs“ die größte und, vor dem Hintergrund der Einhaltung aller arbeitsrechtlichen Schutzbestimmungen, beste Übersichts- und Vermittlungsplattform, die derzeit für Betroffene zur Verfügung steht.  Ab 7. April wird das AMS darüber hinaus bei seinen Angeboten zusätzlich Hinweise zur Übersetzung auf Englisch, Russisch und Ukrainisch bereitstellen.

Beim AMS sind derzeit rund 1.700 offene Stellen für Menschen aus der Ukraine gemeldet. Bei der Metasuchmaschine des AMS „Alle Jobs“ werden zusätzliche offene Stellen von externen Websites noch mit einbezogen.

 

Arbeitsmarktservice als Vermittler

Das AMS als zentrale Arbeitsmarktschnittstelle stellt bereits bei Registrierung der Vertriebenen erste Informationen zur Verfügung und unterstützt mit Beratung auf Ukrainisch und Russisch. Sind seitens Vertriebener keine ausreichenden Sprachkenntnisse vorhanden, ist das AMS auch erster Ansprechpartner beim Angebot von Deutschkursen.

Für Ukrainerinnen und Ukrainer ist es wichtig, mit dem AMS in Kontakt zu treten, um dort von Beginn an Unterstützung zu erfahren – vom Sprachkurs bis hin zur Vermittlung. Gleichzeitig ist das AMS auch für Unternehmen eine wichtige Plattform, denn auf keiner anderen haben sich bereits so viele Unternehmen gemeldet, um Ukrainerinnen und Ukrainer zu beschäftigen

 

Ukraine-Hilfe in Taten und Daten

  • Bis zum 7. April 2022 wurden laut BMI 50.099 vertriebene Menschen aus der Ukraine in Österreich registriert
  • Diese werden derzeit vom Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl bearbeitet und anschließend von der Staatsdruckerei verschickt
  • Mit der blauen Karte, die vom Innenministerium ausgestellt wird, kann der neue Arbeitgeber um eine Beschäftigungsbewilligung beim AMS ansuchen, die rasch ausgestellt wird. Die blaue Karte dient als Identitätsnachweis und als Bestätigung des Vertriebenenstatus.
  • Bis 7. April wurden bereits rund 21.000 Blaue Karten ausgestellt und versendet. Die Beschäftigungsbewilligungen werden in der Regel unverzüglich ausgestellt.
  • Mit Stand 7. April sind beim AMS 340 aus der Ukraine geflüchtete Menschen (davon 279 Frauen, 61 Männer) vorgemerkt.
  • Bis 7. April wurden bereits 155 Beschäftigungsbewilligungen vom AMS ausgestellt.