Rechtsextremer AfD-Anhänger: Video in Mauthausen und Interview mit Herbert Kickl

Foto: Screenshot, stefanhansbauer.de / Stephan Bauer
Foto: Screenshot, stefanhansbauer.de / Stephan Bauer

Anfang der Woche schockierte ein AfD-affiner „Youtuber“ mit einem Video, aufgenommen in der KZ-Gedenkstädte Mauthausen. Dabei stellte er den scheußlichen Vergleich zwischen Corona-Impfstoffen und dem Gift des NS-Regimes, Zyklon B, her. Nun ist klar: Das Video wurde offenbar auf der Durchreise nach Wien gedreht. In Wien sprach ebendieser Verschwörungstheoretiker mit FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl.

 

Je mehr Tage seit der Demo-Eskalation in Wien vergangenes Wochenende vergehen, desto mehr ideologische Abgründe der Teilnehmer zeigen sich. Anfang der Woche wurde ein Video publik, in dem ein – nun ehemaliger – AfD-Politiker den Vergleich zwischen Corona-Impfstoffen und dem Gift des NS-Regimes, Zyklon B, herstellte. Als wäre dieser Vergleich nicht schon scheußlich genug, entschied sich der selbsternannte „Aktivist“, dieses Video in der KZ-Gedenkstädte Mauthausen aufzunehmen und online zu stellen. Das LVT Oberösterreich ermittelt.

Nun wurde bekannt, dass sich dieser Mann unter den Teilnehmern der Demonstrationen in Wien befand. Es scheint, als wäre das Video auf der Durchreise von Deutschland nach Wien entstanden.

 

Heftige Kritik an Kickl

Das ehemalige AfD-Mitglied nahm aber nicht nur an den Protesten teil, sondern trat auch für Interviews mit FPÖ-Politikern in Kontakt. Screenshots zeigen: Der „Youtuber“ sprach mit dem FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl. Bilder, die man in Oberösterreich ungern sehen wird. Dort versucht sich Manfred Haimbuchner für die Landtagswahl im Herbst als gemäßigter FPÖler zu positionieren, während Herbert Kickl in Wien alles daran setzt, offensichtlich rechtsextreme Kräfte anzusprechen. Vielen Wählern in Oberösterreich könnte im Herbst im Hinterkopf bleiben, dass sich die Parteispitze der FPÖ offen gegenüber rechtsextremen Verschwörungstheoretikern zeigt.

 

Der Sicherheitssprecher der neuen Volkspartei, Karl Mahrer, kritisierte Herbert Kickl für sein Verhalten deutlich: „Nach seiner hetzerischen, teils antisemitischen Rede im Rahmen der Corona-Leugner-Demo, wurde nun bekannt, dass Kickl am Rande der Demo mit jenem rechtsextremen AfD-Anhänger ein Video gedreht hat, der den Massenmord im KZ Mauthausen mit der Corona-Impfung vergleicht.“ Dass Kickl in einem Interview außerdem vor Kurzem erklärte, den verurteilten Neonazi Gottfried Küssel nicht kennen zu wollen, erwecke laut Mahrer den Anschein, dass Kickl auf dem rechten Auge blind sei. Gerade als ehemaliger Innenminister müsse man die gefährlichsten und berüchtigtsten Rechtsextremen Österreichs kennen.