Buddy-Programm für junge Ukrainer

Am 12. Mai 2022 fand eine Pressekonferenz mit Bundesministerin Susanne Raab, Bundesminister Martin Polaschek und Staatssekretärin Claudia Plakolm (im Bild) zum Buddy-Programm für ukrainische junge Vertriebene statt. Foto: Christopher Dunker
Am 12. Mai 2022 fand eine Pressekonferenz mit Bundesministerin Susanne Raab, Bundesminister Martin Polaschek und Staatssekretärin Claudia Plakolm (im Bild) zum Buddy-Programm für ukrainische junge Vertriebene statt. Foto: Christopher Dunker

Ab 12. Mai startet österreichweit das Buddy-Programm für junge Vertriebene aus der Ukraine. Ziel des Programms ist es, sie dabei zu unterstützen, in Österreich Fuß zu fassen, und sie mit engagierten Menschen und ehrenamtlichen Vereinen und Organisationen zu vernetzen. 

 

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Am 12. Mai 2022 fand eine Pressekonferenz mit Bundesministerin Susanne Raab, Bundesminister Martin Polaschek und Staatssekretärin Claudia Plakolm zum Buddy-Programm für ukrainische junge Vertriebene statt. Foto: Christopher Dunker

 

Gemeinsam mit dem Bundeskanzleramt (BKA), dem Staatssekretariat für Jugend, dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) und den Bildungsdirektionen startet der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) ein Buddy-Programm für junge Vertriebene aus der Ukraine.

Integrationsministerin Susanne Raab sprach in einer Pressekonferenz von insgesamt „24.000 ukrainischen Vertriebenen, unter 18 Jahren“, weshalb ein hoher Bedarf an einem solchen Unterstützungsprogramm besteht. Mit dem neuen System wird jungen Ukrainern ein engagierter Österreicher zugeteilt, der ihnen dabei helfen soll, ihren Platz in Österreich zu finden. Die Buddies sollen dabei unterstützend wirken, die neue Schule oder Universität kennenzulernen, die neue Stadt oder Gemeinde zu entdecken und – ganz besonders wichtig – neue Freunde zu finden und gemeinsame Hobbies auszuleben.

 

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Bildungsminister Martin Polaschek betont bei einer Pressekonferenz die Bedeutung von Schulen in der Integration von ukrainischen Vertriebenen. Foto: Christopher Dunker

 

„Buddies können dabei helfen, die neue Schule oder Universität aber auch die Gesellschaft kennenzulernen. Insbesondere die Schulen spielen hier eine ganz wichtige Rolle als Kommunikatoren und sind als Anknüpfungspunkte für das Programm gut geeignet“, betont Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungsminister Martin Polaschek bei einer Pressekonferenz.

 

Wie wird man zum Buddy?

Alle Jugendlichen, die an einer Buddy-Partnerschaft interessiert sind, können sich ab dem 12. Mai über die Website des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) für das Programm anmelden. Mit einem Matching wird festgestellt, wer gemeinsam in eine Buddy-Partnerschaft zugeteilt wird. Neben einem Einschulungsprogramm und regelmäßigen Austauschtreffen, können die Buddies die Partnerschaft frei gestalten.

Überwiegend arbeitet das Buddy-Programm mit Jugendorganisationen zusammen, die junge Ukrainer mit gezielten Veranstaltungen unterstützen. „Mit dem Buddy-Programm vernetzen wir junge Menschen, die aus der Ukraine vertrieben wurden mit Gleichaltrigen aus Österreich. Wir helfen somit auf einem Level, wo die Barriere besonders niedrig ist: Von jungen Menschen zu jungen Menschen und schlussendlich – wenn alles optimal läuft – von Freund zu Freund“, so Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm in einer Presseaussendung.

Staatssekretärin Plakolm ist mit der Regierungsumbildung auch für den Zivildienst und das Ehrenamt zuständig. Sie begrüßte die Unterstützung des Buddy-Projekts durch die Landjugend, die Blasmusikjugend, die Sportunion und die Feuerwehrjugend, die Katholische Jungschar und die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs. Weitere Vereine und Organisationen seien herzlich willkommen sich am Buddy-Programm zu beteiligen.

 

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Eine Vertreterin der österreichischen Pfandfinder erzählt von ihren positiven Erfahrungen mit jungen Ukrainern in ihrer Pfadfindergruppe. Foto: Christopher Dunker

 

1,6 Millionen Euro für Integrationsprojekte für ukrainische Vertriebene

Zusätzlich zum Buddy-System startet Integrationsministerin Susanne Raab einen offenen Förderaufruf in der Höhe von 1,6 Millionen Euro. Damit sollen die besten Ideen für Integrationsprojekte von ukrainisch Vertriebenen gekürt werden.

„Wir wollen die Vertriebenen aus der Ukraine, die durch den fürchterlichen Krieg gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen, best- und schnellstmöglich bei ihrem Alltag und ihrer Integration in Österreich unterstützen. Daher werden wir mit den 1,6 Millionen Euro Projekte fördern, die genau das tun und die Vielzahl an Maßnahmen, die das Integrationsressort und die Bundesregierung bereits gesetzt haben, ergänzen“, so Bundesministerin Susanne Raab in einer Presseaussendung.

 

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Integrationsministerin Susanne Raab hat einen offenen Förderaufruf in der Höhe von 1,6 Millionen Euro gestartet. Foto: Christopher Dunker

Die Einreichungsfrist läuft bereits, sodass die ersten Projekte ab August 2022 starten können. Eingereicht werden können Projekte für Sprache und Bildung, für Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt und für Starthilfe, etwa bei der Suche nach Wohnraum und Erledigung von Behördenwegen.