Initiative für Tierwohl: So werden neue Perspektiven für Landwirte geschaffen

Georg Strasser will neue Initiativen für Österreichs Landwirte schaffen - Fotos: Parlamentsdirektion/ PHOTO SIMONIS; iStock.com/ FooTToo
Georg Strasser will neue Initiativen für Österreichs Landwirte schaffen - Fotos: Parlamentsdirektion/ PHOTO SIMONIS; iStock.com/ FooTToo

Mit einer neuen Initiative für Tierwohl sollen neue Perspektiven für Österreichs Landwirte geschaffen werden. Dabei wird etwa das Haltungssystem von Schweinen in Österreich umgebaut. Bereits ab 2023 wird es beim Um- und Neubau von Schweineställen nur mehr Haltungsformen mit eigenen Liegeflächen geben. „Damit beginnt für Schweinebranche mit dem Ausstieg aus der bis dato praxisüblichen Vollspaltenhaltung“, so der Österreichische Bauernbund.

 

Neue Stallsysteme bereits erprobt

Ab 2023 wird es bei Um- und Neubau von Schweineställen nur mehr Haltungsformen mit eigenen Liegeflächen geben. Damit beginnt die Schweinebranche mit dem Ausstieg aus der bis dato praxisüblichen Vollspaltenhaltung. Das neue Stallsystem mit Liegeflächen wurde im Rahmen von Tierwohlprogrammen in Dänemark bereits erfolgreich erprobt. Jetzt kommt es auch in Österreich. Kommende Woche wird die finale Debatte zum Tierschutzvolksbegehren im Parlament stattfinden.

 

Bis 2030 eine Million Bio- & Premiumschweine

Mit der Weiterentwicklung der Schweinebranche will man in mehreren Schritten „den Wünschen der Gesellschaft nach einerseits mehr Tierwohl und gleichzeitig mehr Bauernwohl“ gerecht werden, so Bauernbundpräsident Abg. z. NR DI Georg Strasser.

Der Obmann des österreichischen Bauernbundes betonte weiter, dass ein „großer Hebel der Veränderung“ auch das AMA-Gütesiegel sei. „Die Aufwertung des AMA-Gütesiegels, vor allem in der Basis, ist für manche ein kleiner Schritt, für die Schweinehalter jedoch ein sinnvoller und bedeutender.“

Die angestrebte Veränderung greift für die breite Basis (95 %) der Schweinefleischerzeugung. Zudem sollen im Premiumsegment (5 %) bis 2030 eine Million Schweine in Premium und Bio-Qualität auf heimischen Betrieben produziert werden.

 

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Konkrete Maßnahmen

  • Der höhere österreichische Förderstandard 2022 wird ab 2023 zum gesetzlichen Mindeststandard für Um- und Neubauten.
  • Moderne Stallhaltungssysteme die in dänischen Tierwohlprogrammen gut erprobt sind, werden ab 2023 zur gesetzlichen Norm
  • Im AMA-Gütesiegel wird dieser Standard ab 2032 zur Pflicht – ab diesem Zeitpunkt ist der Vollspaltenboden im AMA-Gütesiegel Vergangenheit. Das betrifft rund 40% der Schweine in Österreich.
  • Umstellung der öffentlichen Beschaffung auf den Standard AMA-Gütesiegel Tierwohl und BIO bis 2030, sowie Unterstützung der Pläne der AMA zum Ausbau der Schweinehaltung im Premiumsegment (AMA Tierwohlsiegel und Bio-Haltung) auf 1 Mio. Schweine bis 2030
  • Unterstützung für die Schweinebetriebe über die Investitionsförderung „Tierwohlpakt“ und über Module im neuen ÖPUL.
  • Start Projekt „Innovationen für bestehende Schweineställe – IBeSt“ mit Einbindung der Praktiker, Ministerien, Wissenschaft, Experten und Tierschutzorganisationen.
  • Umsetzung des Verbots des routinemäßigen Kupierens der Schwänze von Schweinen mithilfe einer verpflichtenden Tierhaltererklärung und einer Risikoanalyse.

Erklärung: Mit der Risikoanalyse bei schweinehaltenden Betrieben zur Beurteilung der Faktoren, die zu Kannibalismus und Schwanzbeißen führen, sowie der darauf basierenden verpflichtenden Umsetzung von Verbesserungen der Haltungsbedingungen wird erreicht, dass der Anteil von Schweinen mit unversehrten Schwänzen kontinuierlich erhöht wird, und damit das routinemäßige Kupieren der Schwänze endet.