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Schüssel mit Mahnung zum Kommunismus

Als "toxische Mischung" bezeichnet Alt-Kanzler Wolfgang Schüssel den Kommunismus. Foto: das neue Innsbruck

Nach dem Wahlerfolg der KPÖplus bei den Gemeinderatswahlen in der Stadt Salzburg findet der ehemalige ÖVP-Chef und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel mahnende Worte zum Kommunismus. „Jeder, der heute den Kommunismus verharmlost, weiß nicht, wovon er spricht“, so der Altkanzler.

 

Es war einer der eher seltenen Auftritte von Altbundeskanzler Wolfgang Schüssel. Aber den Wahlkampfauftakt der neuen bürgerlichen Plattform „das neue Innsbruck“ ließ sich der 78-jährige Ex-ÖVP-Chef nicht entgehen. Er kam am Montagabend extra nach Innsbruck, um Bürgermeisterkandidat Florian Tursky beim Start in den Innsbrucker Gemeinderatswahlkampf zu unterstützen (Zur-Sache berichtete)

 

Schüssel: „Diese Marke ist toxisch“

Im Gespräch mit dem Kurier äußerte sich Schüssel am Rande der Veranstaltung auch zum Ausgang der Salzburger Gemeinderatswahl. Er machte kein Hehl aus seiner Abneigung gegenüber dem Kommunismus und warnte vor ein Widererstarken dieser Gesinnung. „Jeder, der heute den Kommunismus verharmlost, weiß nicht, wovon er spricht“, so Schüssel.

Der Altkanzler hob hervor, dass der Kommunismus in der Geschichte Österreichs eine prägende Rolle gespielt habe, insbesondere durch die Nähe zum Eisernen Vorhang, der „halb Österreich umschlossen“ hatte. Entlang dieser Grenze waren mehr Todesopfer und Verletzungen zu beklagen waren als an der gesamten, weitaus längeren innerdeutschen Grenze. „Diese Marke ist toxisch“, so der langjährige Bundeskanzler. Das sei jedenfalls seine Erfahrung: „Ich bin so alt wie die Republik.“

 

Millionen Tote und Menschheitsverbrechen

Angesprochen auf den Salzburger Wahlgewinner und KPÖplus Spitzenkandidat Dankl meinte er: „Der mag ja ein netter junger Mann sein. Aber warum der unter KPÖ kandidiert, das muss mir einer erklären“, wird der frühere Bundeskanzler im Kurier zitiert. Er ortet generell das Fehlen einer intensiven Auseinandersetzung mit der Geschichte des Kommunismus in Österreich. Während das Land eine „Aufarbeitungskultur“ bezüglich der Verbrechen des Nationalsozialismus etabliert habe, seien die Gräueltaten von Führungsfiguren wie Stalin oder Mao, die zu „Millionen Toten und Menschheitsverbrechen“ geführt haben, weitgehend unbeachtet geblieben.

Infos:

Wie berichtet, besuchte der Grazer KPÖ-Mandatar Werner Murgg vor wenigen Monaten die kommunistische Diktatur Weißrussland.

Der Terror etwa von Stalin (UdSSR) und Mao (China) wird in dem 1000 Seiten umfassenden, in 26 Sprachen übersetzten Das Schwarzbuch des Kommunismus dargestellt.