Regierung

Digitaler Führerschein – wie du ihn nutzen kannst

Ab heute kann man in Österreich den digitalen Führerschein nutzen - der erste digitale Ausweis Österreichs. Foto: Dragan Tatic

Im Pressefoyer nach dem Ministerrat präsentierten Innenminister Karner und Staatssekretär Florian Tursky den ersten digitalen Ausweis Österreichs, den digitalen Führerschein. Dazu wurde die digitale Ausweisplattform „eAusweise“ geschaffen, die den Grundstein für weitere digitale Ausweise legt. Wie die App funktioniert und wofür sie genutzt werden kann, hat zur-Sache hier zusammengefasst:

 

Tursky: „Die erste digitale Geldbörse“

Mit der neuen Ausweisplattform „eAusweise“ wird der Grundstein für weitere digitale Ausweisen gelegt. „Die Digitalisierung ist eine unserer wesentlichsten Zukunftsherausforderungen, die alle gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereiche erfasst. Sie soll unser Leben einfacher und Abläufe effizienter gestalten“, so Finanzminister Magnus Brunner, der auch für Digitalisierung zuständig ist. Bereits mit der Anwendung FinanzOnline sei Österreich Vorreiter im E-Government, erklärt Brunner weiter.

Die neue App sei die erste „digitale Geldbörse der Österreicher“, die von Schüler- und Studentenausweisen bis hin zu Zulassungsscheinen alles digital zur Verfügung stellen soll, leitete Staatssekretär für Digitalisierung und Telekommunikation, Florian Tursky im Pressefoyer des Ministerrates ein.

„Meine Aufgabe ist es, die Digitalisierung in Österreich voranzubringen und die Verwaltung dorthin zu bringen, wo die Menschen sind. Mit der App eAusweise und dem digitalen Führerschein ist uns der erste wesentliche Schritt auch gelungen“, erklärte Tursky. Nach dem digitalen Führerschein solle in weiterer Folge der digitale Zulassungsschein realisiert werden. Ziel sei es, irgendwann so viele Ausweise und Nachweise wie möglich am Handy zur Verfügung zu stellen.

Auch ÖVP-Digitalisierungssprecherin Therese Niss begrüßt den Schritt: „Mit der ersten digitalen Ausweisplattform und dem digitalen Führerschein wird die Digitalisierung in Österreich weiter erfolgreich vorangetrieben“.

 

Karner: „Wichtiger Beitrag für Cybersicherheit in Österreich“

Mit der ID Austria sei nicht nur ein moderner Identitätsnachweis entwickelt worden – sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Cybersicherheit in Österreich gesetzt worden, erklärte Innenminister Gerhard Karner. „So wird Identitätsdiebstahl verhindert und der Cyberkriminalität einen Riegel vorgeschoben. Der digitale Führerschein als erster digitaler Ausweis in Österreich ist ein Meilenstein am Weg in die Digitalisierung. Ich lade Sie ein – nutzen Sie die ID Austria und nutzen Sie den digitalen Führerschein“, so Karner abschließend. Im Pressefoyers des Ministerrates bezeichnet Karner die App als „neuen Bürgerservice“.

 

Österreich als Vorbild für Deutschland

Auch international nimmt Österreich eine Vorreiterrolle im Bereich der Digitalisierung ein. Nun nimmt sich sogar Deutschland ein Beispiel an Österreichs bei digitalen Amtswegen. Im Ö1-Morgenjournal von 19.10.2022  wurde berichtet, dass Staatssekretär Tursky im Zuge seiner Berlinreise bei der Smart Country Convention sich mit der deutschen Innenministerin Nancy Faeser über eine zukünftige Zusammenarbeit ausgetauscht hat. Österreich schneide im Vergleich zu Deutschland wesentlich besser. In Österreich nutzen bereits 72 Prozent der Bevölkerung die elektronischen Amtswege und in Deutschland nur 54 Prozent. Außerdem sind in Österreich bereits 200 Amtswege digitalisiert.

Die deutsche Innenministerin meint in ihrer Rede, Deutschland „guckt neidisch zu den Nachbarländern“ und lobte Tursky für seine Arbeit. „Ein digitales System für 8 Millionen bauen oder für 80 Millionen bauen, ist oft nicht der Unterschied“, meinte Tursky darauf und zeigte sich hilfsbereit. Man müsse die Register zusammenführen, um Amtswege „in einer Hand anbieten“ zu können und nicht mit einem Nachweis von einem Amt zum anderen Amt laufen zu müssen.

 

Wie funktioniert die App „eAusweise“?

Die neue digitale Ausweis- und Nachweisplattform Österreichs  „eAusweise“ soll es Bürgern ermöglichen, mittels Smartphone digitale Nachweise zu erbringen. Diese ist ab sofort für Android im Google Play Store ab Version 8 und für iOS im App Store ab Version 13 verfügbar. Damit soll man sich in ganz Europa ausweisen können, erklärte Tursky im Pressefoyers des Ministerrates. Die einzige Voraussetzung ist, dass man das 14. Lebensjahres vollendet hat.

Um die App zu nutzen ist es nötig, sich mit der ID Austria (die Weiterentwicklung der Handy-Signatur) in der bekannten App „Digitales Amt“ anzumelden und den Aktivierungsprozess in der App „eAusweise“ zu starten. Inhaberinnen und Inhaber eines österreichischen Scheckkartenführerscheins können danach den „Digitalen Führerschein“ auf ihr Smartphone laden und in der „eAusweise“ App als QR-Code – etwa bei einer Verkehrskontrolle oder allgemein als Ausweis – vorweisen. Der digitale Führerschein gilt aktuell ausschließlich in Österreich, basiert jedoch auf der eIDAS-Technologie, welche in Zukunft innerhalb der EU eingesetzt werden soll. Die App „eAusweise“ wird allen Nutzern kostenlos zur Verfügung gestellt. Für die Prüfung eines digitalen Führerscheins ist keine Internetverbindung notwendig.

 

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Dazu gibt es weiters eine zweite App, die „eAusweis Check App“, die rein zur Kontrolle von anderen Ausweisen dient. Screenshot: Privat

 

 

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Der digitalen Führerschein kann für Verkehrskontrollen, der Überprüfung von Ausweisdaten von einem selbst und von Dritten genutzt werden. Screenshot: Privat

 

Wie kommt man zum digitalen Führerschein?

  1. Um die App „eAusweise“ nutzen zu können, müssen sich die Nutzer mit ihrer eigenen ID Austria in der App „Digitales Amt“ anmelden.
  2. Die App „eAusweise“ muss auf dasselbe Smartphone kostenlos heruntergeladen werden.
  3. Anschließend muss die App mithilfe der App „Digitales Amt“ noch aktiviert werden und der digitale Führerschein auf das Smartphone geladen werden.
  4. Zusätzlich muss die App per aktivierter Fingerabdruck-Funktion oder Gesichtserkennung geschützt sein.

 

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Um den digitalen Führerschein nutzen zu können, muss man bereits einen Führerschein im Scheckkartenformat besitzen – nicht nur eine als Papierausweis (siehe Foto) . Foto: Privat