Laut WIFO-Studie greifen die Maßnahmen des AMS. Das Schlüsselwort heißt Qualifikation. Für Arbeitsminister Kocher profitieren besonders benachteiligte Zielgruppen von den Fördermaßnahmen am Arbeitsmarkt. Foto: Enzo Holey

Im Auftrag des Arbeitsministeriums wurde vom WIFO eine Studie durchgeführt, welche die Effektivität und Effizienz der Qualifizierungsförderungen des AMS analysiert und bestätigt. Konkret konnte unter anderem festgestellt werden, dass alle Programme, die im Rahmen der Studie untersucht wurden, die Arbeitsmarktanbindung stärken und die Chancen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Beschäftigung erhöhen.

 

Analyse auf 320 Seiten

In der WIFO-Studie wurde, unter dem Einsatz moderner „Big Data“-Methoden, so umfassend und differenziert wie noch nie evaluiert, wie welche Arten von schon länger bestehenden Qualifizierungsförderungen des AMS jeweils für welche Zielgruppe wirken.

Aus der Studie geht zentral hervor, dass sich Teilnahmen an Qualifizierungsmaßnahmen des AMS positiv auf die individuellen Beschäftigungschancen der geförderten Arbeitslosen auswirken. Die Geförderten ziehen sich in der Folge seltener vom Arbeitsmarkt zurück und werden besser in ungeförderte Beschäftigung integriert. Alle acht evaluierten Maßnahmen verbessern zudem  im Durchschnitt die Arbeitsmarktchancen der Arbeitslosen.

 

Schlüsselwort „Qualifizierung“

In der Studie wurde auch festgestellt, dass längerfristige, fachliche Qualifizierung mit substanzieller Stärkung von Kompetenzen besonders stark wirkt und zwar sowohl in der Form von Aus- und Weiterbildung, die externe Bildungsträger im Auftrag und mit Finanzierung des AMS anbieten, als auch in der Form von Kurskostenbeihilfen, mit denen das AMS die Teilnahme an Kursen auf dem freien Bildungsmarkt unterstützt.  Damit bestätigt die WIFO-Studie den mit der Corona-Joboffensive eingeschlagenen Weg eines forcierten Ausbaus vor allem fachlicher Qualifizierung.

Die Ergebnisse zeigen auch, dass berufliche Orientierung, Basisqualifizierung und Training klar die Beschäftigungsperspektiven der geförderten Arbeitslosen verbessern. Im Vergleich nach Ausbildungsinhalt entfalten berufsbezogene Qualifizierungen die größte Reintegrationswirkung, etwa Ausbildungen im technisch-handwerklichen Bereich, in Büro und Verwaltung und in den Bereichen Gesundheit und Soziales. Sprachkurse, vor allem Basis-Deutschkurse, wirken weniger. IT-Kurse liegen in ihrer Wirksamkeit dazwischen.

 

Beschäftigungschancen steigen

Auffällig an den Studienergebnissen ist, dass Teilnahmen an Qualifizierungsmaßnahmen auch und besonders die Beschäftigungschancen stärker benachteiligter Gruppen verbessern, etwa von Personen ab 45 Jahren, Personen mit gesundheitlicher Einschränkung und denjenigen mit geringer formaler Ausbildung. Qualifizierungsförderungen sollten demnach zwar zielgruppenorientiert eingesetzt werden, aber weiterhin auch und gerade Arbeitslosen mit geringeren Arbeitsmarktaussichten zugutekommen.

