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„Made in Europe“ statt Abhängigkeit: Hattmannsdorfer will EU-Autopaket nachschärfen
Wirtschaftsminister lädt Auto- und Zulieferindustrie zum Round Table. Ruf nach Technologieoffenheit und Schutz vor China. Wertschöpfung soll in Europa bleiben.
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer fordert Nachschärfungen am EU-Automotive-Package, das derzeit in Brüssel verhandelt wird. Bei einem Round Table mit Vertretern der heimischen Automobil- und Zulieferindustrie machte sich der Minister zwar für mehr Flexibilität im Paket stark, verlangt aber zugleich klare Technologieoffenheit, Planbarkeit und mehr europäische Wertschöpfung.
Hattmannsdorfer für Technologieoffenheit
„Echte Technologieoffenheit heißt: Klimaziele erreichen, ohne einzelne Technologien politisch auszuschließen“, so Hattmannsdorfer. Deshalb müssten erneuerbare Kraftstoffe gleichwertig anerkannt werden. Gleichzeitig brauche Europa „einen stärkeren Schutz vor unfairer Konkurrenz aus China und klare Made-in-Europe-Vorgaben bei Batteriekomponenten“. Wer die Transformation der Autoindustrie ernst meine, müsse Investitionen in Europa erleichtern, „Durch bessere Finanzierung, steuerliche Entlastungen und faire Wettbewerbsbedingungen“. Ziel sei laut Wirtschaftsminister, dass „Wertschöpfung, Know-how und Arbeitsplätze in Europa bleiben“.
Große Bedeutung für den Standort
Für Österreich steht nach Angaben des Ministeriums viel auf dem Spiel: Die heimische Fahrzeug- und Zulieferindustrie umfasst rund 900 Unternehmen mit mehr als 190.000 Beschäftigten und einer Exportquote von 87 Prozent. Rechnet man vor- und nachgelagerter Bereiche mit ein sind es rund 368.000 Beschäftigte. Besondere Bedeutung hat die Branche für die Steiermark, Oberösterreich, Niederösterreich und Vorarlberg. Der internationale Druck wächst: Laut ACEA-Marktbericht stieg die weltweite Pkw-Produktion 2025 um 4,2 Prozent auf 78,7 Millionen Fahrzeuge. Der EU-Anteil liegt aber nur noch bei 14,6 Prozent.
Hattmannsdorfer mit Forderungen
Der Wirtschaftsminister setzt sich für Nachschärfungen in mehreren Bereichen ein. Erneuerbare Kraftstoffe sollen der Elektromobilität gleichgestellt werden: Die vorgesehene 90+10-Regelung sei ein erster Schritt, reiche aber nicht aus. Grüner Stahl, Aluminium und erneuerbare Kraftstoffe müssten bereits innerhalb der 90 Prozent anrechenbar sein. Ein mit erneuerbaren Kraftstoffen betriebener Verbrenner dürfe nicht schlechtergestellt werden als andere emissionsarme Technologien.
Zum Schutz vor unfairer Konkurrenz aus China verlangt der Minister eine konsequente Nachschärfung der Anti-Dumping- und Anti-Subventionsinstrumente. Es könne nicht sein, dass batterieelektrische Fahrzeuge aus China von Ausgleichszöllen erfasst würden, Plug-in-Hybride aber „durch eine Regelungslücke“ davon ausgenommen seien. Wer die europäische Industrie schützen wolle, „darf keine Schlupflöcher zulassen“.
Beim Thema „Made in Europe“ fordert Hattmannsdorfer klare Vorgaben bei zentralen Batteriekomponenten – von Vorprodukten über die Zellfertigung bis zu kritischen Materialien -, um nicht in neue Abhängigkeiten zu geraten. Investitionen in europäische Batterieproduktion und neue Antriebe sollen durch bessere Finanzierung und steuerliche Erleichterungen unterstützt werden. Schließlich müsse Europa bei Schlüsseltechnologien wie Software, Chips, Sensorik und digitaler Produktion unabhängiger werden, damit „das Auto der Zukunft nicht nur in Europa gebaut, sondern auch mit europäischer Technologie entwickelt wird“.
Unterstützung aus der Industrie
Rückendeckung bekommt Hattmannsdorfer von Branchenvertretern. Andreas Gaggl, Geschäftsführer des Fachverbandes der Fahrzeugindustrie, begrüßt, dass das Ministerium das Automotive Package samt Technologieoffenheit, Flexibilisierung der Zielvorgaben und Anerkennung von Carbon-Neutral-Fuel-Fahrzeugen unterstütze. Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung, spricht laut Aussendung des Ministeriums von einem „wichtigen Signal“: Europas Industrie brauche „einen Kurs, der Wettbewerbsfähigkeit, Technologieoffenheit und Klimaschutz verbindet“. „Made in Europe“ müsse „wieder zu einem Erfolgsmodell werden“.





