Innenpolitik

Langzeitarbeitslosigkeit seit April 2021 beinahe halbiert

Neben der sinkenden Arbeitslosigkeit ist besonders die Halbierung der Langzeitarbeitslosigkeit seit April 2021 eine positive Nachricht am Arbeitsmarkt. Foto: istock / industryview

Der Arbeitsmarkt zeigt sich auch nach Vorliegen der Oktober-Statistik weiter robust. Die Arbeitslosigkeit ging auch in den vergangenen Wochen zurück. Erfreulich ist die Entwicklung bei den Langzeitarbeitslosen. Dort halbierte sich dank der Aktion Sprungbrett (Zur-Sache berichtete) die Zahl seit April 2021.  

 

Kocher: „Situation nach wie vor sehr gut“

Ende Oktober waren genau 319.232 Personen beim AMS arbeitslos oder in Schulung gemeldet, davon waren 249.314 arbeitslos und 69.918 in Schulungsmaßnahmen des AMS. „Damit ist die Situation am Arbeitsmarkt unter Berücksichtigung saisonaler Entwicklungen nach wie vor sehr gut. Auch die Monatszahlen von Oktober zeigen, dass der Arbeitsmarkt den Herausforderungen im Zusammenhang mit der geopolitischen Situation und den hohen Energiepreisen weiterhin gut standhält“, so Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher über die Arbeitsmarktentwicklung im Oktober.

Ein Blick in die Statistik der Vorjahre zeigt, dass die aktuelle Arbeitslosigkeit wesentlich geringer ist, als noch im Oktober des Vorjahres oder vor der Pandemie im Oktober 2019. Konkret war vor einem Jahr die Arbeitslosigkeit um 21.910 Personen höher als heuer, im selben Zeitraum des Jahres 2020 war die Zahl sogar um 104.518 Personen höher als dieses Jahr und auch im Vorcoronajahr 2019 waren 34.794 Personen mehr beim AMS arbeitslos oder in Schulung gemeldet als aktuell.

 

Kocher will Niveau halten – mehr Geld für Aus- und Weiterbildung

Für Arbeitsminister Martin Kocher ist die aktuelle Arbeitslosenquote von 6 Prozent aber kein Ruhepolster. Im Gegenteil, wie er am Montag in einer Medienmitteilung betonte. „Um die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt auch im nächsten Jahr zu erhalten, legen wir mit dem Stabilitätspaket für den Arbeitsmarkt auch im kommenden Jahr wichtige Schwerpunkte auf Aus- und Weiterbildung sowie Beschäftigungsförderung. Dafür sind zusätzlich 120 Millionen Euro im Budget vorgesehen“, so Kocher.

 

Langzeitarbeitslosigkeit fast halbiert

Die Langzeitarbeitslosigkeit erreichte im April 2021 mit 148.000 Personen einen Höchststand. Diese Zahl konnte innerhalb der vergangenen 1,5 Jahren auf rund 78.000 nahezu halbiert werden, wie aus den aktuellen Arbeitsmarktzahlen hervorgeht. „Maßgeblich dafür war das von der Bundesregierung eingesetzte Programm Sprungbrett. Mit diesem Programm wurde ein besonderer Schwerpunkt darauf gelegt, jene Gruppen anzusprechen und zu fördern, die es besonders schwer haben einen Job zu finden – wie zum Beispiel Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder über 50-Jährige mit langer Arbeitslosigkeitsdauer. In Zukunft sollen besonders ältere Frauen mit dem steigenden Regelpensionsantrittsalter stärker in den Fokus der aktiven Arbeitsmarktpolitik rücken“, so Kocher weiter.

 

Auch Kurzarbeit weiter niedrig

Zur Kurzarbeit waren Ende Oktober 6.339 Personen vorangemeldet; die Zahl der vom AMS genehmigten Kurzarbeitsteilnahmen und die tatsächliche Inanspruchnahme werden deutlich niedriger sein. „Aufgrund der weiterhin guten Arbeitsmarktlage und vieler offener Stellen österreichweit kommt die Kurzarbeit derzeit nur punktuell zur Beschäftigungssicherung zum Einsatz – das Niveau bleibt dadurch in allen Bundesländern weiterhin niedrig“, so Kocher.

 

Krieg, Inflation und Energiepreise trüben Wachstum ein

Der BIP-Indikator der OECD wird wöchentlich veröffentlicht und setzt die aktuelle wirtschaftliche Aktivität in Relation zur Aktivität der Vergleichswoche im Vorjahr. Laut OECD war das BIP in der vorletzten Woche vom 16. bis 22. Oktober 2022 um 0,59 Prozent niedriger als in der entsprechenden Woche des Vorjahres 2021. „Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und damit einhergehende Sanktionen sowie Unsicherheiten bei der Energieversorgung und hohe Preise beeinflussen aktuell das Wirtschaftstreiben. Eine ähnliche Entwicklung kann derzeit in den meisten EU-Ländern beobachtet werden“, so Kocher abschließend.