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Rot-Weiß-Rot-Karte soll zum „Standortmotor“ werden
Neue Economica-Studie zur „Unternehmermigration nach Österreich“ liegt vor. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer will die Rot-Weiß-Rot-Karte stärker als Standortinstrument ausrichten und gezielt Gründer, Unternehmer und Investoren nach Österreich holen.
Die Studie beziffert das wirtschaftliche Potenzial Österreichs: Bereits ein einzelnes unternehmerisches Projekt könne über fünf Jahre, je nach Szenario, zwischen rund 13,6 Millionen und 155 Millionen Euro an Bruttowertschöpfung auslösen. Im moderaten Szenario entstehen laut Studie rund 77,3 Millionen Euro Wertschöpfung und durchschnittlich 157 Beschäftigte pro Projekt. Hinzu kommen noch Investitionen von rund 15 bis 150 Millionen Euro pro Unternehmen.
Hattmannsdorfer sieht Wettbewerb und die besten Köpfe
„Migration ja – aber die richtige“, betont Hattmannsdorfer in einer Reaktion auf die Studie. Österreich stehe „im Wettbewerb um die besten Köpfe, um Kapital und um Zukunftstechnologien“. Wer Arbeitsplätze schaffe und den Standort stärke, solle „schneller und unbürokratischer Fuß fassen können“, so das Bekenntnis des Wirtschaftsministers. Die Rot-Weiß-Rot-Karte müsse dafür weiterentwickelt werden. Und zwar „weg vom reinen Fachkräfteinstrument, hin zu einem echten Standortinstrument für Wachstum, Innovation und neue Jobs“. Die Botschaft sei klar: „Wer anpackt, ist willkommen. Wer Österreich nur als soziale Absicherung versteht, nicht.“
Studienautor Christian Helmenstein erklärt, Unternehmermigration sei „kein Randthema der Migrationspolitik, sondern ein relevanter Faktor im internationalen Standortwettbewerb“. Entscheidend seien „transparente Verfahren, rechtliche Planbarkeit und eine klare wirtschaftspolitische Zielsetzung“. Maßgeblich für die Wirkung seien laut Studie Unternehmensgröße, die Geschwindigkeit des Markteintritts sowie stabile, planbare Rahmenbedingungen.
Forderung nach schnelleren Verfahren
Ziel sei kein „Golden Visa“, sondern ein wirtschaftsorientierter Zugang für Menschen, die real investierten, Betriebsstandorte aufbauen und Arbeitsplätze schaffen, heißt es in der Aussendung des Wirtschaftsministerium am Montag. Konkret brauche es unter anderem schnellere und digitale Verfahren mit klaren Entscheidungsfristen, weniger Bürokratie und weniger starre Punktesysteme, mehr Gewicht für unternehmerische Erfahrung und Skalierungspotenzial sowie Englisch als gleichwertige Geschäftssprache, wobei Deutschkenntnisse schrittweise aufgebaut werden sollten. Gefordert werden zudem ein breiterer Innovationsbegriff, ein Fast Track entlang der Industriestrategie für Schlüsseltechnologien, Life Sciences, KI, Halbleiter und weitere Zukunftsbranchen sowie ein aktiveres Standortmarketing.
Bisher wenige Unternehmer und start ups mit RWR-Karte
Den Handlungsbedarf untermauert der Minister mit einer Zahl aus dem Jahr 2025: „Dass von über 12.000 Rot-Weiß-Rot-Karten nur 60 auf Selbstständige und Start-ups entfallen, zeigt: Gerade jene, die Unternehmen aufbauen, investieren und Arbeitsplätze schaffen, kommen heute noch viel zu schwer durch das System.“ Das sei „ein Standortproblem, das wir lösen müssen“. Man wolle „kein starres System, das gute Gründer abschreckt, sondern klare, schnelle und digitale Verfahren, die echtes wirtschaftliches Potenzial erkennen“.
Tatsächlich entfielen 2025 von insgesamt 12.623 Rot-Weiß-Rot-Karten nur 45 auf selbständige Schlüsselkräfte und 15 auf Start-ups. Das entspricht zusammen rund 0,5 Prozent. Den größten Anteil stellten mit 8.631 Karten Fachkräfte in Mangelberufen, gefolgt von sonstigen Schlüsselkräften (1.915) und Studienabsolventen (1.166).
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