Die Arbeitslosenzahlen bleiben stabil auf einem niedrigen Niveau, das gab Arbeitsminister Martin Kocher am Dienstag bekannt. Foto: BKA / Florian Schrötter

Aktuell sind 296.353 Personen beim AMS arbeitslos oder in Schulung gemeldet: 233.321 davon sind auf Jobsuche, 63.032 befinden sich in Schulungsmaßnahmen des AMS.

 

Leichter Anstieg bei Arbeitslosen

Das bedeutet zwar einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen zur Vorwoche (Zur-Sache berichtete) um 325 Personen, Arbeitsminister Martin Kocher sieht darin aber die jährlichen saisonalen Effekte: „Die positive Entwicklung in den vergangenen Wochen basiert auf saisonalen Effekten, die üblicherweise über den Sommer anhalten. Der Hintergrund dafür ist, dass der österreichische Arbeitsmarkt im Sommer stark vom Tourismus geprägt ist und dieser für gewöhnlich Ende Juli die höchste Zahl an Beschäftigten im Jahr erreicht.“

 

Im Vorjahr 47.370 mehr Personen arbeitslos

Der Vorjahresvergleich zeichnet auch diese Woche ein positives Bild. Ende Juli 2021 waren um 47.370 Personen mehr arbeitslos oder in Schulung. Im selben Zeitraum des Jahres 2020 lag die Arbeitslosigkeit inklusive Schulungsteilnehmerinnen und Schulungsteilnehmern um 136.200 Personen höher als heute. Selbst im Vergleichszeitraum des Vorkrisenjahres 2019 lag diese Zahl um 26.810 Personen höher als derzeit.

 

Voranmeldungen zur Kurzarbeit stabil

Aktuell sind nur 5.898 Personen zur Kurzarbeit vorangemeldet. Das entspricht etwa dem Niveau der Vorwoche. Die Voranmeldungen haben sich demnach offenbar eingependelt. Auch der Jahresvergleich zeigt sich positiv. So sind die Voranmeldungen zur Kurzarbeit in diesem Jahr um 170.631 Personen zurückgegangen, das entspricht einer Reduktion um 96,7 Prozent. „Das zeigt, dass die Kurzarbeit aktuell nur in sehr spezifischen Einzelfällen und nicht zur Überbrückung von betriebsüblichen Nachfrageschwankungen verwendet wird. Das ist wichtig, denn die aktuelle Form der Kurzarbeit ist ein Kriseninstrument und soll auch nur als solches genutzt werden“, so Kocher.

 

BIP um 1 % höher als im Vorjahr

Laut OECD war das BIP in der vorletzten Woche vom 10. bis 16. Juli 2022 um ein Prozent höher als in der entsprechenden Woche des Vorjahres 2021. „Dass dieser Indikator aktuell niedriger ausfällt als in den letzten Wochen, ist nicht überraschend. Hintergrund dafür ist einerseits, dass sich im Vergleichszeitraums des Vorjahres die Wirtschaftswachstumszahlen aufgrund der rückläufigen Covid-Infektionszahlen bereits stark verbessert hatten. Andererseits ist das derzeitige Wirtschaftstreiben vom russischen Angriffskrieg in der Ukraine und den damit einhergehenden Auswirkungen auf die Wirtschaft immer stärker negativ beeinflusst“, so Kocher abschließend.