Konflikt um Parteikurs

Foto: Florian Schrötter; Zur-Sache.at
Foto: Florian Schrötter; Zur-Sache.at

Der innerparteiliche Konflikt in der FPÖ scheint immer heftiger zu werden. Nun greift auch FP-Bundesobmann Norbert Hofer seinen Klubobmann Herbert Kickl öffentlich an. Grund dafür: Die FPÖ-Position zu den Corona-Demonstrationen. Gegenüber den Oberösterreichischen Nachrichten äußerte Hofer dazu: „Ich habe nicht vor, eine Demo der FPÖ zu organisieren.“ Damit spielte er auf die Ausritte seines blauen Noch-Klubobmannes Kickl an, der Anfang März bei einer Demonstration von Corona-Leugnern und Verschwörungstheoretikern teilgenommen hat. Vielmehr offenbart dieser Konflikt aber, worum es zwischen Hofer und Kickl wirklich geht: Um die Führung in der FPÖ.

 

Blauer Corona-Zwist

Immer mehr FPÖ-Funktionäre lehnen sich gegen die radikalen Positionen von FP-Klubobmann Herbert Kickl auf. Etwa der Welser FP-Bürgermeister Andreas Rabl, der zurzeit auch den schwer an Corona erkrankten FP-Oberösterreich Chef Manfred Haimbuchner vertritt. Er fordert etwa eine Diskussion über „die Kommunikation der eigenen Corona-Politik“ und widerspricht somit FP-Kickl, der an seinem radikalen Anti-Corona-Maßnahmen Kurs festhalten will. Er betonte auch in Richtung Kickl, dass er im Gegensatz zu ihm „keine Politik auf der Straße mache“.

Gegen die aufstachelnden Auftritte von Kickl positionieren sich auch FP-Funktionäre und Bürgermeister aus Kärnten. Sie erkennen, dass Ex-Innenminister Herbert Kickl an den Menschen vorbeiredet und seine Positionierung zu einseitig ist. Zur-Sache.at berichtete.

 

FP-Widerstand gegen Kickls „Impf-Zwang“ Sager

Noch-Klubobmann Kickl ignoriert die Stimmen seiner Funktionäre aber konsequent und hält damit die eigene Partei in Geiselhaft. Mit seinem Krawall-Auftritt im Parlament diese Woche brachte er nun aber endgültig das Fass bei führenden FP-Funktionären zum überlaufen, hatte er doch den „Grünen Pass“ als „Impfzwang“ diskreditiert.

Das führte zu interner Kritik und Ablehnung des FP-Klubobmanns. So reagierte etwa FP-Salzburg Chefin Marlene Svazek in den Salzburger Nachrichten und erklärte, sich „früher oder später auch impfen“ zu lassen.

Weiters legte sich FP-Bundesobmann Norbert Hofer fest, dass es keine FPÖ-Corona-Demo gebe, ohne „dass er sein Hakerl darunter mache“. Ob sich Kickl dieses Machtwort seines Bundesobmannes so gefallen lässt, wird man sehen.