News

ÖVP knöpft sich Kickl vor

Die ÖVP tritt den medial kolportierten, rechtsradikalen und demokratiefeindlichen Aussagen der FPÖ-Jugend und der Identitären entgegen. Sie fordert Klärung der Vorwürfe durch FP-Chef Herbert Kickl. Foto (die ÖVP-Abgeordneten Andreas Hanger, Norbert Sieber und Wolfgang Gerstl sind im vorigen Mai entsetzt über die Wortwahl durch FPÖ-Abgeordneten Christoph Steiner im Nationalrat): Ulrike Wieser

Andreas Hanger, ÖVP-Abgeordneter, und Generalsekretär Markus Gstöttner knöpfen sich FPÖ-Obmann Herbert Kickl vor: Die ÖVP werde nicht tatenlos zusehen, wie die Kickl-FPÖ unter Führung von Neo-Nazis und Rechtsextremen die Demokratie zerstört. Dieser bleibt ein Sicherheitsrisiko, wie Klubchef Ernst Gödl sagte.

 

Rechtsradikale im FPÖ-Klub?

„Die FPÖ-Jugend entlarvt, wofür Kickls ,Dritte Republik‘ steht“, erklärte Hanger. Er reagierte empört auf die jüngsten Enthüllungen zu den medial kolportierten Verbindungen der FPÖ-Jugend zum Umkreis der Identitären Bewegung: „Dass die freiheitliche Jugendorganisation gemeinsame Sache mit dem Vorfeld der Identitären macht, beweist zweifelsfrei: Die Kickl-FPÖ und die Identitäre Bewegung sind Brüder im Geiste. Was macht Parteichef Herbert Kickl? Er erhebt Rechtsextremismus zu einem Gütekriterium und macht den radikalsten ,Nachwuchstalenten‘ ein Jobangebot im blauen Parlamentsklub oder der Freiheitlichen Partei“, reagiert ÖVP-Nationalratsabgeordneter Andreas Hanger.

Der Klubobmann der ÖVP, Ernst Gödl, hatte deswegen bereits gefordert, Parlamentsmitarbeiter zu überprüfen: Staatsverweigerer „haben im Parlament nichts verloren“.

Vertreter der rechtsradikalen Identitären aus Deutschland kamen voriges Jahr nach Wien. Foto: RechtsimBild

Vertreter der rechtsradikalen Identitären aus Deutschland kamen voriges Jahr nach Wien. Foto: RechtsimBild

„Abstoßendes Sittenbild“

„Das medial kolportierte Sittenbild im Dunstkreis der FPÖ-Jugend ist abstoßend und verstörend“, sagte dazu Markus Gstöttner. „Neuer Tag, neue Enthüllungen zu den Verbindungen der freiheitlichen Jugendorganisation mit dem Umfeld der Identitären Bewegung: Wer ideologisch im Rechtsextremismus wurzelt, Frauen herabwürdigt und über Gewalt an Andersdenkenden fantasiert, offenbart ein Weltbild und Geschichtsverständnis, das den zentralen Grundwerten unserer Gesellschaft diametral entgegensteht. Als Österreichische Volkspartei verurteilen wir die kolportierten Vorwürfe aufs Schärfste und fordern lückenlose Aufklärung“, betont der Generalsekretär der Volkspartei, Markus Gstöttner.

„Wo ist Herbert Kickl und warum äußert er sich nicht zu den Vorwürfen, die gegen die FPÖ-Jugend erhoben wurden? Eine klare Distanzierung von Parteichef Kickl von der Identitären Bewegung sowie der Gruppierung ,Aktion 451‘ ist längst überfällig“, so Gstöttner.

Regelmäßige Treffen in Wien und Kooperation: FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl und AfD-Fraktionsführerin Alice Weidel (2023). In Deutschland bleibt die AfD unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Bild: Screenshot SZ

Regelmäßige Treffen in Wien und Kooperation: FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl und AfD-Fraktionsführerin Alice Weidel (2023). In Deutschland bleibt die AfD unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Bild: Screenshot SZ

ÖVP fragt: Wo ist Kickl?

Und bezugnehmend auf aktuelle Meldungen heißt es in ÖVP-Kreisen: „Die Berichte über die rechtsextremen Verstrickungen – ‚Rassenschandejagd‘ auf Frauen, oder das ‚Vermessen des Arierknochens‘ – zwischen der FPÖ-Jugend und den Identitären sind zutiefst verstörend und machen deutlich, wofür Kickls ‚Dritte Republik‘ steht. Es ist nicht überraschend, dass die FPÖ und die Identitären Brüder im Geiste sind – immerhin ist es Herbert Kickl selbst, der die Identitären als ‚unterstützenswertes Projekt‘ und ‚NGO von Rechts‘ bezeichnet. Wir fragen uns: Wo ist Herbert Kickl und was hat er zu den Vorwürfen zu sagen?“

Die ÖVP tritt den medial kolportierten, rechtsradikalen und demokratiefeindlichen Aussagen der FPÖ-Jugend und der Identitären entgegen. Sie fordert Klärung der Vorwürfe durch FP-Chef Herbert Kickl. Foto (die ÖVP-Abgeordneten Andreas Hanger, Norbert Sieber und Wolfgang Gerstl sind im vorigen Mai entsetzt über die Wortwahl durch FPÖ-Abgeordneten Christoph Steiner im Nationalrat): Ulrike Wieser
Die ÖVP tritt den medial kolportierten rechtsradikalen und demokratiefeindlichen Aussagen der FPÖ-Jugend und der Identitären entgegen und fordert Klärung der Vorwürfe durch FP-Chef Herbert Kickl. Foto (Die ÖVP-Abgeordneten Andreas Hanger, Norbert Sieber und Wolfgang Gerstl sind - wie alle – im vorigen Mai entsetzt über Wortwahl und Vorwürfe durch FPÖ-Abgeordneten Christoph Steiner): Ulrike Wieser