In der deutschen SPD werden erste Stimmen nach Verstaatlichungen laut und somit Erinnerungen an die DDR wach. Foto: Monate: istock/gopixa, Screenshot: Twitter / Seija KK

Der Krieg in der Ukraine hat in ganz Europa zu einer Teuerungswelle und hohem Anstieg der Inflation geführt. In Deutschland, wo die Inflation im März bei 7,6 Prozent lag, kommt nun ein Vorstoß aus den Reihen der Jung-Sozialisten (Jusos). Der Verband in München beschloss einstimmig die Verstaatlichung der Lebensmittelketten. Pikant: Die SPD scheint sich davon nicht klar distanzieren zu wollen.

 

„Vergesellschaftung von Supermärkten“

Es ist ein Tweet, der eine Welle der Empörung auslöst und gleichzeitig tief in die Ideologie der deutschen Sozialdemokratie blicken lässt. Dass die freie Marktwirtschaft die Genossen immer schon störte, ist nicht neu. Allerdings sind die jüngsten Forderungen der Jusos doch pikant. Münchens Jusos fassten nämlich den einstimmigen Beschluss der „Vergesellschaftung von Supermärkten“. Heißt im Klartext: Der Staat soll die Lebensmittelketten übernehmen. Münchens Jusos-Chef Benedict Lang begründete den Beschluss auf Twitter damit, dass die Lebensmittelversorgung „demokratisiert“ werden müsse.

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SPD distanziert sich nicht

Der Vorstoß des Parteinachwuchs an der Isar wurde von den Parteiobrigen gar nicht zurückgeschmettert, sondern befeuerte im Gegenteil sogar noch die Debatte. Der Münchner SPD Chef Christian Köning meinte gegenüber der Bild, dass die Idee „nicht sofort umsetzbar sein“ müsse. Auch die Fraktionschefin äußerte sich ähnlich. Könings Ehefrau, eine ehemalige SPD-Bundestagskandidatin meinte auf Twitter unverhohlen: „Lasst uns Supermärkte vergesellschaften!“

 

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Heftige Reaktionen

Die SPD in Berlin lässt die Forderung nach wie vor unkommentiert stehen. Währenddessen hagelt es heftige Kritik von anderen Parteien auf den Verstaatlichungs-Vorstoß der Münchner SPD-Parteijugend.

Für politische Beobachter werden Erinnerungen an die kommunistische Deutsche Demokratische Republik (DDR, 1949-1990) ausgelöst.