Innenpolitik

Deutschkurse werden ab April umgestellt

Die Deutschkurse vom ÖIF werden ab April neu aufgesetzt. Foto: iStock/Stadtratte

Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) stellt seine Deutschkurse ab April 2026 grundlegend um. Die neuen Kurse starten an rund 250 Standorten in ganz Österreich und verbinden verpflichtendes Selbstlernen mit berufsbegleitenden Angeboten.

 

Verbindliches Selbstlernen und Konsequenzen

Die neuen Kursformate kombinieren Unterricht vor Ort mit verpflichtenden, klar strukturierten und begleiteten Selbstlernzeiten. Diese Selbstlernzeiten sind verbindlich, werden dokumentiert und fließen in die Leistungsbeurteilung ein. Wer nicht regelmäßig teilnimmt, nicht aktiv mitarbeitet oder Selbstlernzeiten nicht einhält, muss mit Konsequenzen bis hin zum Kursausschluss rechnen. Für Teilnehmer, die zu Hause keine guten Lernbedingungen haben, stellen die ÖIF-Kursträger Selbstlernräume vor Ort bereit.

 

Bauer: „Wer hier leben will, muss verstehen und verstanden werden“

„Integration ist kein Angebot, sondern eine Verpflichtung und Deutsch ist der Schlüssel dazu. Wer in Österreich leben will, muss die Sprache lernen, arbeiten gehen und sich an unsere Regeln und Werte halten. Genau deshalb stellen wir die ÖIF-Deutschkurse mit verpflichtenden Selbstlernzeiten, mehr Flexibilität durch Abend- und Onlineangebote und einem klaren Fokus auf das echte Leben neu auf, von der Kommunikation im Job bis zum Verständnis regionaler Dialekte. Wir erwarten Eigenverantwortung und aktive Mitarbeit, denn Fortschritt entsteht durch Übung und Engagement. Denn wer hier leben will, muss verstehen und verstanden werden“, erklärt Integrationsministerin Claudia Bauer.

 

Digitale Kompetenzen und regionale Dialekte

Gleichzeitig werden digitale Grundkompetenzen als fixer Bestandteil verankert: Die Teilnehmer lernen künftig in allen ÖIF-Deutschkursen auch den Umgang mit digitalen Behördenwegen, Online-Bewerbungen oder der Nutzung von Lernplattformen für das eigenständige Lernen. Ergänzend bereiten die neuen Kurse stärker auf die sprachliche Realität in den Regionen vor – vor allem im Hörverständnis regionaler Dialekte.

 

Besonderes Augenmerk auf Frauen und Eltern

Für Frauen und Eltern mit Betreuungsverpflichtungen ermöglicht eine bedarfsorientierte begleitende Kinderbeaufsichtigung die Kursteilnahme. Künftig werden auch Kinder während der Betreuung sprachlich gefördert, während ihre Eltern am Kurs teilnehmen. Ergänzend bieten die ÖIF-Frauenzentren Beratungs- und Unterstützungsangebote, die Frauen bei der Integration stärken und im Bedarfsfall auch bei Sprachbarrieren den Zugang zu Hilfe erleichtern.

Transparenter Datenaustausch

Bei den Deutschkursen wird auch auf Transparenz gesetzt. Der ÖIF dokumentiert alle relevanten Informationen zu jedem geförderten Deutschkursplatz und übermittelt diese tagesaktuell an die Integrationsschnittstelle des Bundes. Damit können zuständige Stellen wie Sozialhilfestellen der Bundesländer, AMS und andere Behörden tagesaktuell nachvollziehen, welche Maßnahmen beim ÖIF absolviert wurden und ob Integrationspflichten erfüllt werden.

 

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