News

Der Diskurs läuft aus dem Ruder

Der Diskurs läuft aus dem Ruder, wenn Worte aus dem Zusammenhang gerissen, verdreht und in Vorwürfe umgemünzt werden, insbesondere, wenn Empörung geschürt und einer gereizten Gesellschaft präsentiert wird. Foto: Klicker/pixelio

Kurt Imhof hatte Recht: Manche Akteure in Politik und Medien überholen einander ständig in der Gipfelhöhe ihrer Erregung. Ihr Ziel: Aufmerksamkeit. Ihr Gegenstand: Empörungsbewirtschaftung.

 

Empörung

Mit Empörungsbewirtschaftung meinte der Schweizer Mediensoziologe Imhof die galoppierende Verflachung der öffentlichen Debatte bei steigender Erregung der Beteiligten.

Auf heute gewendet: Aussagen werden verkürzt und verdreht, um sie dann ihrem Urheber zum Vorwurf zu machen. Dieser Tage zu sehen an der rituellen Empörung über klare Worte von Bundeskanzler Karl Nehammer zu Leistung, Pflichten und Verantwortung.

 

Zerrissen, verdreht, verkürzt

Niemand kann ernstlich annehmen, ein Gespräch unter Vernünftigen über wesentliche Themen ließe sich mittels brachial geschnittener Videosequenzen führen. Ein Unfug. Verkürzt wie Comix, aber mit Tonspur. Und aus dem Zusammenhang gerissen, der nicht mehr herzustellen ist.

 

Große Gereiztheit

Doch der Boden, auf dem die Empörung ins Kraut schießt, ist die vom deutschen Denker Bernhard Pörksen beschriebene „große Gereiztheit“ vieler Zeitgenossen und -genossinnen. Die warten auf den täglichen Anlass zur Empörung wie der Hausmeister auf einen ausgespuckten Kaugummi. Die Empörten bespielen den öffentlichen Raum auf allen Kanälen. Der von ihnen befeuerte Diskurs läuft aus dem Ruder.

 

Furor im Internet

Der Empörungsfuror im Internet reibt uns auf, sagte Anne Will, Deutschlands Top-Moderatorin jüngst in einem Abschiedsinterview. So ist es. Denn wer dagegen hält, den trifft die Empörung der Erregten, die sich im Recht wähnen, ohne es zu sein.

Der Diskurs läuft aus dem Ruder, wenn Worte aus dem Zusammenhang gerissen, verdreht und in Vorwürfe umgemünzt werden, insbesondere, wenn Empörung geschürt und einer gereizten Gesellschaft präsentiert wird. Foto: Klicker/pixelio
Der Diskurs läuft aus dem Ruder, wenn Worte aus dem Zusammenhang gerissen, verdreht und in Vorwürfe umgemünzt werden, insbesondere, wenn Empörung geschürt und einer gereizten Gesellschaft präsentiert wird. Foto: Klicker/pixelio
Die Waldfläche in Österreich erhöht sich jährlich. Foto: Forst&Land

Reitans Freitag: Durchatmen im Kindergarten

Vor 60 Jahren, bei der Nationalratswahl m 6. März 1966, hatte die ÖVP unter Bundeskanzler und Bundesparteiobmann Josef Klaus, einem Rechtsanwatl, die absolute Mehrheit an Mandaten errungen. In der folgenden Reformperiode wurden auch erste Schritte in Richtung Europa gesetzt. Foto: Michael Buchner

Reitans Freitag: Europa – mit Verstand, Maß und Mitte

Gerechtigkeit und Fairness: Das Sozialsystem muss stabil bleiben, zugleich fair und gerecht für jene sein, die es bezahlen. Das Konzept Sozialhilfe-Neu ist ein weiterer Teil des Österreichplans von Bundeskanzler und ÖVP-Bundesparteiobmann Karl Nehammer (im Bild in Jänner in Wels); Foto: Paul Gruber

Der Österreichplan: Antworten auf die Fragen der Zeit

Mit dem Klimawandel hat sich das Debattenklima verschärft. Klimapolitik braucht Konsens und Kompromiss. Foto: pixelio/S. Hofschlaeger

Wandel im Debattenklima

Die Krisenherde dieser Welt wirken nach Österreich: Arnold Kammel, Generalsekretär im Verteidigungsministerium, bei der Regierungsklausur in Mauerbach. Foto: BMKÖS/Shervin Sardari

Marksteine für den Weg aus der Krise

Die ÖVP bleibt dabei, Aufwendungen für Arbeit und Wahlkampf jeweils richtig zugeordnet zu haben. Bild: Rainer Sturm/pixelio.de

Wahlkampfkosten: Buchhaltung und ihre Experten