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Täglich 100 illegale Beiträge zu Missbrauch und NS

Stopline präsentierte registriert und bekämpft tausende illegale Netzbeiträge zu sexuellem Missbrauch Minderjähriger und zu NS-Wiederbetätigung. Fotos: APA Fotoservice, Kristian Juhasz

Stopline ist die Meldestelle für illegale Beiträge im Netz, konkret bei Missbrauchsdarstellungen und NS-Wiederbetätigung. Sie verzeichnet 2025 mit 75.000 Meldungen einen neuen Rekord. Mehr als die Hälfte davon betrafen tatsächlich illegale Beiträge.

 

lllegale Beiträge überwiegend zu Missbrauch

Etwas mehr als 75.000 Meldungen erreichten Stopline, die österreichische Meldestelle gegen sexuelle Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger und gegen nationalsozialistische Wiederbetätigung im Internet, im Jahr 2025. Das ist die zweithöchste Anzahl im Lauf des 27-jährigen Bestehens der unabhängigen Plattform.

Die Anzahl gemeldeter Beiträge und illegaler Inhalte im Internet steigt an, berichtet Stopline.

Die Anzahl gemeldeter Beiträge und illegaler Inhalte im Internet steigt an, berichtet Stopline.

Neuer Höchstwert illegaler Beiträge

Rund 38.000 dieser Meldungen zu Beiträgen im Netz wurden als illegal eingestuft. Das entspricht 50,9 Prozent und markiert damit einen neuen Negativrekord. Der überwiegende Teil der Fälle betraf Darstellungen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger. Inhalte im Zusammenhang mit nationalsozialistischer Wiederbetätigung gingen hingegen zurück und wurden in 41 Fällen festgestellt.

Damit setzt sich ein besorgniserregender Trend fort, wie die Geschäftsführung von Stopline und  ISPA-Generalsekretär Stefan Ebenberger diese Woche berichteten: Während 2023 noch rund ein Drittel der Meldungen zutreffend – also illegalen Beiträgen galten – war, lag der Anteil 2024 bereits bei etwa 47 Prozent. Die aktuelle Entwicklung (51 Prozent in 2025) bedeutet nicht nur einen massiven Anstieg illegaler Inhalte, sondern auch eine deutlich höhere Belastung für die Meldestelle.

„Dass nahezu jede zweite Meldung zutreffend ist, hat unser kleines Team sowohl organisatorisch als auch emotional an seine Grenzen gebracht“, erklärt Barbara Schloßbauer, Projektleiterin der Stopline, diese Woche bei einem Pressegespräch.

 

Provider in Österreich ohne Meldung

Im Bereich Hosting gibt es eine positive Entwicklung: 2025 wurde kein einziger gemeldeter illegaler Inhalt bei einem österreichischen Provider gehostet. Im Jahr zuvor hatte es zum ersten Mal einen Fall gegeben, der ausreichte, um Österreich statistisch an die Spitze der Ursprungsländer zu bringen.

 

Illegales wird rasch gelöscht

„Löschen statt Sperren hat sich bewährt. Die enge und gute Zusammenarbeit zwischen Meldestelle, Providern und Behörden sorgt dafür, dass illegale Inhalte rasch entfernt werden und Österreich somit ein unattraktiver Hosting-Standort für derartige Inhalte ist“, betont ISPA-Generalsekretär Stefan Ebenberger.

 

57 Partner in 53 Ländern

Als Teil des internationalen INHOPE Netzwerks arbeitet Stopline mit 57 Partner-Hotlines in 53 Ländern zusammen, um illegale Inhalte weltweit so schnell wie möglich zu entfernen. Trotz ihrer vergleichsweisen kleinen Struktur zählt Stopline zu den aktivsten Meldestellen im gesamten Netzwerk.

Weitere Informationen im Stopline Jahresbericht 2025 unter: www.stopline.at