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Flughafen Wien bekommt neuen Grenzterminal für Asyl-Schnellverfahren und rasche Zurückweisungen

Asylverfahren und Zurückweisungen am Wiener Flughafen werden beschleunigt. Dafür wird ein eigener Grenzterminal geschaffen. Foto: istock/umenie

Im Zuge der nationalen Umsetzung des EU‑Asyl‑ und Migrationspakts richtet Österreich ab dem 12. Juni 2026 einen Grenzterminal am Flughafen Wien ein. Dadurch sollen Asylverfahren schneller durchgeführt werden und auch Zurückweisungen rascher erfolgen. Am Donnerstag wurde das Projekt vom Innenminister präsentiert.

 

Das Innenministerium erhöht die Schlagzahl in Sachen Abwicklung von Asylverfahren. Ein neu geschaffener Grenzterminal soll die Asylverfahren direkt am Flughafen abwickeln. Nun wurden die Details der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Ablauf des Verfahrens

Der Verfahrensablauf ist in drei Schritte aufgeteilt:

  1. Screening durch die Polizei – Identitäts‑ und Sicherheitskontrolle, Gesundheitscheck sowie Prüfung besonderer Schutzbedürfnisse.
  2. Asylverfahren beim Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA).
  3. Rückkehrverfahren bei Einreiseverweigerung, gefolgt von sofortiger Zurückweisung.

„Der neue Grenzterminal am Flughafen Wien sichert Schnellverfahren und rasche Zurückweisungen. „Das ist ein wichtiger Schritt, um die Bevölkerung weiter zu entlasten“, betonte Innenminister Gerhard Karner.

 

Beteiligte Behörden an einem Standort

Der neue Grenzterminal bündelt künftig Polizei, BFA und das Bundesverwaltungsgericht (BVwG). Dadurch entfallen aufwendige Transporte und Zuständigkeitswechsel. Rechts‑, medizinische und soziale Betreuung sowie öffentliche Verhandlungen des BVwG können direkt am Flughafen stattfinden. Der gemeinsame Einsatz von Dolmetschern spart zusätzlich Zeit und Kosten.

 

300 Grenzverfahren pro Jahr erwartet

  • Der Flughafen Wien verarbeitet rund zehn Millionen Ein‑ und Ausreisen pro Jahr und ist damit die wichtigste Schengen‑Außengrenze Österreichs.
  • Monatlich reisen etwa 800.000 Personen aus Drittstaaten ein oder aus.
  • Erwartet werden künftig rund 300 Grenzverfahren pro Jahr, die direkt am Flughafen durchgeführt werden.
  • Personen im Grenzverfahren dürfen das Bundesgebiet nicht betreten und können bis zu 24 Wochen (in Ausnahmefällen bis zu 26 Wochen) im Transitbereich des Terminals verweilen.

„Der Asyl- und Migrationspakt gibt uns die nötigen Instrumente, um Risikopersonen früher zu erkennen, schneller zu handeln und uns besser zu koordinieren. Durch die Bündelung aller zuständigen Behörden in einem Sondertransitbereich entstehen wichtige Synergien und kürzere Wege. Als Polizei werden wir unseren Beitrag für eine effiziente und rasche Verfahrensbearbeitung leisten“, erklärt Franz Ruf, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit.

 

Flughafen investiert – EU finanziert mit

Die Europäische Union unterstützt das Vorhaben mit vier Millionen Euro aus dem Instrument für Grenzverwaltung und Visumspolitik. Die Flughafen Wien AG investiert 7,5 Millionen Euro in ein rund 5.000 Quadratmeter großes Sicherheitsgebäude, das langfristig an die Polizei vermietet wird. Die Generalsanierung des bestehenden Gebäudes ist bis Ende 2026 geplant; der Mietbeginn für das erste Quartal 2027 ist vorgesehen.

 

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