WIFO begrüßt die Steuerreform, Corona bremst Aufschwung

"Strenge Regeln für einen sicheren Winter" lautet die Devise der Bundesregierung - Foto: iStock/narvikk
"Strenge Regeln für einen sicheren Winter" lautet die Devise der Bundesregierung - Foto: iStock/narvikk

Österreichs Wirtschaft ist deutlich auf Wachstumskurs, doch die Corona-Pandemie und ihre Folgen lassen die steigende Konjunktur gelegentlich schwanken. Das sind die Kernaussagen der Wirtschaftsforscher Gabriel Felbermayr und Michael Reiter. Die vorgelegte Steuerreform sollte umgesetzt werden, empfehlen die Wirtschaftsforscher.

 

Prognose nach oben korrigiert

Vor allem wegen der starken positiven wirtschaftlichen Entwicklung des ersten Halbjahres sei für 2021 mit einem Wirtschaftswachstum von 4,4 % zu rechnen, sagte Felbermayr. Für 2023 erwartet das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) ein Wirtschaftswachstum von 4,8 %, ergänzte Wifo-Chef Felbermayr, der einen bemerkenswerten Unterschied zu Deutschland sieht, wo er bis vor wenigen Wochen tätig war. Währen für Österreich die Wachstumsprognose von 4,0 auf 4,4 % angehoben worden sei, sei diese für Deutschland von 3,9 auf 2,6 % gesenkt worden.

Mangel an Arbeitskräften

Für den weiteren Verlauf der konjunkturellen Entwicklung sei in Österreich wegen der Bedeutung des Tourismus nun das Winterhalbjahr bedeutsam. Ein höhere Impfrate und eine gute Information bezüglich eines sicheren Urlaubs seien für den Erfolg der Wintersaison ausschlaggebend. Doch zu den Risiken des Winters zähle auch der Arbeitsmarkt, denn in allen Branchen – und insbesondere im Tourismus – sei der Mangel an Arbeitskräften ein Thema. Noch nie gab es, gemessen an der Gesamtzahl der Beschäftigten, so viele freie Stellen wie gegenwärtig.

Steuerreform umsetzen

Die von der Koalitionsregierung diese Woche beschlossene und präsentierte Steuerreform „ist für uns zu begrüßen“, sagte Felbermayr. Diese Steuerreform sei der Beginn einer Strukturreform, konkret des Einstiegs in die Bepreisung von Kohlendioxid und der Entlastung von niedrigen Löhnen sowie eine Korrektur der kalten Progression. Den Klimabonus regional zu differenzieren sei sachlich richtig, solle allerdings zeitlich begrenzt vorgenommen werden. Es wäre, so Felbermayr, jedenfalls gut, die Steuerreform umzusetzen.