Rund 157.000 Tonnen Lebensmittel landen jedes Jahr in Österreich im Restmüll. Foto: istock / carlosgaw

Russlands Krieg in der Ukraine rückt das Thema Lebensmittelversorgung und Versorgungssicherheit in den Fokus. Anlässlich des Tages der Lebensmittelverschwendung am 2. Mai appelliert Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger einmal mehr, mit diesen wertvollen Ressourcen sorgsam umzugehen. Um Österreichs gute Versorgungslage auch in Zukunft zu gewährleisten, laden Bundeskanzler Karl Nehammer und Bundesministerin Elisabeth Köstinger am Dienstag zu einem Gipfel zur Lebensmittelversorgungssicherheit ins Bundeskanzleramt ein.

 

Lebensmittel landen im Müll

Es sind ernüchternde Zahle, welche das Landwirtschaftsministerium anlässlich des Tages der Lebensmittelverschwendung veröffentlichte. Denn ein Drittel der Lebensmittel landet weltweit im Müll.

In Österreich sind es rund 157.000 Tonnen Lebensmittel und Speisereste privater Haushalte, die jedes Jahr im Restmüll entsorgt werden.

Ein Großteil der Verschwendung basiert auf falschem Einkaufsverhalten. Einkäufe sollten daher bereits zu Hause unter Einbeziehung der Vorräte geplant werden. Es ist aber auch oft die falsche Lagerung dafür ausschlaggebend, dass Lebensmittel wegen nicht sachgerechter Platzierung in verschiedenen Kältezonen im Kühlschrank leider nicht auf dem Teller sondern im Restmüll landen.

 

Fast ein Drittel Lebensmittelabfälle seit 2017 „gerettet“

Im Jahr 2017 hat das Landwirtschaftsministerium mit dem Lebensmittelhandel eine freiwillige Vereinbarung zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen geschlossen. Aufgrund dieser Vereinbarung konnte die kostenlose Weitergabe noch genussfähiger Lebensmittel an soziale Einrichtungen in den vergangenen Jahren beträchtlich gesteigert werden.

  • Ab dem Jahr 2013:  6.600 Tonnen jährlich
  • Ab dem Jahr 2018: 12.250 Tonnen jährlich
  • Ab dem Jahr 2020: 20.000 Tonnen jährlich

Weitere 10.000 Tonnen konnten als Tierfutter oder zur Herstellung von Futtermitteln weitergegeben werden. Insgesamt sind somit rund 30 Prozent der nicht mehr verkaufsfähigen und ausgebuchten Lebensmittel des Handels einer Verwendung zugeführt worden.

„Ein Drittel der Lebensmittel landen weltweit im Müll. Damit werden nicht nur hart erarbeitete und wertvolle Ressourcen verschwendet, sondern auch sinnlose CO2-Abgase bei weit gereisten Lebensmitteln. Die Verschwendung von Lebensmitteln ist wirtschaftlich fatal und moralisch verwerflich“, so Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger.

 

Ernährungs- und Versorgungssouveränität weiter sicherstellen

Zum gemeinsamen Gipfel mit dem Bundeskanzler sind am Dienstag Vertreter der Bundesregierung, der Sozialpartner und vor allem Expertinnen und Experten entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette eingeladen.

Zentrale Themen des Gipfels sind: Analyse der aktuellen Lage und Informationsaustausch, Daten des wöchentlich tagenden Krisenstabes des BMLRT, Nachhaltige Lösungen und resiliente Produktionsbedingungen sowie die weitere Sicherstellung der Ernährungs- und Versorgungssouveränität.

„Hinter jedem regionalen Produkt stehen harte Arbeit, Leidenschaft und Tradition. Alle, die in unserem Land Lebensmittel produzieren oder verarbeiten, habe es sich verdient, dass wir mit diesen wertvollen Ressourcen verantwortungsvoll umgehen“, sagt Köstinger.