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Die umstrittenen Aussagen des Kronzeugen
Am Landesgericht Linz wurde im Verfahren gegen zwei Finanzbeamte und Klubchef August Wöginger diese Woche der Kronzeuge der Anklage, Thomas Schmid, befragt. Seine Aussagen sind umstritten, stellt der Rechtsanwalt von Wöginger, Michael Rohregger fest.
Anwalt fordert Transparenz
„In diesem Prozess dreht sich vieles darum, wer wann was zu wem gesagt hat“, erklärte Rohregger sowohl vor Gericht als auch vor Medienvertretern. Daher wollte er die Protokolle bisheriger Aussagen vorgelegt erhalten und auch neue Aussagen aufnehmen lassen. Beides wurde vom Gericht abgelehnt. Rohregger dazu: „Die Richterin kommt dem Ersuchen um Transparenz nicht nach“.
Kronzeuge hat starkes Eigeninteresse
Diese Transparenz wäre bedeutend, erläuterte Rohregger, denn Schmid „hat als Kronzeuge ein starkes Eigeninteresse“. Wäre Schmid nicht Kronzeuge der Staatsanwaltschaft wäre er Angeklagter wegen Amtsmissbrauchs.
Details beruhen auf Rekonstruktion
Umstritten sind Schmids Aussagen laut Rohregger, weil dieser selbst eingeräumt hatte, viele der von ihm angegebenen Details zur Postenbesetzung im Jahr 2017 beruhen auf späterer Rekonstruktion: „Schmid kann nicht mehr sagen, was eigene Erinnerung und was Rekonstruktion ist“, gibt Rohregger aus den Aussagen Schmids bekannt. Zudem wurden von Schmid einige seiner Chats und mögliche Beweismittel gelöscht. Weiters hatte Schmid eingeräumt, von Wöginger keinesfalls einen „Befehl“ erhalten zu haben, eine Person auf einen Posten zu vermitteln. Er, Schmid, habe dem Anliegen Wögingers entsprochen, weil dieser für ihn und das Finanzministerium – Schmid war dessen Generalsekretär – ein „wichtiger“ Abgeordneter war.
Die Richterin hielt Schmid vor, dies höre sich sie so an, als ob Schmid seine Interventionen in der Postenbesetzung gemacht habe, um bei Wöginger einmal „etwas gut zu haben“. Schmid antwortete: „Sicher“.
Daher, so Rohregger zusammenfassend, sind Schmids Aussagen aus diesen Gründen und wegen Schmids Eigeninteresse umstritten. Das sei ein bedeutsames Faktum, denn Schmid ist der „wichtigste Belastungszeuge“.
Siehe dazu auch: Wöginger erklärt vor Gericht: „Ich habe nichts Unrechtes getan“





