Mehr Frauen braucht die Technik

Volles Engagement für Frauen in Technikberufen. ÖVP-Abg. Therese Niss. Foto: Parlamentsdirektion / Thomas Topf
Volles Engagement für Frauen in Technikberufen. ÖVP-Abg. Therese Niss. Foto: Parlamentsdirektion / Thomas Topf

Mehr Mädchen und Frauen in technische Berufe zu bringen, ist das erklärte Ziel von ÖVP-Abgeordnete Theres Niss. Die Sprecherin für Digitalisierung, Forschung und Innovation der Volkspartei setzt am Weltfrauentag im Parlament eine weitere Initiative in ihren Bemühungen gegen einen gezielten Fachkräftemangel in Technik-Berufen. Frauenministerin Susanne Raab hatte schon tags zuvor eine Initiative präsentiert.

 

Es fehlt an Fachkräften

Der technische Bereich ist bereits mit einem gravierenden Fachkräftemangel konfrontiert und die Situation wird sich in absehbarer Zeit noch weiter verschlechtern. Trotz guter Jobaussichten ist das Interesse vieler Frauen und Mädchen an technischen Tätigkeiten leider nach wie vor sehr gering. Grundsätzlich interessieren sich rund 20 Prozent weniger Mädchen als Burschen für MINT-Fächer, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Lediglich ein Viertel aller hochqualifizierten Wissenschafts- und Technikjobs sind in Österreich durch Frauen besetzt. Daher braucht es zielgerichtete Maßnahmen vor allem bei der Förderung von Mädchen und Frauen.

 

Einstimmig beschlossener Antrag

In einem unter Federführung von ÖVP-Sprecherin Therese Niss ausgearbeiteten und einstimmig beschlossenen Antrag von ÖVP und Grünen wird das Bildungsministerium ersucht, mit einer Strategie für eine nachhaltige Erhöhung des Anteils von Mädchen und Frauen in Ausbildungsformen für technische Berufsfelder zu sorgen. Entsprechende Maßnahmen über die gesamte Bildungskette hinweg sollen gebündelt und umfassend dargestellt werden.

„Um noch mehr Frauen für den MINT-Bereich gezielt und nachhaltig zu begeistern, muss die Förderung von Frauen die gesamte Bildungskette umfassen, und die Maßnahmen vom Kindergarten über das Hochschulstudium bis zur Erwachsenenbildung müssen abgestimmt und aufeinander aufgebaut sein. Gerade für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Österreich ist es notwendig, gezielte Maßnahmen zu setzen, um mehr Menschen und insbesondere Frauen für den MINT-Bereich zu gewinnen“, so die ÖVP-Abgeordnete zum Antrag. 

 

MINT-Initiative aus der Wirtschaft für die Wirtschaft 

Die Abgeordnete hat auch selbst heuer eine Initiative ins Leben gerufen: Insgesamt neun Betriebe fördern mit der MINTality-Stiftung die Berufschancen von Frauen (Zur-Sache berichtete). „Die Vorbereitungen für die MINTality-Stiftung laufen seit mehr als einem Jahr und ich freue mich, dass ich viele wichtige Gründungspartner an Bord holen konnte – die Initiative kommt aus der Wirtschaft und ist für die Wirtschaft. Mit einem Stiftungsvolumen von über 1,2 Millionen Euro jährlich werden wir erfolgreiche und bestehende Projekte skalieren und notwendige Bewusstseinsarbeit leisten, um stereotype Rollenbilder aufzubrechen. Wir wollen nicht nur ein Think-tank, sondern auch ein Do-tank sein. Die Stiftung soll Lösungen aufzeigen, um konkret den Fachkräftemangel zu bekämpfen, Teams diverser zu machen, Frauen spannende Karrieren in technischen Berufen zu ermöglichen und Frauen finanziell unabhängiger zu machen.“

 

Auch MINT-Initiative der Frauenministerin

Neben der parlamentarischen Initiative, gab vergangene Woche auch Frauenministerin Susanne Raab den Startschuss für eine spezielle MINT-Offensive für Mädchen. Mit dem Fonds den Fonds LEA  – „Let’s Empower Austria“ – sollen Frauen und Mädchen für MINT-Berufe gewonnen werden. Dieser Fonds ist zum Start mit 800.000 Euro dotiert.

Die neue Initiative soll, wie es in der Präsentation heißt, zusätzlich zu bisherigen Maßnahmen die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern in Österreich verbessern. Zudem soll sie aktuellen Herausforderungen in der Frauenpolitik begegnen, etwa dem Gender Pay GapGender Pension Gap oder eben dem niedrigen Frauenanteil in MINT-Berufen. Im Rahmen der Initiative werden daher drei inhaltliche Schwerpunkte verfolgt, schreibt Raab auf der BKA-Seite: ein Empowerment von Frauen und Mädchen, die Begeisterung für eine Ausbildung und Karriere im MINT-Bereich sowie LEA als eine Wissensplattform rund um das Thema Gleichberechtigung.