 

Kocher: wichtige Zielgruppen profitieren

Die aktuelle Studie des WIFO würde zeigen, dass schon länger bestehende Qualifizierungsförderungen des AMS zielgruppenübergreifend äußerst wirksam sind und sich sowohl auf die Beschäftigung als auch auf die Erwerbseinkommen positiv auswirken, meint Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher zu den Studienergebnissen. „Außerdem ist zu begrüßen, dass zentrale arbeitsmarktpolitische Zielgruppen, wie Ältere und gesundheitlich eingeschränkte Personen und ganz besonders Frauen von den Qualifizierungsförderungen des AMS überdurchschnittlich profitieren.“

 

WIFO-Chef: Qualifizierung hilft gegen wirtschaftlichen Strukturwandel

WIFO-Direktor Gabriel Felbermayr, der stellvertretend für die Studienautoren des WIFO mit Arbeits- und Wirtschaftsminister Kocher die Studie präsentierte, sieht gerade in der Qualifizierung ein zentrales und wirksames Mittel, um Beschäftigung zu sichern und Arbeitslosen wieder zu einem Arbeitsplatz zu verhelfen.

„Gerade im Aufschwung geht es darum, dass Menschen ohne Arbeit möglichst stark vom Beschäftigungsaufbau profitieren. Qualifizierung trägt dazu bei, die angebotenen und nachgefragten Kompetenzen auszugleichen und sie hilft bei der Bewältigung des wirtschaftlichen Strukturwandels, der sich in einer sinkenden Nachfrage nach Arbeitskräften mit geringer formaler Ausbildung und einer Verlagerung zugunsten höherer Qualifikationen niederschlägt“, so Felbermayr.

Laut Studie, so der WIFO-Direktor, sollten vor allem längerfristige, fachliche und berufsbezogene Qualifizierungen forciert werden, die eine tatsächliche Höherqualifizierung oder fachliche Umorientierung ermöglichen. „Die zukunftsträchtigen Beschäftigungsbereiche MINT, Klimaschutz, Gesundheit, Pflege und frühkindliche Bildung bieten sich besonders an.“

 

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Zwischenbilanz zur Corona-Joboffensive

Im Rahmen der Corona-Joboffensive (Zur-Sache berichtete) konnten bisher bereits 204.657 Personen von Aus- und Weiterbildungsprogrammen profitieren. Damit wurde die ursprüngliche Zielsetzung der Bundesregierung, bis Ende 2022 100.000 Personen aus- und weiterzubilden, um mehr als 100 Prozent übertroffen.

48 Prozent der Personen, die durch die Corona-Joboffensive gefördert wurden, finden bereits innerhalb der ersten 3 Monate nach Abschluss der Maßnahme einen Job. Nach 6 Monaten beträgt dieser Wert bereits deutlich mehr als die Hälfte (58 Prozent).

Mit der Corona-Joboffensive werden vor allem jene Zielgruppen erreicht, die oft von Vermittlungshemmnissen betroffen sind. 47 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wiesen am Beginn ihrer Teilnahme höchstens einen Pflichtschulabschluss auf. Etwa 33 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer galten zu Qualifizierungsbeginn als langzeitbeschäftigungslos.

„Die Corona-Joboffensive ist das größte arbeitsmarktpolitische Instrument der Zweiten Republik. Durch gezielte Aus- und Weiterbildungen ist es uns damit gelungen knapp 90.000 Menschen in Beschäftigung zu bringen. Durch Förderungen im Rahmen der Corona-Joboffensive konnten vor allem jene Personen aus- und weitergebildet werden, die ansonsten für gewöhnlich nicht so einfach einen Job finden“, bilanziert Arbeitsminister Kocher.

Laut WIFO-Studie greifen die Maßnahmen des AMS. Das Schlüsselwort heißt Qualifikation. Für Arbeitsminister Kocher profitieren besonders benachteiligte Zielgruppen von den Fördermaßnahmen am Arbeitsmarkt. Foto: Enzo Holey
Laut WIFO-Studie greifen die Maßnahmen des AMS. Das Schlüsselwort heißt Qualifikation. Für Arbeitsminister Kocher profitieren besonders benachteiligte Zielgruppen von den Fördermaßnahmen am Arbeitsmarkt. Foto: Enzo Holey

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