News

Pro Tag 20 Anzeigen wegen Sozialbetrugs

Betrug durch Erschleichen von Sozialleistungen: Die Anzeigen steigen, die Täter agieren professionell, vernetzt und teils via Internet. Foto: Pixabay / M. Richter

Das Innenministerium hat eine Einheit zur Bekämpfung von Sozialbetrug geschaffen, und diese setzt jetzt eine Offensive. Begründung: In zehn Jahren ist die Anzahl der Anzeigen auf das Zwölffache angestiegen.

 

Über 6.000 Anzeigen im Jahr 2025

Die Zahlen wurden am Mittwoch bei einem Sicherheitsgipfel des Innenressorts zur Bekämpfung von Sozialleistungsbetrug präsentiert. Im Jahr 2016 waren noch 472 Anzeigen zu verzeichnen, 2025 waren es 6.062 Fälle. Also an jedem Werktag 20 Anzeigen.

Die Task Force Sozialleistungsbetrug (SOLBE) bildet Spezialisten aus und erhöht den Kontrolldruck. Innenminister Gerhard Karner: „Die Aufklärung steigt weiter und das Netz zur Bekämpfung wird stetig dichter.“

Sozialleistungsbetrug zählt zu den sogenannten Kontrolldelikten, schreibt das Innenressort in einer Information: Je intensiver die Kontrollen, desto mehr Fälle werden sichtbar und vom „Dunkelfeld“ ins „Hellfeld“ überführt. Die Aufklärungsquote von Sozialleistungsbetrug liegt aktuell bei 99,6 Prozent.

Regional zeigt sich ein deutlicher Schwerpunkt in Wien, wo 2025 rund 43 Prozent aller Anzeigen (2.625 Fälle) registriert wurden.

Im Jahr 2025 wurden 6.191 Tatverdächtige erfasst, davon 74,5 Prozent Fremde (4.610 Personen) und 25,5 Prozent Inländer (1.581 Personen). Zu den häufigsten Herkunftsländern zählen neben den österreichischen Staatsbürgern unter anderem die Ukraine (1.049 Personen), Syrien (737), Serbien (499) und Afghanistan (343).

Die Täterinnen und Täter gelten als zunehmend professionell und vernetzt.

Neben dem Sozialleistungsbetrug schädigt auch der Steuerbetrug Staat und Gesellschaft.