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Neue Studie belegt: Deutsch entscheidend für Integration

Laut aktueller Studie des ÖIF sind Deutschkenntnisse der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration. Foto: iStock/Stadtratte

Eine Studie unter rund 8.000 Zuwanderern zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Deutschkenntnisse und gelungener Integration. 

 

Integration gelingt besonders dort, wo Menschen früh Deutsch lernen, im Alltag und Beruf aktiv Deutsch sprechen und rasch zu arbeiten beginnen. Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen Befragung der Statistik Austria im Auftrag des Bundeskanzleramts und des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF). Befragt wurden in zwei Wellen jeweils rund 4.000 Personen. Die Erhebung zeigt deutliche Zusammenhänge zwischen Deutschkenntnissen, Erwerbstätigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe, wie der ÖIF am Freitag in einer Aussendung bekanntgab.

 

Sprachpraxis verbessert Deutschkenntnisse deutlich

Besonders klar ist der Zusammenhang zwischen regelmäßiger Sprachpraxis und besseren Deutschkenntnissen. Personen, die in der Arbeit fast ausschließlich Deutsch sprechen, berichten zu 83 Prozent von deutlichen Verbesserungen. Wird daneben regelmäßig eine andere Sprache verwendet, sinkt dieser Anteil auf 65 Prozent. Wer im Arbeitsalltag überwiegend oder ausschließlich eine andere Sprache spricht, kommt nur auf rund 38 Prozent. Noch stärker wirkt das private Umfeld: Wer zuhause überwiegend Deutsch spricht, berichtet zu 91 Prozent von Fortschritten.

Eine große Rolle spielt das Zuzugsalter. Menschen, die bereits im Kindesalter nach Österreich kamen, berichten zu 95 Prozent von Verbesserungen ihrer Deutschkenntnisse. Bei jenen, die erst im Alter von 45 bis 59 Jahren zuzogen, sind es nur 33 Prozent. Auch eine klare Bleibeabsicht wirkt sich aus: 72 Prozent jener, die auf jeden Fall oder eher in Österreich bleiben wollen, verzeichnen mittlere bis starke Fortschritte, gegenüber 59 Prozent bei Personen ohne klare Perspektive.

 

Arbeit als Schlüssel

Die Ergebnisse zeigen zudem, dass Erwerbstätigkeit wesentlich zur Integration beiträgt. Wer bereits vor dem Zuzug erwerbstätig war, ist auch in Österreich häufiger berufstätig (91 Prozent gegenüber 76 Prozent ohne vorherige Erwerbstätigkeit). Besonders hoch ist die Erwerbsbeteiligung bei Personen, die aufgrund von Arbeit nach Österreich kamen (95 Prozent). Bei Zuzug aufgrund von Flucht und Asyl (77 Prozent), Familie (79 Prozent) und Partnerschaft (90 Prozent) fällt sie niedriger aus.

Deutliche Unterschiede gibt es beim Tempo des Arbeitsmarkteinstiegs: Während 86 Prozent der aus Arbeitsgründen Zugewanderten binnen zwölf Monaten ihre erste Arbeit fanden, liegt dieser Anteil bei Personen, die als Flüchtlinge kamen, bei 46 Prozent.

 

Frauen mit Kindern und Fluchthintergrund seltener erwerbstätig

Auffällig sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Zum Befragungszeitpunkt waren 92 Prozent der Männer, aber nur 82 Prozent der Frauen in Österreich erwerbstätig. Besonders ausgeprägt ist die Differenz bei Personen mit Fluchthintergrund: Von den Männern aus Syrien waren rund 76 Prozent erwerbstätig, bei den Frauen nur rund 50 Prozent. Ähnliche Unterschiede zeigen sich bei Personen aus Afghanistan und Somalia.

Kinder im Haushalt beeinflussen die Erwerbstätigkeit von Frauen deutlich stärker als jene von Männern: Frauen mit Kindern unter 15 Jahren haben eine um 18 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, erwerbstätig gewesen zu sein, als Männer. Bei Frauen mit Fluchthintergrund steigt dieser Unterschied auf 22 Prozent. Auch beim Einstieg fanden 76 Prozent der Männer, aber nur 58 Prozent der Frauen binnen zwölf Monaten ihre erste Arbeit.

 

Zur Studie

Die Befragung wurde von Statistik Austria im Auftrag von Bundeskanzleramt und ÖIF durchgeführt, die Sekundäranalyse erfolgte durch die prospect Unternehmensberatung. Grundlage sind standardisierte Online-Befragungen in deutscher und mehreren weiteren Sprachen. Die Erhebungswelle 2024 mit Schwerpunkt Deutschkenntnisse umfasste 3.807 Zuwanderer, jene 2025 mit Fokus Erwerbsintegration 4.158 Zuwanderer. Befragt wurden Menschen unter anderem aus Afghanistan, Bosnien und Herzegowina, Rumänien, Serbien, Syrien, der Türkei, der Ukraine und der Russischen Föderation. Als Vergleichsgruppe dienten je rund 1.000 in Österreich geborene Personen. Die Auswahl erfolgte repräsentativ auf Basis des Zentralen Melderegisters.

Zur Studie

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