News
Heeres-Reformer verlieren Geduld mit Neos und SPÖ
Das Bundesheer soll reformiert werden: Die Experten der Wehrdienstkommission plädieren für eine Verlängerung des Wehrdienstes – und verlieren nun die Geduld mit den Neos und der SPÖ: Sie fordern eine positive Entscheidung über das vor vier Monaten vorgelegte Modell „Österreich Plus“.
Neue Geopolitik führt zu Krisen
Österreich steht sicherheitspolitisch unter wachsendem Druck. Die geopolitische Lage in Europa und zunehmende Krisenszenarien zeigen: Die Anforderungen an die staatliche Handlungsfähigkeit steigen – militärisch wie zivil, erklärten die Vertreter der Wehrdienstkommission in einer Pressekonferenz der Plattform „Wehrhaftes Österreich“ am Montag in Wien.
Grundlage für Heeres-Reform
Mit dem Bericht der Wehrdienstkommission liegt seit dem 20. Jänner 2026 eine fundierte Entscheidungsgrundlage für mehr Resilienz vor. Das empfohlene Modell „Österreich Plus“ bedeutet konkret:
- 8 Monate Grundwehrdienst und verpflichtende Übungen im Ausmaß von 2 Monaten,
- sowie ein weiterentwickelter Wehrersatzdienst von zumindest 12 Monaten.
Mehr an Sicherheit
Dieses Modell ist eine maßvolle und realistische Weiterentwicklung des bestehenden Systems. Es geht nicht um ein Mehr an Belastung, sondern um ein Mehr an Sicherheit, an Resilienz und Verlässlichkeit, heißt es in einer Medien-Info der Plattform.
Die Wehrdienstkommission war breit zusammengesetzt – mit Vertreterinnen und Vertretern von Ministerien, Sozialpartnern, Jugend, Zivildienst und Miliz. Die eindeutige Empfehlung ist daher Ausdruck eines bereits erreichten gesamtgesellschaftlichen Lastenausgleichs. Es ist nicht verständlich, einen solchen breiten Konsens im politischen Prozess wieder in Frage zu stellen.
Die Experten haben schon vor Monaten ihren Bericht geliefert, die Bevölkerung ist laut Umfragen bereit – jetzt muss die Politik ins Tun kommen.
„Zaudern ist nicht mehr hinzunehmen“
So meinte Generalmajor Mag. Erwin Hameseder, Vorsitzender der Wehrdienst-Kommission und Milizbeauftragter im BMLV: „Die Antwort Österreichs auf die zugespitzte geopolitische Entwicklung ist das Modell „Österreich Plus“ – und zwar ab 1. Jänner 2027. Die Zeit des Zauderns – insbesondere von zwei Regierungsparteien – zu Lasten unserer Sicherheit und Resilienz ist nicht mehr hinzunehmen!“
Rotes Kreuz braucht Zivildiener
„Der Zivildienst ist ein wesentlicher Bestandteil der zivilen Landesverteidigung, sagte DI Peter Kaiser, Stellvertretender Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes und beratendes Mitglied der Wehrdienstkommission. „Das Österreichische Rote Kreuz, bei dem jedes Jahr mehr als 4.000 Zivildiener ihren Dienst leisten, begrüßt den Vorschlag der Wehrdienstkommission, die Dienstzeit auf zwölf Monate zu verlängern. So ist es für uns möglich, die Qualität weiter zu verbessern, die Einbindung in die Organisation zu intensivieren und die Wertevermittlung der Notwendigkeit der geistigen Landesverteidigung zu verstärken. Davon profitieren nicht nur die jungen Männer, die bei uns ihren Zivildienst leisten, sondern alle Menschen in Österreich.“
Miliz steht an der Kippe
Zustimmung auch aus dem Milizverband, wie Oberst DI Armin Richter, Präsident des Milizverband Österreich und beratendes Mitglied der Wehrdienstkommission sagte: „Das Milizsystem steht jetzt vor dem personellen Kipppunkt! ‚8+2‘ ist keine ‚politische Kür‘, sondern das absolute Minimum, um verlorenes politisches Vertrauen von Milizkadersoldaten zurückzugewinnen. Sie sind das quantitative Führungs-Rückgrat des Bundesheers. Ohne Miliz kein Bundesheer. Ohne Bundesheer keine Selbstverteidigung Österreichs!“
Arbeitgeber für Experten-Modell
„Österreichs Arbeitgeber sind bereit, ihren Beitrag zur Landesverteidigung zu leisten – und tun das bereits jeden Tag, wenn sie Mitarbeiter für Milizübungen freistellen“, erklärte Mag. Peter Koren, Stellvertretender Generalsekretär der Industriellenvereinigung und beratendes Mitglied der Wehrdienstkommission. „Daher tragen wir von der IV auch das vorgeschlagene Modell mit, weil wir wissen: Ein Bundesheer ohne Einsatzbereitschaft ist ein konkretes Risiko für Lieferketten, für Betriebe, für den Wirtschaftsstandort insgesamt. Was wir dafür brauchen, ist Planbarkeit, Rechtssicherheit und faire Ausgleichsregelungen.“
„Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif“
Klar und deutlich fällt das Statement von Brigadier Mag. Erich Cibulka, Vorsitzender des Dachverbands „Wehrhaftes Österreich“ und Präsident der Österreichischen Offiziersgesellschaft aus: „Unsere Verfassung macht mit dem Begriff der ‚Umfassenden Landesverteidigung‘ das Verteidigen unserer Werte zur Gemeinschaftsaufgabe. Der Aufbauplan 2032+ soll das Bundesheer wieder abwehrfähig machen – und eine Fähigkeitsentwicklung ermöglichen. Diese Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif. Wer beim Schutz der Bevölkerung spart, zahlt am Ende mit unserer Freiheit.“
Politische Blockade schwächt das Heer
Die gemeinsame Botschaft des Dachverbandes „Wehrhaftes Österreich“ enthält einen Appell und deutliche Kritik an jenen politischen Kräften, die „Österreich Plus“ noch nicht mittragen: „Das Modell ‚Österreich Plus‘ ist kein Wunschzettel des Militärs, sondern die fundierte und logische Konsequenz aus der veränderten geopolitischen Bedrohungslage in Europa. Wir wollen den Frieden sichern. Daher sagen wir: „Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor.“ Wer dieses Modell aus parteitaktischen, pazifistischen oder budgetären Vorwänden blockiert, der schwächt nicht bloß das Bundesheer – der schwächt die verfassungsmäßige Sicherheit und Resilienz der gesamten Republik Österreich. Und nützt damit fremden Interessen!“





